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Ambiente

Feng-Shui ins Büro

Von Susanne Hengesbach, 20.03.09, 15:32h, aktualisiert 20.03.09, 15:36h

Birgit X. Fischer hat ihr Hobby Feng-Shui zu ihrem Beruf gemacht. Die Einrichtung des Arbeitsplatzes oder privaten Umfeldes nach fernöstlichen Prinzipien ist ihr Thema. Dass viele Feng-Shui für Unfug halten, stört sie nicht.

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Birgit X. Fischer hat ein Faible für Feng-Shui. (Bild: Grönert)
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Birgit X. Fischer hat ein Faible für Feng-Shui. (Bild: Grönert)
Ich könnte mir vorstellen, dass manche Leser nach der Lektüre dieses Berichts ihren Arbeitsplatz oder ihr privates Umfeld erst mal mit anderen Augen sehen. Sie werden vielleicht aufmerksamer hinschauen und an der ein oder anderen Stelle entweder innerlich mit dem Kopf schütteln oder zufrieden lächeln. Wobei ich fürchte, dass die, die lächeln, in der Minderzahl bleiben, weil das, was uns in der Regel nicht so beschaffen ist, wie es sein sollte. Das zumindest behauptet die Frau, die mir heute gegenübersitzt: Birgit X. Fischer.

"Feng Shui Consulting" ist einer der Tätigkeitsbereiche der Kerpenerin, die nach eigener Erzählung schon sehr früh eine Affinität zu China spürte, im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal dorthin reiste, sich hernach mit Tai-Chi und Qigong beschäftigte, bis "irgendwann Feng-Shui meinen Weg crosste". Es dauerte zwar noch eine ganze Weile, bis sie ihr Hobby zum Beruf machte und die Agentur für Kommunikation hinter sich ließ. Dafür werde ihr heute immer wieder gespiegelt: "Man spürt, dass Du das, was Du tust, mit Begeisterung tust."

Ihre Begeisterung spüre auch ich; aber ich bin mir sicher, dass viele Zeitgenossen Feng-Shui für blanken Unfug halten. Fischer weiß das, lässt sich dadurch aber nicht von ihrer Überzeugung abbringen. "Jeder, der erfolgreich sein will, leistet sich heutzutage einen Coach. Warum nicht auch einen fürs Ambiente?" Was spricht dagegen, "die Kräfte der Natur und die Energie eines Ortes mit einem selbst in Einklang zu bringen und damit in Fluss zu kommen?"

Ob Menschen motiviert und leistungsfähig sind, habe nicht zuletzt mit dem Raumklima zu tun, meint Fischer. "Ganz schrecklich" ist aus ihrer Sicht zum Beispiel, wenn sich Menschen im Büro gegenübersitzen. "Menschen brauchen zunächst mal eine Umgebung, in der sie sich sicher fühlen können." Fischer ist eine Gegnerin von Grau und Weiß - auch wenn das die Struktur erhöhe. Sie plädiert für bunt, "weil die Natur bunt ist", für Umgebungen, die uns Raum lassen.

"Wir haben alles in gerader Linie, wir haben keine Plätze mehr, wo sich das Qi - die Energie - sammeln kann", behauptet Fischer und erinnert an Orte wie Florenz oder Rom, wo die Plätze aus ebendiesem Grund eine geradezu magische Anziehungskraft auf die Menschen ausüben. "Als Feng-Shui-Frau kann ich dem Speer nur Recht geben", sagt Fischer hinsichtlich der hiesigen Platz-Situation. "Köln hat so einen Fluss-Charakter, und die Menschen hier haben den auch. Das ist etwas ganz Besonderes."

"Und dem stehen unsere Arbeitswelten entgegen?", frage ich. - Sie nickt. "Ja, das ist leider so, weil viele Unternehmen nicht auf ihre Mitarbeiter achten", deren Ressourcen nicht optimal nutzten - dahingehend, wie sie aufs Leichteste erfolgreich sein können. Bedauerlicherweise werde "leicht" immer mit "faul" assoziiert, was dazu führe, dass die Menschen mit angespannten Gesichtern und versteiftem Rücken bei der Arbeit säßen, "also genau in der Haltung, in der sie nachweislich am uneffektivsten sind. Das sind Faktoren, die leider total unterschätzt werden."



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