Von Matthias Pesch und Peter Berger, 15.03.09, 18:03h, aktualisiert 19.03.09, 11:58h
Diese Auskunft nährt den bereits mehrfach geäußerten Verdacht, dass der Einsturz des Archivgebäudes durch Probleme mit dem Grundwasser verursacht wurde. Dass nämlich durch das permanente Abpumpen über einen längeren Zeitraum möglicherweise mit dem Wasser auch Erdreich weggeschwemmt, dadurch der Untergrund instabil und dem Gebäude „quasi der Boden entzogen“ wurde. Ob das so ist und ob das Unglück im Zusammenhang mit den zusätzlichen Brunnen und den abgepumpten Wassermengen steht, darüber wollten gestern weder Bredehorst noch KVB-Vorstand Walter Reinarz spekulieren: „Das wird jetzt ein unabhängiger Sachverständiger prüfen“, so Reinarz.
Von den Verstößen gegen die Auflagen der so genannten „wasserrechtlichen Erlaubnis“ wissen Stadt und KVB nach eigenen Angaben seit vergangenen Donnerstag. Bredehorst hatte sich, nachdem sie im „Kölner Stadt-Anzeiger“ von möglichen Problemen mit der Grundwasserhaltung gelesen hatte, von der zuständigen Arbeitsgemeinschaft (Arge) unter Federführung der Bilfinger Berger AG die „Brunnen-Tagebücher“ kommen lassen. Daraus geht laut Bredehorst hervor, dass die Firmen am Waidmarkt statt der genehmigten vier zuletzt 15 Brunnen in Betrieb hatten - und dass statt der erlaubten 450 Kubikmeter pro Stunde bis zu 750 Kubikmeter (am 21. Februar) abgepumpt wurden. „Das hätte uns in jedem Fall angezeigt werden müssen“, sagte Bredhorst. Auch in der Baustelle am Heumarkt gab es drei Brunnen mehr als erlaubt - dort sei aber nicht mehr Wasser abgepumpt worden. Nach Auskunft von Experten ist weniger die größere Zahl der Brunnen als vielmehr die zusätzliche Wassermenge problematisch.
Ist die Einhaltung der Auflagen durch die Firmen nicht kontrolliert worden? „Wir hatten keine Veranlassung dazu“, sagte Bredehorst. Die von der Stadt erteilte wasserrechtliche Erlaubnis beziehe sich nur auf Umweltaspekte, auf die Grundwassersituation außerhalb der Baustelle. Jedes halbe Jahr habe die Arge der Stadt Bericht erstattet, allerdings nur über die Qualität des abgepumpten Grundwassers. Die Bezirksregierung sei vierteljährlich über den Grundwasserpegel informiert worden. „Das ist das übliche Verfahren, das wird bei renommierten Firmen so gemacht“, sagte Bredehorst. Bür die Einhaltung der Auflagen sei die Arge verantwortlich, so Reinarz.
Im Gegensatz zur Stadt wussten KVB-Vorstand und -Aufsichtsrat, dass in der Baugrube zusätzliche Brunnen eingebaut werden sollten.
In der Aufsichtsratssitzung am 8. Dezember habe es eine 21-seitige Power Point-Präsentation der KVB über den Stand der Bauarbeiten bei der Nord-Süd-Stadtbahn gegeben, so Aufsichtsratsmitglied Karsten Möring (CDU). Aus Zeitgründen habe man darauf verzichtet, sie anzusehen. Sie sei dem Protokoll beigefügt worden. Auf dem Chart zum „Gleiswechsel Waidmarkt“ heißt es dort wörtlich: „Zurzeit Betrieb und Wartung der Grundwasserhaltung. Herstellung der zusätzlichen Tertiärbrunnen. Aushub und Rohbauarbeiten für die Herstellung der Zwischendecke.“ Über mögliche Mehrkosten-Anzeigen durch die Firmen sei in dieser Sitzung nicht gesprochen worden.
Diese Mehrkosten-Anzeigen durch die Baufirmen lagen aber laut Reinarz vor. Die Notwendigkeit für die zusätzlichen Brunnen sei vom Erdbaulaboratorium Essen geprüft worden. Es habe für die KVB keinerlei Hinweis über Probleme mit der Wasserhaltung gegeben. Martin Büllesbach, Sprecher von Bilfinger Berger, konnte sich noch nicht zu den Vorwürfen äußern.
d'accord j.power
17.03.2009 | 09.53 Uhr | bero
alles, nur nicht die stereotype und anödende Wiederholung der sattsam bekannten Parolen interessierter Kreise. Auf dieser Plattform können wir…
@bero & zebingkaelche
17.03.2009 | 09.39 Uhr | j.power
fechtet eure Sträußchen doch bitte woanders aus. Persönliche Angiftungen sind hier wirklich fehl am Platz.
Es ist doch schon peinlich genug, wenn…
wer?
17.03.2009 | 09.30 Uhr | bero
ach nee, vielleicht die autonomen Westentaschenrevoluzzer? Jungs auswandern ist die Parole.
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