Von Bettina Levecke, 11.03.09, 10:33h, aktualisiert 11.03.09, 10:34h
Aus Mann und Frau werden Papa und Mama: „Die Geburt eines Kindes verändert eine Beziehung in vielen Punkten grundlegend“, sagt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg. Wie groß die Veränderung ist, ahnen besonders junge Paare nicht: „Viele haben keinerlei Vorstellung darüber, was auf sie zukommt.“
Grund für Streit und Liebesstress sind unerfüllte Erwartungen. Besonders Männer fühlen sich plötzlich ausgegrenzt. Neben der engen Mutter-Kind-Beziehung empfinden sie sich als das fünfte Rad am Wagen. „Manche haben das Gefühl, ihre Partnerin an das Kind verloren zu haben und sind massiv verletzt“, sagt Henning Matthaei, Paarcoach aus Hamburg, der in Kursen Männer auf „die Zeit danach“ vorbereitet. „Sie vermissen den liebevollen Kontakt zur Partnerin und die Sexualität, die oft zum Erliegen kommt“, sagt auch der Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin.
„Reden Sie nicht nur über Milchbrei und Fläschchen“
In der Folge ziehen sich viele Männer zurück, sind enttäuscht oder beleidigt. „Und stoßen mit diesem Verhalten der Partnerin vor den Kopf“, erklärt Cutner-Oscheja. „Frauen wünschen sich jetzt mehr denn je einen Begleiter, der für sie da ist und sich kümmert.“
Ist das Kind da, müssen Frau und Mann neue Rollen belegen. Immer noch sind es überwiegend Frauen, die zu Hause bleiben und sich um das Baby kümmern. Kein leichter Job, weiß Krüger: „Mütter sind bereits nach wenigen Monaten durch den 24-Stunden-Job ausgelaugt.“ Wenig Schlaf, viel Kindergeschrei, Krankheiten und die ständige Präsenz, die durch das Kind eingefordert wird: „Da kann eine massive Stressatmosphäre entstehen.“
„Paare brauchen jetzt starke Kommunikationsstrukturen“, sagt Cutner-Oscheja. Neben den vielen Fragen, die das Kind betreffen, sollte Platz für persönliche Gespräche bleiben: „Reden Sie nicht nur über Milchbrei und Fläschchen, sondern über sich selbst“, rät Matthaei. „Wie geht es dir?“ - eine fast alltägliche Frage, die in Stresszeiten aber oft zu wenig Raum bekommt. „Es ist wichtig, dass beide Partner sich von ihren Belastungen und Wünschen erzählen“, sagt der Paarcoach. „Nur so können sie schließlich auch erfüllt werden.“
Streitpunkt: Arbeitsteilung
„Sorgen Sie schon in der Schwangerschaft für ein Netzwerk, das Sie regelmäßig entlasten kann“, rät Cutner-Oscheja. Ob Freunde, Nachbarn oder Großeltern: Mindestens einmal pro Woche sollten Paare die Möglichkeit haben, das Baby für ein paar Stunden in vertrauensvolle Hände abzugeben. Das schafft Freiräume für die Beziehung, aber auch für jeden Elternteil selbst: „Jeder darf auch mal was alleine unternehmen können, um neue Kraft zu tanken“, so die Psychologin.
Ein Streitpunkt junger Eltern ist oft die Arbeitsteilung zu Hause. Eine Studie der Bamberger Familienforscher Florian Schulz und Hans-Peter Blossfeld zeigte auf, dass mit der Geburt des ersten Kindes die Beteiligung der Männer im Haushalt drastisch sinkt. „Viele Paare rutschen jetzt in Rollenmuster, die sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen“, erklärt Matthaei. Doch wenn er sich nach der Arbeit direkt aufs Sofa legt, während sie mit Kind und Haushalt im Chaos versinkt, ist Zoff garantiert: „Hier muss ausgehandelt werden, wer für was zuständig ist.“ Und zwar so, dass beide damit zufrieden sind. (dpa)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |