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Ministerin Aigner

„Hartz IV reicht für gesundes Essen“

Erstellt 21.03.09, 09:31h, aktualisiert 21.03.09, 09:37h

Im Gegensatz zu Ärzten und Gewerkschaftern hält die Verbraucherministerin den Hartz-IV-Satz für eine gesunde Ernährung für ausreichend. Das Problem in den Familien sei oft nicht ein Mangel an Geld, sondern an Kochkenntnissen.

Grüne Woche/Aigner
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Prost! Bundesagrarministerin Ilse Aigner auf der "Grünen Woche". (Bild: dpa)
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Prost! Bundesagrarministerin Ilse Aigner auf der "Grünen Woche". (Bild: dpa)
BERLIN - Auch Hartz-IV-Empfänger können nach Ansicht von Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) ihre Kinder gesund und vollwertig ernähren. Der ALG-II-Regelsatz für Kinder reiche hierfür aus, sagte die Bundesernährungsministerin dem epd in Berlin. Ernährungswissenschaftler, Mediziner und Gewerkschaftsvertreter gehen dagegen davon aus, dass das Arbeitslosengeld II für eine gute tägliche Essensversorgung zu niedrig bemessen ist.

Zu geringes Kochwissen

Zwar seien besonders ärmere Kinder oder Migranten-Kinder in Deutschland übergewichtig, räumte Aigner ein. Das liege aber nicht daran, dass der Staat zu wenig Geld für gutes Essen gebe, sondern an lückenhaften Kochkenntnissen und zu geringem Wissen über Nahrungsmittel.

Angesichts von Übergewicht und oft falscher Ernährung sprach sie sich dafür aus, dem Essen im Schulunterricht mehr Bedeutung zu geben. Die Erziehung zum Umgang mit Lebensmitteln müsse "ein selbstverständlicher Teil des Lernens in Kindergärten und Schulen" werden, sagte sie. Dazu gehöre auch das Kochen. Die Kinder müssten hier lernen, was ihnen ihr Elternhaus nicht vermittele.

Absage an "Ampel"-Kennzeichnung

Zur Forderung von Ärzten und Verbraucherschützern nach einer "Ampel"-Kennzeichnung für Lebensmittel sagte die Ministerin, die Ursache für Übergewicht könne nicht einzig und allein auf die Form der Kennzeichnung zurückgeführt werden. Das derzeit in Deutschland praktizierte "1 plus 4"-Modell zur Nährwertinformation sollte das künftig europaweit verpflichtende Kennzeichnungsmodell werden, empfahl sie. Dabei werden Brennwert sowie Gehalt an Fett, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz angegeben.

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments wollte sich ursprünglich Ende März mit der Lebensmittel-Kennzeichnung befassen, das EU-Parlament im Mai. Nach Protesten aus der Industrie sollen die Brüsseler Pläne allerdings nochmals überarbeitet und ihre Umsetzung verschoben werden. (epd)



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