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Faule Papiere

Commerzbank hat eigene „Bad Bank“

Erstellt 05.02.09, 21:44h

Die Commerzbank hat einem Zeitungsbericht zufolge eine interne „Bad Bank“ für faule Wertpapiere gegründet. Das Modell orientiert sich an der Praxis der jüngst übernommenen Dresdner Bank, die eine derartige Abwicklungseinheit bereits 2002 geschaffen hatte.

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Die Commerzbank fasst intern Problempapiere aus ihrem Investmentbanking zusammen. (Bild: dpa)
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Die Commerzbank fasst intern Problempapiere aus ihrem Investmentbanking zusammen. (Bild: dpa)
FRANKFURT - Die mit milliardenschweren Abschreibungen kämpfende Commerzbank hat bereits eine interne Abwicklungsgesellschaft für faule Wertpapiere. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus betonte allerdings, es handele sich dabei um keine "Bad Bank", wie sie derzeit in der Bankenbranche diskutiert werde. "Das ist lediglich ein Bereich im Kreditportfoliomanagement der Investmentbank, den es schon länger gibt", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die Mitarbeiter in dem Bereich kümmerten sich darum, Wertpapier- und Kreditrisiken abzubauen und nicht-strategische Portfolios zu reduzieren. Finanzkreisen zufolge existiert der Bereich bereits seit 2007 in der Dresdner Bank, die die Commerzbank Anfang des Jahres übernommen hat.

Das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) hatte vorab berichtet, die Commerzbank habe eine interne Bad Bank für toxische Wertpapiere gegründet. Das Modell dieses Bereichs bei der Commerzbank orientiere sich an der Dresdner Bank, die eine derartige Abwicklungsgesellschaft 2002 gegründet hatte, um riskante Wertpapiere und Kredite abzubauen. Der Restrukturierungsexperte Vijay Radhakishun sei als Leiter dieser Gruppe benannt worden. Radhakishun sei über mehrere Jahre bei der Deutschen Bank in New York als Spezialist für forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) beschäftigt gewesen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing lehnt eine zentrale Bad Bank, also eine große Abladestelle für riskante Wertpapiere, ab. Die Lösung für die angeschlagene Bankenbranche liege eher in "individuellen, institutsspezifischen Bad Banks", sagte Blessing am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Insbesondere für Staatsanleihen brauche die Branche eine rasche Lösung. Diese Papiere verlieren angesichts der Verwerfungen an den Märkten teilweise stark an Wert, was zu Abschreibungen in den Bankbilanzen führt und schließlich das Eigenkapital belastet. Auf die Frage, ob die Commerzbank eine eigene Bad Bank für solche Papiere brauche, lehnte Blessing eine Antwort ab.

Reuters hatte aus Finanzkreisen erfahren, dass die Commerzbank derzeit über eine Bad Bank nachdenkt. Möglich ist informierten Personen zufolge auch ein mit der Bundesregierung abgestimmtes gemeinsames Vorgehen mit der angeschlagenen Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate. (rtr)



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