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Neues Internetportal

Modepolizei gegen schlimmste Sünden

Von Karin M. Erdtmann, 23.03.09, 16:58h

Anja Steffen gibt auf ihrer Internetseite Modetipps. Das Angebot des jungen Modeportals reicht von Typberatung bis zur Textilpflege, vom Fashionkalender bis zur Fleckentfernung.

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Anja Steffen (o.) gibt auf ihrer Internetseite Tipps zur Mode. (Bild: run)
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Anja Steffen (o.) gibt auf ihrer Internetseite Tipps zur Mode. (Bild: run)
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Im Interview befragt sie Stylist Boris Entrup zu seinem Modegeschmack. (Bild: privat)
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Odenthal - Ihre Uniformen sind schwarz, ihre Nummer ist die 110 und sie arbeiten im Dienst der Modeopfer. Schonungslos deckt das weibliche Duo Angriffe gegen den guten Geschmack auf. Anja Steffen und Berit Müller sind die „Modepolizei“. Für Notfälle haben sie immer ein schickes Erste-Hilfe-Pflaster mit Strass-Steinchen zur Hand. Schwierigere Fälle bekommen eine virtuelle Style-Infusion.

Die Internetseite, die die aus Odenthal stammende Anja Steffen mit ihrer Kollegin seit wenigen Wochen betreibt, soll schon bald das größte nationale Modeportal werden. „Wir wollen nicht nur die High-fashion-Szene bedienen, sondern auch Otto Normalverbraucher“, sagt die 28-Jährige. Nach dem Abitur am Leverkusener Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat sie in Trier, Madrid und New York Modedesign studiert und nach Praktika bei Yohji Yamamoto und Kenneth Cole als Designerin beim Mannheimer Label Schumacher gearbeitet. Zusammen mit ihrer einstigen Kommilitonin Berit Müller war sie für die Strickkollektion zuständig.

Auf der Suche nach Veränderung kamen beide auf die Idee, ein Portal einzurichten, das in Sachen Mode keine Fragen offen lässt. „Dort wollen wir nicht nur unsere Meinung kundtun, sondern vor allem auch Hilfestellung geben“, sagt die diplomierte Modedesignerin, die alle zwei Monate die schillernde Welt der Laufstege verlässt, um Freunde und Eltern im Bergischen zu besuchen. In Berlin hat sie zwar eine neue Heimat gefunden, aber an Odenthal schätzt sie nach wie vor „Land und Leute und die offene Art der Menschen“. Aus der Dhünntalgemeinde stammt denn auch der ebenfalls in Berlin lebende Kameramann Lukas Piechowski, der mit den beiden Designerinnen ein Video von der Fashionweek (Modewoche) für die Internetseite drehte.

Das Angebot des jungen Modeportals reicht von Typberatung bis zur Textilpflege, vom Fashionkalender bis zur Fleckentfernung. Die beiden präsentieren Trends und geben Tipps, welches Label sich für welche Figur und welchen Geldbeutel eignet. „Jeder ist schließlich schon mal ein fashion victim gewesen“, sagt Anja Steffen. Wer in der Branche arbeiten möchte, bekommt Hinweise auf Ausbildungsmöglichkeiten und Bewerbungsvoraussetzungen.

Rügenwalder Wurstmix

„Wir kennen die Untiefen weiblicher Kleiderschränke und die Fallen aktueller Trends“, geben die selbst ernannten Modepolizistinnen bekannt und fordern ihre User auf, sich per Foto zu stellen. Dabei macht das Duo auch vor Promis nicht halt. Da wird Nadine Krüger attestiert, einen „echten Rügenwalder Wurstmix“ zu tragen, und erfährt Nina Hagen, dass ihre „seltsame Klamotten-Kombi hinter Gitter gehört“. „Mit den Promis erlauben wir uns natürlich mehr als mit den Leuten von der Straße“, gibt die Osenauerin zu. Einer Branche, die sich oft unglaublich ernst nehme, will sie zuweilen auch mit Ironie begegnen.

Neben dem eingenähten Humorfaktor nimmt der Betrachter der modepolizeilichen Fotogalerie denn auch den ein oder anderen Grundsatz für den eigenen Auftritt mit: Beispielsweise, dass nicht alles, was kreativ aussieht, auch gleichzeitig schön sein muss oder dass sich große Frauen nicht mit üppigem Pelz und kleinen Männern gleichzeitig schmücken sollten.

Am Ende ist trotzdem alles eine Typfrage. „Es gibt Leute, die können in einer Jogginghose gut aussehen, aber nicht mit einer schlecht kombinierten 3000 Euro-Jacke“, gibt Steffen zu bedenken. Und worauf muss man sich in den kommenden Monaten einstellen, wenn man im Trend sein will? Knallige Farben wie Electric Blue oder Violett sind nach Ansicht der Expertin angesagt, daneben Pumphosen, Lederleggins, viel Glanz und Pailletten. „Auch bauchfrei kommt wieder, ebenso wie die hohe Taille an Röcken und Hosen“. Ganz so schlimm werden modische Fehltritte in naher Zukunft allerdings nicht sein, denn auch Stilbrüche sollen wieder modern werden.

Demnächst wollen die Frauen mit dem 110-Button an der Dienstmütze auch ein Diskussionsforum im Netz aufbauen und in einem Online-Shop Modeopfer-Taschen und -T-Shirts anbieten. „Mein Traum ist es, den Beruf mit vielen Reisen verbinden zu können“, sagt Anja Steffen. Berlin sei da als Basis ideal, nicht nur großstädtisch, sondern auch grün. „Als Odenthalerin bin ich schließlich naturverbunden.“



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