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Umwelthormone

Mineralwasser mit Östrogen belastet

Erstellt 13.03.09, 10:00h, aktualisiert 13.03.09, 11:44h

Wissenschaftler der Uni Frankfurt haben in vielen Mineralwassern Stoffe mit hormoneller Wirkung nachgewiesen. Das zeigt: Die sogenannten Umwelthormone sind mittlerweile weit verbreitet. Oft hängt das mit der Verpackung zusammen.

Umwelthormone im Mineralwasser
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Über das Wasser gelangen die Umwelthormone in den Stoffwechsel. (Bild: dpa)
Umwelthormone im Mineralwasser
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Über das Wasser gelangen die Umwelthormone in den Stoffwechsel. (Bild: dpa)
Viele Mineralwassersorten enthalten Angaben von Franfurter Forschern zufolge Stoffe mit hormoneller Wirkung. Die sogenannten Umwelthormone konnten in einer Untersuchung des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Frankfurter Universität bei 12 von 20 Mineralwassermarken nachgewiesen werden. Leitungswasser, das die Forscher zum Vergleich heranzogen, habe geringere Belastungen aufgewiesen. Forscher Martin Wagner betonte, dass die vorliegenden Ergebnisse nicht bedeuteteten, dass von Mineralwasser eine Gefahr für die Gesundheit ausgehe.

Darüber hinaus konnte mit der Versuchsreihe nachgewiesen werden, dass ein Teil der Umwelthormone aus der Kunststoffverpackung stammt. Dafür haben die Forscher Mineralwasser aus Glas- und Plastikflaschen miteinander verglichen. „Wir konnten zeigen, dass die östrogene Belastung in Wasser aus PET-Flaschen etwa doppelt so hoch ist wie in Wasser aus Glasflaschen“, sagte Wagner. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Auslaugen von Zusatzstoffen wie zum Beispiel Weichmachern aus den PET-Flaschen dafür verantwortlich ist.

Im Schnitt 18 Nanogramm Östrogen pro Liter

Für das Projekt hatten die Forscher die sogenannte Östrogenaktivität von Mineralwasser mit einem genetisch veränderten Hefestamm untersucht. „Enthält das Wasser Umwelthormone, die dem weiblichen Sexualhormon ähneln, können wir deren Bindung an den menschlichen Östrogenrezeptor messen“, sagte Wagner. „So konnten wir Aussagen über die hormonelle Belastung des Mineralwassers treffen.“ Hochgerechnet habe die Belastung im Schnitt bei 18 Nanogramm (Milliardstel Gramm) sogenannter Östradiol-Äquivalente pro Liter gelegen. Dies sei zwar ein vergleichsweise geringer Wert, allerdings können Hormone auch schon in kleinen Dosen wirksam sein.

Welche Substanzen genau für die hormonelle Belastung verantwortlich sind, ist noch nicht geklärt. Für aas Frankfurter Team schließt sich nun die Identifizierung der Hormone an. (dpa/tis)



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