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Einzigartiger Studiengang

Akupunktur und Ethik

Erstellt 17.02.09, 11:18h

Medizin ohne Kommunikation ist unmöglich. Das neue Studium lässt dem Gespräch als Therapie für körperliche Leiden eine größere Bedeutung zukommen und vereint gleichzeitig die drei Komponenten: Patient, Therapeut und Wirkstoff.

Arzt Gespräch
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Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist ein wichtiger Bestandteil des Medizin-Kultur-Heilkunde-Studiums an der Viadrina. (Bild: DDP)
Arzt Gespräch
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Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist ein wichtiger Bestandteil des Medizin-Kultur-Heilkunde-Studiums an der Viadrina. (Bild: DDP)
FRANKFURT/ ODER - Ärzte und Patienten sollen wieder mehr miteinander sprechen. Das meint zumindest der Kulturwissenschaftler Hartmut Schröder. "Sprache ist nicht nur für die Diagnostik wichtig, Sprache kann auch eine therapeutische Wirkung haben", sagt Schröder, Professor an der Europa-Universität Viadrina, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Für die sogenannte "sprechende" Medizin sehe er einen großen Bedarf. Das Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Viadrina bietet zum Sommersemester den Masterstudiengang "Komplementäre Medizin - Kulturwissenschaften - Heilkunde" an. Das gebührenpflichtige Angebot gilt bundesweit als einmalig.

"Wir bieten eine Einführung in die Gesamtheit von Verfahren, wie Homöopathie, Naturheilverfahren und traditionelle europäische Medizin, in Diagnostik und Therapie an", sagt Schröder. Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin, wie Akupunktur, gehörten dazu, aber auch Gesprächsführung, Medizin-Ethnologie und Ethik.

Der Bedarf sei groß. Der Mensch dürfe nicht nur wie etwas Mechanisches behandelt werden, "etwas, was repariert werden, wo etwas ausgetauscht werden kann". "Wir sehen es ein bisschen komplexer und da spielt Kommunikation eine riesen Rolle." Der Studiengang richtet sich an Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten. Ärzte und Psychotherapeuten könnten von einander lernen, meint Schröder. Apotheker wiederum spielten eine wichtige Rolle bei der Beratung von Patienten.

Schätzungen zufolge befassten sich bundesweit 50.000 bis 60.000 niedergelassene Ärzte mit komplementären Verfahren, berichtet Schröder. 60 bis 80 Prozent der Patienten fragen nach solchen Angeboten. Wichtig sei, dass im Mittelpunkt allen Handelns der Patient stehe mit seinen Sorgen und Nöten, aber auch mit seiner eigenen Kompetenz. Heilung müsse mit ihren drei Komponenten -Patient, Therapeut, Wirkstoff - in sich stimmig sein. "Dafür will dieser Studiengang sensibilisieren."

Schröder sieht die Thematik an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät gut angesiedelt. Gesundheitswissenschaften und Medizin könnten am besten dort erneuert werden, wo diese Disziplinen nicht vertreten seien, sagte er. Gesundheit und Krankheit sollten nicht auf etwas rein Medizinisches reduziert werden. "Dahinter stehen immer kulturelle Prozesse."

Das Studium schließt nach vier Semestern mit einem Master of Arts ab und kostet pro Semester 2.500 Euro. Studienorte sind die Viadrina, Krankenhäuser der Region sowie die griechische Insel Kos, Insel des Hippokrates. Schröder: "Für Fort- und Weiterbildung wählen sich Ärztegesellschaften gern auch schöne Orte aus."

Gespräch: Steffi Prutean, dpa

(Internet: www.master-kmkh.eu; www.intrag-online.eu; www.euv-frankfurt-o.de)

Universität: Große Scharrnstraße 59, 15230 Frankfurt (Oder)

(dpa)



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