Von Werner Balsen, 20.03.09, 22:25h
Zunächst räumten die 27 ihre Auseinandersetzungen über ein im Dezember beschlossenes Konjunkturpaket der EU-Kommission aus. Deutschland stimmte dem mit fünf Milliarden Euro vergleichsweise kleinen Programm zu (darüber hinaus kurbeln die EU-Mitgliedsstaaten die Wirtschaft in nationalen Programmen mit mehr als 400 Milliarden Euro an). Allerdings erst, nachdem festgelegt war, dass die Investitionen in Energie- und Telekommunikationsvorhaben spätestens im nächsten Jahr in Angriff genommen werden müssen. Um den Deutschen die Zustimmung zu erleichtern, akzeptierten die Regierungschefs, dass die Kommission ihre strengen Wettbewerbsregeln auf dem Telekommunikationsmarkt lockert. So soll es etwa der Deutschen Telekom erleichtert werden, auch ländliche Gebiete mit schnellen Internetverbindungen zu versorgen.
Zufrieden sind die Deutschen darüber hinaus, weil nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs sichergestellt ist, dass die Union beim - eigentlich wichtigeren - Treffen der G-20-Gruppe Anfang April in London mit einer Stimme spricht. Die in dem Gremium vertretenen vier EU-Staaten werden im Namen aller auf eine Regulierung der Finanzmärkte dringen. Kein Finanzprodukt, kein Markt und kein Banker oder Börsianer soll künftig unbeaufsichtigt bleiben. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) unterstrich in Brüssel, Vertrauen in die Finanzmärkte sei Voraussetzung für die Wirksamkeit der diversen Konjunkturprogramme. Einen „Zweikampf“ zwischen Finanzmarktregulierung und Konjunkturpaket befürchten die Deutschen in London nicht. Auch die US-Regierung habe klargestellt, dass sie vorerst nicht auf zusätzliche Schritte Europas bestehe, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Um ihre Hilfsbereitschaft zu unterstreichen, plädiert die Union beim G-20-Treffen für eine Verdoppelung des Kapitals beim Internationalen Währungsfonds auf 500 Milliarden Dollar (366 Milliarden Euro). Sie ist bereit, dafür 75 Milliarden Dollar selbst aufzubringen.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Iran - Ahmadinedschad kündigt neue Atomprojekte anVoice of Germany - Die neue Stimme Deutschlands

EXPRESS
Vermisst! - Polizei sucht Jasmin M. (11) aus Köln-MerheimHorror-Comeback geplant - Osama bald als Zombie im Kino?

Spiegel Online
Zehn Jahre nach dem Anschlag: Gerichtsmediziner identifizieren weiteres Opfer des 11. SeptemberDie Jan-Ullrich-Affäre: Ende Legende