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Fritz Schramma

U-Bahn-Bau „fast unverantwortlich“

Erstellt 04.03.09, 11:41h, aktualisiert 04.03.09, 11:42h

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma hält einen Weiterbau der U-Bahn unter der Altstadt für „fast unverantwortlich“. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Als Ursache für die Katastrophe wird der nahe gelegene U-Bahn-Bau immer wahrscheinlicher.

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Innenstadt - Nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln hat Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) den Weiterbau der neuen U-Bahn-Linie unter der Altstadt infrage gestellt. "Ich halte das eigentlich jetzt fast für unverantwortlich", sagte Schramma am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Beim Besuch der Unglücksstelle sagte er: „Der U-Bahn-Bau in der Großstadt wird für mich grundsätzlich zum Problem. Das Projekt hat zum zweiten Mal erheblichen Schaden genommen“, sagte Schramma. Er sei „aufgeregt und verärgert, dass hier Gebäude wie Kartenhäuser einstürzen“. Nun müssten „die besten Statiker der Welt“ ran, denn der Schaden sei beträchtlich. Und es dürfe keine Gefahr für die Menschen in Köln bestehen, die über dem neuen Tunnel der Nord-Süd-Stadtbahn wohnen.

Ende September 2004 geriet ein Kirchturm durch den Tunnelbau in Schieflage und macht als "schiefer Turm von Köln" weltweit Schlagzeilen. Allein seine Aufrichtung kostete eine Million Euro. Auch andere Häuser entlang der unterirdischen Strecke zeigten Risse -immer wieder wurde der U-Bahn-Bau verantwortlich gemacht.

Nach bisherigen Planungen sollten Mitte 2010 die ersten Züge auf der neuen U-Bahn-Strecke starten. Die Linie soll vom Breslauer Platz nördlich des Hauptbahnhofs parallel zum Rhein verlaufen und damit den historischen Teil Kölns an das U-Bahn-Netz anbinden.

Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren "wegen Baugefährdung und fahrlässiger Körperverletzung" eingeleitet, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld am Mittwoch dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Ermittlungen richten sich zunächst gegen Unbekannt. (tho/ddp/dpa)



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