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Handschriften und Dokumente

1045 Meter Dokumente gesichert

Von Rainer Rudolph, 20.03.09, 19:03h

In zwei Arbeits-Schichten werden aus dem Schuttberg in der Severinstraße Archivalien geborgen und für die Restaurierung vorbereitet.

Innenstadt - Von den einst 27 Regalkilometern mit Dokumenten im Historischen Archiv der Stadt sind erst 1045 laufende Meter geborgen. Das hört sich nach wenig an, bedeutet in der Praxis aber, dass 1000 blaue Bergungswannen mit je einem Meter Archivgut und 20 Gitterboxen für feuchtes Material (mit je 1,5 laufenden Metern) mit Fundstücken aus dem Schutt gefüllt wurden.

Dazu gehören außer den beiden Handschriften von Albertus Magnus, vier Büchern Weinsberg (16. Jahrhundert) und Teilen der 550 Schreinsbücher (13. bis 18. Jh.) auch Teile der Ratsprotokolle, der Rechnungen und Dokumente zur Verfassung und Verwaltung der Reichsstadt vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Gefunden wurden außerdem 50 übergroße Urkunden aus dem Haupturkundenarchiv, die als kostbare Einzelstücke gelten. Aus neuerer Zeit wurden Teile der Amtsnachlässe des Oberbürgermeisters Ernst Schwering und des Kämmerers Billstein, Teile des Bestandes „Oberbürgermeister von Köln nach 1945“, Teile des Porzer Stadtarchivs und des Amtes für Wohnungswesen aus der Nachkriegszeit geborgen, darüber hinaus Stücke aus Nachlässen und Teile städtischer Nachkriegsakten.

Großer Personalaufwand

Seit dem Wochenende arbeitet die Feuerwehr täglich von 7 bis 19 Uhr an drei verschiedenen Orten des Schuttberges. Stark verdreckte Fundstücke werden in einer für die dauerhafte Bergung nicht geeigneten Halle grob vorgereinigt und zum Erstversorgungszentrum transportiert. Dort werden die Dokumente von 7 bis 23 Uhr gesäubert, sortiert und vorgetrocknet. Durchnässtes Archivgut wird vakuumverpackt und zur Gefriertrocknung nach Westfalen abtransportiert.

Das Verfahren ist sehr personalaufwändig - täglich sind 100 Fachleute im Einsatz. Einige Mitarbeiter des Historischen Archivs sind inzwischen durch Unfälle und Krankheit ausgefallen. Um den Arbeitsanfall bewältigen zu können, müssen daher weitere auswärtige Fachleute angefordert werden.



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