Von Unserer Redaktion, 10.03.09, 07:29h, aktualisiert 11.03.09, 08:31h
20.10 Uhr: KVB-Vorstand Walter Reinarz sagt der Stadt zu, dass der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn am Rathaus, am Chlodwigplatz und am Bonner Wall vorläufig ausgesetzt wird. An anderen Stellen will die KVB allerdings stabilisierende und die Sicherheit erhöhende Maßnahmen durchführen. So wollen die Verkehrsbetriebe am Mittwoch damit beginnen, die Sohle der U-Bahn-Haltestelle zu betonieren. Diese Arbeiten sollen in der Nacht zum Samstag abgeschlossen sein. Rund 400 Betonmischer werden 3200 Kubikmeter Beton anliefern, die über Einfüllschächte ins Erdreich gelangen.
19.15 Uhr: Die Archivverwaltungen des Bundes und der Länder erklären ihre "solidarische Hilfe" für das Kölner Stadtarchiv. Die Landesregierung stellt 300 000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Zu den zuletzt gesicherten Kulturgütern gehören unter anderem Akten der ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer und Ernst Schwering. Ob das Zeitungsarchiv der Kölner Zeitungen vollständig verloren ist, ist derzeit noch unklar. Für eine längere Lagerung des Archivguts hat die Stadt Köln eine Halle gemietet.
18.50 Uhr: Mit den Ballettsachen ihrer vierjährigen Tochter kommt eine Anwohnerin aus einem Haus in der Nähe der Einsturzstelle. Bis Sonntag darf sie und ihre Familie noch im Hotel Mercure wohnen, dann will sie sich eine Wohnung auf Zeit suchen. Sie dürfe zwar eigentlich in ihre Wohnung zurückkehren, aber im Moent könne sie sich das noch nicht vorstellen. Wegen eines Traumas hat sie psychologische Hilfe angenommen.
18.10 Uhr: Die Unglückstelle ist von gleißendem Flutlicht erhellt, damit die Einsatzkräfte weiter arbeiten können. Mehrere große Laster sind vorgefahren, um den Schutt des Hauses 232 aufzunehmen.
17.20 Uhr: Anwohner verfolgen von der Absperrung aus die Abrissarbeiten. "Die Angst ist nicht mehr so extrem wie am Anfang", berichtet eine Frau. Aber die Koffer, die sie am Tag des Einsturzes auf Anweisung der Feuerwehr vorsorglich gepackt hat, stünden immer noch bereit. "Falls wir doch noch schnell raus müssen."
17.00 Uhr: Die Einsatzkräfte haben mit dem Abriss des einsturzgefährdeten Hauses 232 begonnen. Feuerwehrleute fuhren mit einer Gondel ans Dach und nehmen derzeit Dachziegel ab. Immer noch fahren Wagen der Malteser und anderer Hilfswerke am Seniorenheim vor und bringen Bewohner zurück.
16.40 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma hat in Abstimmung mit dem Krisenstab und den Ratsfraktionen den Juristen Dr. Peter von Blomberg das Mandat eines ehrenamtlichen und unabhängigen Ombudsmanns übertragen. Von Blomberg war 35 Jahre in der Allianzgruppe tätig. Seit 2001 arbeitet er ehrenamtlich für die Antikorruptionsorganisation Transparency International und ist derzeit stellvertretender Vorsitzender der deutschen Sektion der Organisation. Die Aufgabe des Ombudsmanns ist es, die durch Bauschäden, Wohnungsverlust oder anderweitig materiell geschädigten Anwohner der Severinstraße mit dem Ziel einer raschen und unbürokratischen Schadensabwicklung zu unterstützen.
16.20 Uhr: Die Bewohner des evakuierten Altenheims An St. Georg sind wieder da. Während drinnen Kaffee getrunken wird, liefern Autos Wäschesäcke für die Bewohner des Heims an.
16.00 Uhr: In der seit Wochenbeginn wieder zugänglichen Kirche Sankt Georg gedenken zahlreiche Anwohner und Passanten der Folgen des Unglücks.
15.45 Uhr: Der Feuerwehrchef Stephan Neuhoff stellt Vermutungen an, wo der Vermisste sich befinden könnte: "Möglicherweise liegt Khalil G. in dem Schutttrümmertrichter, der bis acht Meter unter die Erde reicht."
15.30 Uhr: Die Stadt Köln will Betriebe am Unglücksort unterstützen. Als erste Maßnahme richtet das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln eine Kontaktstelle vor Ort ein. Von Donnerstag, 14.00 Uhr an, ist für die Anliegen der Geschäftsleute ein Ansprechpartner des Unternehmensservice im Hotel Mercure Severinshof zu erreichen, Telefon 0221/201 30, Fax 0221/201 36 66.
15.25 Uhr: Stephan Neuhoff, Kölns Feuerwehrchef, betont, dass der Vermisste weiter von Einsatzkräften gesucht wird: "Wir suchen den Vermissten, bis wir ihn haben".
15.15 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma hat eine Prüfung veranlasst, ob das Kaiserin-Augusta-Gymnasium und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in den Prioritätenkatalog der Kölner Anmeldungen zum Konjunkturprogramm II einbezogen werden können. Dies hätte eine schnellere und günstigere Finanzierung von Ersatz-, Ergänzungs- und Neubaumaßnahmen zur Folge.
15.00 Uhr: Für das Gebäude, in dem bisher die Kaiserin-Augusta-Schule untergebracht war, werden derzeit mehrere Gutachten erstellt. Jeweils zwei unabhängige Gutachterbüros untersuchen separat die Statik des Schulgebäudes und fertigen zudem jeweils ein Boden-gutachten. Die insgesamt vier Gutachten werden auch geprüft von der Bauaufsicht der Stadt Köln. Die Gutachten sollen in der nächsten Woche vorliegen.
14.15 Uhr: Bekannte und Freunde des Vermissten treffen sich zu kleinen Mahnwachen vor der Unglücksstelle. Vor der Baustelle an der Absperrung hängen Luftballons mit guten Wünschen für den Verschütteten und Plakate.
13.00 Uhr: Ein Bagger wird versetzt, damit das Haus 232 abgerissen werden kann. Der Abriss des Gebäudes kann nach Aussagen des Feuerwehrsprechers bis zu 24 Stunden dauern. In dieser Zeit kann an der Einsturzstelle direkt neben dem Haus 232 nicht gesucht werden. Das Haus 230, in dem der Vermisste sich wahrscheinlich befunden hat, ist aber zum Teil in die U-Bahn-Grube gestürzt. Dort wird weiter nach dem Vermissten gesucht. Spürhunde schlugen dort allerdings nicht an.
12.50 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma will am Mittwoch im Rat eine Vorlage einbringen, dass die U-Bahn-Bauarbeiten vorläufig unterbrochen werden und nur noch Arbeiten gemacht haben, die der Sicherheit dienen. Weiteren Erdaushub hält Schramma für "bedenklich", sagte Schramma an der Unglücksstelle.
12.45 Uhr: Studenten und Dozenten der Archivschule Marburg helfen bei der Rettung wertvoller Dokumente des eingestürzten Kölner Stadtarchivs. "Es ist schon viel gerettet worden", sagte der Leiter der Archivschule, Frank Bischoff. Er selbst habe vor wenigen Stunden eine Reichskammergerichtsakte aus dem 16. oder 17. Jahrhundert in den Händen gehalten, die das Unglück vor einer Woche relativ gut überstanden habe. ´
12.20 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma trifft an der Unglücksstelle ein.
12.00 Uhr: Die Bewohner des Pflegeheims St. Georg kehren in ihr Heim zurück. Wegen des Einsturzes des Stadtarchivs waren sie evakuiert worden. Die Menschen werden mit Hebebühnen aus dem Bus gehoben. Sie freuen sich sichtlich, dass sie wieder in ihre vertrauten Räume gebracht werden.
11.00 Uhr: Die Einsatzkräfte graben und baggern weiter. Auf der südlichen Seite der Unglücksstelle geht die Archivgutsicherung weiter. Auf beiden Seiten haben Passanten Kerzen und Bilder aufgestellt. Fußgänger stehen an den Absperrungen. Sie haben jetzt gute Sicht, weil die Absperrungen näher an der Unglücksstelle sind. Sie unterhalten sich mit Polizisten und machen Fotos mit ihren Kameras.
9.30 Uhr: Der Sprecher der Feuerwehr berichtet, dass die Sucharbeiten im Trümmerkrater des Hauses 230 weiter gehen. Sie sind dabei, den Schutt bis in sechs Meter Tiefe zu durchsuchen. "Tiefer können wir im Moment nicht graben, weil umliegende Häuserteile und Schutt zunächst abgetragen werden müssen.
9.15 Uhr: Teile des Hauses 232 werden weiter abgetragen. Alle persönlichen Gegenstände wurden zuvor herausgeholt. Die Polizei will diese nun an die Bewohner weitergeben. Der Regen ist nach Angaben von Daniel Leupold nicht störend. "Das Hochwasser in der U-Bahn wirkt bei seiner derzeitigen Höhe sogar stabilisierend." Es sind auch wieder Spürhunde im Eisnatz, die aber noch nicht angeschlagen haben.
9.00 Uhr: Die Gebäudetrennwand zwischen dem Haus 220 und 218 ist instabil. Severinstraße 218 wird deshalb im Laufe des Tages abgetragen. Dafür müssen zwei Segmente des Schutzdaches,das die Feuerwehr aufgebaut hatte, um das Archivmaterial vor Regen zu schützen, wieder abgebaut werden. Die umliegenden Gebäude wie St. Georg und das Polizeipräsidium werden laufend auf ihre Stabilität überprüft.
8.30 Uhr: Die Suche nach dem Vermissten geht noch nicht weiter. Die Einsatzkräfte sind gerade dabei, Schutt auf Lastwagen zu laden und in den aufgebaggerten Trümmern mit bloßen Händen nach Archivmaterial zu suchen.
7.46 Uhr: Die Bergungsarbeiten sollen am Mittag fortgesetzt werden. Von Kahlil G. gibt es weiter keine Spur. Am Mittag soll das Haus mit der Nummer 232 abgerissen werden.
7.10 Uhr: In der Nacht zum Dienstag suchten rund 100 Feuerwehrleute und Helfer in den Trümmern des angrenzenden Wohnhauses weiter nach dem 24 Jahre alten Studenten Khalil G. "Wir müssen noch drei Meter graben, bis wir den Kellerboden erreichen", sagte Feuerwehrsprecher Stephan Raphael. Die Bagger seien inzwischen bis auf 5,50 Meter unter Straßenniveau vorgedrungen. Die Spürhunde hätten allerdings am Sonntag zuletzt angeschlagen.
3.44 Uhr: Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk trugen bei der Suche nach dem vermutlich verschüttetem 24-jährigen Studenten auch in der Nacht die Trümmer mit bloßen Händen weg. Nachdem am Montag das Portemonnaie und eine Jacke des jungen Mannes entdeckt worden waren, fanden die Bergungskräfte bislang keine weiteren persönlichen Gegenstände mehr. Es gibt auch keine neuen Hinweise auf den möglichen Aufenthaltsort des Vermissten. Die Chance, ihn lebend zu finden, sei gleich Null, hieß es.
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