Von Sibylle Quenett, 25.03.09, 22:09h, aktualisiert 26.03.09, 08:11h
Natürlich werden Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Sarkozy und Großbritanniens Premier Brown mit Nachdruck über die verschiedenen Facetten einer globalen Agenda und eine neue Weltwirtschaftsordnung reden. Aber auf Augenhöhe zu den USA befindet sich nur die EU als Ganzes. Doch der fehlt es, wie in den 70er Jahren schon der damalige US-Außenminister Kissinger beklagt hatte, an einer Telefonnummer, unter der man aus Washington anrufen könnte. Kein guter Start für die kommenden Gespräche.
Das bedrückendste ist, dass mit dem Sturz des tschechischen Regierungschefs Topolanek die Hoffnung immer weiter schwindet, an diesem Zustand in absehbarer Zeit noch etwas ändern zu können. Tschechien muss den Vertrag von Lissabon noch ratifizieren, wenn zumindest die Chance auf eine Reform der europäischen Institutionen gewahrt bleiben soll. Nun steht zu befürchten, dass der europakritische Präsident in Prag, Vaclav Klaus, dies verhindern wird. Das würde ein zweites Referendum der Iren, die bereits einmal „Nein“ gesagt haben, überflüssig machen.
Europa scheitert in Zeitlupe. Zweimal haben die Europäer in den vergangenen Jahren einen Anlauf unternommen, ihre Strukturen der neuen, größeren Organisation von heute 27 Partnerländern anzupassen. Vergeblich. Das Bemühen, unter anderem zu mehr Mehrheitsentscheidungen zu kommen, droht endgültig an der Hürde des bisherigen Vetorechts einzelner hängen zu bleiben. Nationaler Widerspruch verhindert mehr Mitsprache für die nationalen Parlamente, nicht nur für das Europaparlament. Das ist kein Trauerspiel, sondern eine Farce.
Angesichts der Krise sollte darüber niemand klammheimlich in Begeisterung ausbrechen. Wer mit den USA, vor allem aber auch mit China, erfolgreich über eine neue Weltwirtschaftsordnung, eine Reservewährung, Klimaschutz und die Lösung internationaler Konflikte vom Nahen Osten über den Irak bis zu Afghanistan verhandeln will, sollte mit einer Stimme sprechen. Doch danach sieht es in Europa nicht aus.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Zwickauer Neonazi-Trio - BKA löscht ErmittlungsdatenWeltcup-Skispringen in Willingen - Deutsches Team auf Rang drei

EXPRESS
3:0-Sieg gegen Schalke - Currywurst-Prämie! Fohlen scharf auf TitelDSDS nach Recall-Abbruch - Kann Ole die Jury diesmal überzeugen?

Spiegel Online
Pop-Ikone: Whitney Houston ist totStreit um Kinder: Russland will Adoptionen in die USA verbieten