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Mehr Kleinwagen aus Köln

Von Friedemann Siering, 25.03.09, 22:14h

Während in Köln die Verlängerung der Abwrackprämie begrüßt wird, äußert Daimler-Chef Zetsche Kritik. Ford steigert sogar die Produktion der Kleinwagen. Der Stuttgarter Konzern schickt dagegen 68000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

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Der "Fiesta" von Ford ist derzeit wieder gefragt. (Bild: dpa)
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Der "Fiesta" von Ford ist derzeit wieder gefragt. (Bild: dpa)
KÖLN - Das Kölner Fiesta-Werk von Ford produziert, „als ob es keine Krise gäbe“, formulierte Betriebsratschef Dieter Hinkelmann kürzlich auf der Betriebsversammlung des Autokonzerns in Niehl. Vor allem die in Deutschland, aber auch in Ländern wie Frankreich und Italien gezahlten Abwrackprämien haben es ermöglicht, dass die Nachfrage nach den Kölner Modellen „Fiesta“ und „Fusion“ kräftig gestiegen ist. Und so ist es für Hinkelmann nun eine „sehr gute Nachricht“, dass der Fördertopf noch länger als ursprünglich geplant gefüllt sein wird.

Schon bevor sich am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank Walter Steinmeier (SPD) auf eine Ausweitung der Abwrackprämie verständigten, war indes klar: Die derzeit starke Nachfrage nach dem „Fiesta“ kann nur dann zügig befriedigt werden, wenn in Niehl kurzfristig die Tagesproduktion hochgefahren wird. Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln noch über die Details, in der kommenden Woche soll dann alles klar sein und die Tagesproduktion von jetzt 1750 auf 1850 Kleinwagen erhöht werden.

Seitdem die staatliche Verschrottungsprämie von 2500 Euro in Kraft ist, also seit dem 14. Februar, gingen bei Ford in Deutschland bis zum 20. März 49 067 Bestellungen für die Modelle „Fiesta“ und „Fusion“ sowie für den in Polen produzierten „Ka“ ein. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 9783 Bestellungen, so der Konzern. Allerdings hat dieser steile Anstieg auch damit zu tun, dass sowohl der „Fiesta“ als auch der „Ka“ komplett überarbeitet wurden und jetzt in neuer Optik auf dem Markt sind.

Von der Verschrottungsprämie profitieren in Deutschland vor allem Massenhersteller wie Ford oder VW, weniger die Hersteller von luxuriöseren Autos wie Daimler und BMW. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hatte sich gegen eine Verlängerung der Abwrackprämie ausgesprochen: Nach der Abschaffung der Prämie folge ein Absatzeinbruch, „das hat man in anderen Ländern gesehen“, argumentierte Zetsche.

Bei Daimler werden in Folge der Wirtschaftskrise von April an rund 68 000 der 165 000 Beschäftigten in Deutschland in Kurzarbeit gehen. Laut Zetsche befindet sich die Autoindustrie in einer „Jahrhundertkrise“. Er forderte von den Beschäftigten Opferbereitschaft. „Wir brauchen konkrete Maßnahmen, damit diese existenzbedrohende Krise gemeinsam bewältigt werden kann“, sagte Zetsche bei einem Gewerkschaftskongress in Berlin mit Blick auf die IG Metall. „Jedem wird eine Menge abverlangt werden, Business as usual war gestern.“ Der Daimler-Konzern wolle Entlassungen vermeiden, dafür könne es aber keine Garantie geben. (mit rtr)



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