Erstellt 12.03.09, 09:16h, aktualisiert 13.03.09, 00:14h
19:05 Mehr als eine Woche nach dem Einsturz des historischen Stadtarchivs haben Hilfskräfte am Donnerstag eine zweite Leiche aus den Trümmern geborgen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Polizei wahrscheinlich um den 24 Jahre alten Khalil G.. Der Leichnam sei männlich und sehe südländisch aus. "Die Anhaltspunkte sprechen dafür, dass es sich um den zweiten Vermissten handelt", sagte eine Polizeisprecherin am Abend.
17.20: Im Beweissicherungsverfahren um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat das Kölner Landgericht einen Gutachter benannt. Es handelt sich um den Professor für Geotechnik Hans-Georg Kempfert von der Universität Kassel. Kempfert gilt als ausgewiesener Experte und ist auch als Sachverständiger für Geotechnik beim Eisenbahnbundesamt tätig. "Herr Kempfert wird sofort mit seiner Tätigkeit beginnen", sagte ein Sprecher des Kölner Landgerichts am Donnerstag zur Kölner Tageszeitung "Express". Das Beweissicherungsverfahren haben die KVB beantragt.
15.30 Uhr: Im alten Polizeipräsidium am Waidmarkt stellen sich OB Schramma, Stadtdirektor Kahlen und Feuerwehr-Chef Neuhoff der Presse. Auch die Chefin des Stadtarchivs, Schmidt-Czaia, sitzt mit auf dem Podium. Eine Zahl der Feuerwehr: Bislang wurden 3055 Tonnen Schutt von der Einsturzstelle in der Severinstraße abgefahren - das entspricht 233 Lkw-Ladungen.
14.20 Uhr: An der Einsturzstelle ist es derzeit sehr ruhig. In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz von Stadt, Feuerwehr und KVB, auf der über die neuesten Entwicklungen berichtet werden soll.
13.15 Uhr: Wie lange wird die Suche noch dauern? Die Spürhunde haben mehrfach angeschlagen, berichtet ein Feuerwehrsprecher. Noch habe man aber nichts gefunden, fügt er hinzu. Der eine oder andere geht jetzt erst einmal in die wohlverdiente Mittagspause. So verlassen einige Industriekletterer die Unglücksstelle.
12.50 Uhr: Eine Anwohnerin hat für die Feuerwehrleute zwei Bleche mit Kuchen vorbeigebacht und übergibt sie an der Absperrung in Höhe der Kapelle St. Georg. An der Gedenkstelle am Waidmarkt brennen mittlerweile mehr als 50 Grablichter, direkt unter dem anklagenden Transparent mit der Aufschrift "Das riecht doch nach Pfusch".
12.15 Uhr: Oberbürgermeister Fitz Schramma ist für den Mittag an der Baustelle angekündigt, ebenso wie der marrokkanische Generalkonsul. An der Absperrung haben sich trotz des Regens erneut zahlreiche Passanten eingefunden. Darunter befindet sich auch ein junger Mann dessen Freundin beim THW arbeitet. Er habe seine Freundin seit eineinhalb Wochen kaum gesehen und mache sich Sorgen um sie.
11.45 Uhr: Die Polizei ist vorsichtig optimistisch, dass die Einsatzkräfte den Vermissten noch am Donnerstag finden werden. Die Feuerwehr hat die Stelle, wo sie Khalil G. vermutet, weiter eingekreist und sucht nun intensiv am Fundament des eingestürzten Hauses Severinstraße 230. Dies ist das Wohnhaus der beiden Opfer. Nachdem das Haus 232 abgerissen ist, kann an dieser Stelle tiefer und mehr in die Breite gegraben werden.
10.40 Uhr: Der Schuttberg im Bereich vor Haus 230 kann in Abstimmung mit den eingesetzten Statikern zunächst nur bis zu einer Tiefe von circa sechs Metern abgetragen werden. Durch die damit verbundene Abflachung des Schutttrichters kann sich die Suche dann wieder auf den Bereich unmittelbar vor der Schlitzwand konzentrieren. Dort könnte der Vermisste laut Feuerwehrchef Stephan Neuhoff in einer Tiefe unterhalb der bisher freigelegten sechs Meter.
9.30 Uhr: Die Suche konzentriert sich derzeit auf den westlichen Teil des Schuttberges vor dem ehemaligen Haus Severinstraße 230; dies ist das Wohnhaus des Vermissten. Dort arbeiten die Einsatzkräfte in einer Tiefe von rund 1,5 Metern. Drei Suchhunde sind aktuell auf dem Suchgelände im Einsatz. Das „Anschlagen“ eines Hundes und damit der Hinweis auf einen Fund wurde durch einen weiteren Suchgang eines zweiten Suchhundes nicht bestätigt.
8.15 Uhr: Spürhunde haben nach Angaben der Feuerwehr die Kellerdecke eines eingestürzten Hauses in der Baugrube durchsucht. Nach wie vor gebe es aber keinerleiHinweise darauf, wo der Vermisste liegen könnte.
4. 00 Uhr : Früher als geplant kann die Feuerwehr, unterstützt von über 60 Helfern des Technischen Hilfswerks, die Suche nach dem unter den Trümmern vermuteten 24-jährigen Designstudenten wieder aufnehmen. In der Nacht ist außerdem Archivmaterial feuerfest abgedeckt worden, weil am Morgen Stahlträger zerschnitten werden sollten.
Stadtarchiv: Khalil war auf der Stelle tot
Stadtarchiv: Gedenkminute für die Opfer
Kommentar zur Sondersitzung des Rates: Recht auf Information
Unglück: Alle Bilder zum Einsturz des Archivs
Bildergalerie: Arbeiten eine Woche nach dem Einsturz
Die Hoffnung stirbt zuletzt
12.03.2009 | 19.55 Uhr | Voice6479
Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, doch nun scheint sich unser Wunsch nach einem Wunder von Köln nicht meht zu erfüllen.Unser Mitgefühl an die…
Hoffentlich die "letzte Leiche"
12.03.2009 | 19.16 Uhr | Steam2020
Hoffentlich ist er es, und auch die letzte Leiche die in dem Schutthaufen gefunden wird.
Dann wäre es tatsächlich ein Wunder das nicht mehr zu…
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