Erstellt 05.02.09, 21:44h
Das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) hatte vorab berichtet, die Commerzbank habe eine interne Bad Bank für toxische Wertpapiere gegründet. Das Modell dieses Bereichs bei der Commerzbank orientiere sich an der Dresdner Bank, die eine derartige Abwicklungsgesellschaft 2002 gegründet hatte, um riskante Wertpapiere und Kredite abzubauen. Der Restrukturierungsexperte Vijay Radhakishun sei als Leiter dieser Gruppe benannt worden. Radhakishun sei über mehrere Jahre bei der Deutschen Bank in New York als Spezialist für forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) beschäftigt gewesen.
Commerzbank-Chef Martin Blessing lehnt eine zentrale Bad Bank, also eine große Abladestelle für riskante Wertpapiere, ab. Die Lösung für die angeschlagene Bankenbranche liege eher in "individuellen, institutsspezifischen Bad Banks", sagte Blessing am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Insbesondere für Staatsanleihen brauche die Branche eine rasche Lösung. Diese Papiere verlieren angesichts der Verwerfungen an den Märkten teilweise stark an Wert, was zu Abschreibungen in den Bankbilanzen führt und schließlich das Eigenkapital belastet. Auf die Frage, ob die Commerzbank eine eigene Bad Bank für solche Papiere brauche, lehnte Blessing eine Antwort ab.
Reuters hatte aus Finanzkreisen erfahren, dass die Commerzbank derzeit über eine Bad Bank nachdenkt. Möglich ist informierten Personen zufolge auch ein mit der Bundesregierung abgestimmtes gemeinsames Vorgehen mit der angeschlagenen Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate. (rtr)
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