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Georg Quander

Neues Stadtarchiv erst in fünf Jahren

Erstellt 15.03.09, 11:04h, aktualisiert 19.03.09, 12:08h

Kölns Kulturdezernent Georg Quander rechnet damit, dass Köln frühestens in fünf Jahren wieder ein neues Stadtarchiv haben wird. Am Samstagnachmittag besuchte er die Unglücksstelle in der Severinstraße - und zeigte sich erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung.

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Georg Quander. (Bild: Archiv)
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Georg Quander. (Bild: Archiv)
Köln - Ein neues Stadtarchiv in Köln könnte es nach Einschätzung von Kulturdezernent Georg Quander erst in fünf Jahren geben. Zunächst müsse ein Standort für den Bau gefunden werden, sagte Quander am Wochenende. "Wenn das neue Gebäude steht, muss es erstmal zwei Jahre durchgeheizt werden, damit die Wände so trocken sind, dass sie keine Feuchtigkeit an die Archivalien abgeben." Er rechne insgesamt mit fünf Jahren.

Quander besuchte am Samstagnachmittag gemeinsam mit dem Direktor der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek, Michael Knoche, die Unglücksstelle. Bei einem Brand in der Bibliothek waren 2004 rund 50.000 historische Bücher vernichtet worden, unter anderem durch Löschwasser. Gerettet werden konnten etwa 50.000 Bände, darunter eine Lutherbibel von 1534. "Wasser ist auch für uns ein großes Problem", sagte Quander. Viele Archivalien lägen jetzt seit fast zwei Wochen im Grundwasser und seien wohl "unrettbar verloren".

Die Direktorin des Kölner Stadtarchivs, Bettina Schmidt-Czaia, verwies darauf, dass die Bergung der Archivalien noch immer gefährlich sei, weil ständig die Gefahr bestehe, dass Schutt ins Rutschen komme. Die Bergung werde noch mindestens sechs Monate dauern. Eine großen Hilfe sei jedoch das provisorische Holzdach über dem Trümmerfeld. Seitenwände sollen die Unglücksstelle künftig auch vor schräg einfallendem Regen schützen.

Knoche lobte den "großartigen Geist der Zusammenarbeit zwischen Archivaren, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, den ich hier vorgefunden habe". Er werde es möglich machen, "Substanzielles zu retten". Knoche erinnerte daran, dass die Helfer nach dem Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek Glück mit dem Wetter gehabt hätten: "Damals herrschte strahlender Sonnenschein." Nach dem Brand in Weimar wurden viele durchnässte Bücher im Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig bei minus 20 Grad tiefgefroren. Bis 2015 soll ihre Restaurierung abgeschlossen sein.

Schmidt-Czaia sprach ein ganz anderes Problem an, das sich nun ergebe: "Viele Wissenschaftler, denen wir auf Anfrage mal Kopien unserer Archivalien zugesandt haben, stellen diese Kopien ins Internet, um sie nach der Katastrophe anderen zugänglich zu machen", erläuterte sie. Das verletze jedoch Copyright-Rechte. "Besser wäre es, uns diese Kopien zur Verfügung zu stellen", appellierte die Archiv-Direktorin an die Forscher. (epd)



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