Schriftgröße

Wanderroute 276

Tippeltour von Stommeln nach Anstel

Von Peter Squentz, 24.03.09, 17:58h, aktualisiert 28.07.09, 14:59h

Wandern auf historischen Pfaden: Der Weg zwischen dem Velderhof und Anstel gleicht einer Zeitreise. Vorbei an der alten Wasserburg, schönen Herrenhäusern, durch einen tiefen Hohlweg - und direkt über den Golfplatz.

Tippeltour 276
Bild vergrößern
Der alte Hohlweg zwischen Gillbach und Stommeler Bach begegnet dem Wanderer zweimal. (Bild: Squentz)
Tippeltour 276
Bild verkleinern
Der alte Hohlweg zwischen Gillbach und Stommeler Bach begegnet dem Wanderer zweimal. (Bild: Squentz)
Tippeltour 276
Bild verkleinern
Übersichtskarte
Tippeltour 276
Hier gab es seit der Steinzeit nichts als nasse Füße: Die Römer machten einen weiten Bogen um den feuchten Grund, die Franken hielten es genauso. Erst tausend Jahre später rodete der Nettesheimer Bürgermeister Heinrich Josef Velder das wüste Land im Butzheimer Busch, durch das vor Zeiten einst der Rhein geflossen war, zog Gräben für das Wasser und schuf so Ackerland in einer Zeit, die sich doch ganz der schweren Industrie gewidmet hatte: um 1850. Nur anderthalb Jahrhunderte darauf verschwand der Velderhof und wurde Golf- & Country Club mit feinem Restaurant im alten Pferdestall und einem öffentlichen Wanderweg, der mitten durch den Golfplatz führt.

Das nimmt man gerne als die ideale Einladung in die Natur, auch wenn am nahen Horizont die Kraftwerkstürme weiße Wolken paffen. Die Hasen sausen durch das frische Grün und die ersten Lerchen rufen laut den Frühling aus. Und: Alle mehr herhören!

PDF zum Downloaden: Übersichtskarte Tippeltour 276

Von der Zufahrt auf das Clubgelände folgen wir dem letzten Stück des Fahrwegs von Stommelerbusch bis auf den Umsetzer zu, der noch den alten Namen trägt: „Stommelnerbusch“. Hier schwenkt der Weg nach rechts und vor dem alten Herrenhaus des Velderhofs noch einmal links. Wo dann bei einer rot-weißen Schranke die alte Lindenallee beginnt, wandern wir nach rechts und folgen einem weißen Winkel zwischen Weißdornhecken mitten durch den Golfplatz. In Höhe von „Tee 1“ kreuzen wir den „Golfplatz-Caddyweg“ mit der gebotenen Vorsicht („Verletzungsgefahr durch fliegende Bälle“): Schon ein Amateur beschleunigt die weiße 45-mm-Kugel auf rund 200 Stundenkilometer; von Null auf Hundert springt das Ding, mit einem Profi hinter sich, in 0,25 Millisekunden. Ein Profi dürfte allerdings den Ball nicht zu uns schlagen, denn die Bahnen folgen aus Naturschutzgründen allesamt den Linien des alten Rheins.

Wir wandern hier im Schutz der dichten Hecken weiter, kreuzen bei „Tee 9“ noch einmal den Weg der Golfer, dann verlassen wir die Greens und Roughs bei einer Pappelreihe und wandern geradeaus nun durch die freie Flur. Halbrechts liegt der Hubertushof. Nach nicht einmal 400 Metern erreichen wir das Wegekreuz: Rechts, wohin der Winkel weist, sehen wir die beiden altersschwachen Buchensolitäre Peter und Paul, vor uns liegt Gut Barbarastein mit einer Lindenallee; wir gehen hier nach links, einen Kilometer weit ins Butzheimer Wasserschutzgebiet, kommen durch Bruchwald mit Pappeln und über den Stommelner Graben, sehen links nun wieder Golfer, die Bälle suchen, und erreichen dann das Wegekreuz vor einer flachen Anhöhe im Ackerland.

Artenreiches Biotop

Der Hohlweg vor uns ist für die einen eine „schlechte Wegstrecke“ mit einer warnenden Hinweistafel. Für die anderen ist er ein artenreiches Biotop. Für uns ist es später der Weg zurück - von Butzheim durch den mittelalterlichen Weg nach Osten. Jetzt aber gehen wir nach rechts und wandern nun für lange Zeit am Fuß der buschig bewachsenen Höhe entlang, vorüber am Fixheimer Bruch rechter Hand, und nehmen dann 200 Meter darauf, 1200 Meter insgesamt seit dem letzten Rechtsschwenk, den asphaltierten Weg nach links und auf die Höhe zu.

Nach knapp 600 Metern, bei einem undeutlichen Querweg, überblicken wir das weite Land, die Kraftwerktürme und die Siedlungen von Rommerscheid. Unser Weg schwenkt sacht nach rechts, passiert die Leitungen der nahen Umspannwerke und bringt uns bei dem großen weißen Kruzifix vor Anstel an die B 477 und die höchste Stelle der gesamten Tour: 73,80 schwindelfreie Meter hoch.

Wir kreuzen vorsichtig die Straße und folgen dann der Wasserburgstraße hinab ins Tal des Gillbachs. Gleich darauf schon, bei Haus Nr. 17 von 1860, nehmen wir vor dem Gefallenendenkmal links die Lindenstraße, gehen von der riesenhaften Linde rechts an der Schützenhalle vorüber, die Stufen hinab und auf der Pappelstraße weiter nach links. Schon vor dem karminroten Wohnhaus gehen wir dann mit der Burgstraße rechts und stoßen dann „Im kühlen Grunde“ vor dem Gillbach, wie das Gasthaus treffend heißt, auf die alte Wasserburg von Anstel. Die ersten Eigner waren Ritter, 1155 wird ein „Sigefridus de Anstele“ urkundlich erwähnt, die gegenwärtigen Besitzer sind Reiter. Ihr barockes Haus von 1722 birgt im Innern noch die alte Burg mit Mauern von 2,40 Metern Dicke.

Großes dunkles Kreuz von 1793

Nach dem Blick von außen gehen wir zurück, die Burgstraße hinauf, und folgen dann der Pappelstraße rechts, an einem ähnlich schönen Herrenhaus vorüber und zum Ort hinaus. An der Kindertagesstätte wandern wir vorüber, geradeaus auf einem unbefestigten Weg, der im Weiler Frixheim zur Bergstraße wird. An ihrem Ende folgen wir der Dorfstraße nach links, hinauf, bis an die Lindenstraße, die wir schon von Anstel kennen. Hier folgen wir nun rechts dem Sträßchen „An der Nachtigall“ in Richtung Schützenhaus bis an die Gabelung der Wege vor dem großen dunklen Kreuz von 1793. Rechts führt der alte Kirchweg gleich am Hühnerhof vorüber. Wir folgen weiter links der Nachtigall, kreuzen abermals die Bundesstraße und wandern weiter gerade und in die freie Flur.

Nach 200 Metern stoßen wir auf einen Querweg und folgen ihm nach rechts. Bei einer großen, flachen Lagerhalle geht es über einen asphaltierten Weg hinweg, dann einen halben Kilometer sacht hinab und wiederum hinauf bis an den Rand von Butzheim, 962 schon als „Budichim“ erwähnt. Wo dann rechts die Straße „Zum Eichelsberg“ verläuft, wenden wir uns links, passieren den Gartenbaubetrieb „Heyder“ und erreichen bei zwei rot-weißen Absperrpfosten den alten Hohlweg durch die Lößerhöhung zwischen Gillbach und Stommeler Bach. 1,7 Kilometer geht es fast ohne Fernblick geradeaus, bis zu acht Meter tief hat der Verkehr hier seit dem frühen Mittelalter den Ackerboden eingekerbt, in den Böschungen auf beiden Seiten haben sich Fuchs und Dachs, Käfer und Kaninchen eingerichtet, der trockene Holunder ist umschlungen von Clematis - vereinzelt reichen sich die Bäume über uns die Zweige.

Zilpzalp, Zaunkönig und Mönchsgrasmücke

Auf der Höhe der Erhebung, sechzig Meter hoch, tritt der Weg ins Freie, dann buddelt er sich wieder ein, nun unbefestigt, sehens- , hörens-, staunenswert. Hier singen Zilpzalp, Zaunkönig und Mönchsgrasmücke, Goldammer und Gelbspötter; im Sommer tanzen rare Schmetterlinge - und was zur Nachtzeit los ist, das verraten uns im Sand die Wildwechsel! Am Ende stoßen wir auf das Wegekreuz, das wir schon kennen, und wandern nun nach rechts, um so das letzte Teilstück einer großen Achterschleife zu durchlaufen. Hier ist der Weg morastig, während um uns die Golfer leichten Schrittes vorankommen. So stolpern wir 1,5 Kilometer voran, bis wir unterhalb der Gutanlage Vinkenpütz bei einer Sitzgelegenheit ein Wegekreuz erreichen - jetzt schwenken wir nach links, geradewegs auf die Allee am Velderhof zu und zurück zum Ausgangspunkt.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Ausflugstipps


WAS.WANN.WO.


Das Magazin auf Facebook

Das Magazin auf Facebook

Extra


Serie


Mode und Design



Kolumne


Kolumne


Aktion


ksta-blogs.de


Dienste



Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Stadtmenschen Community