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Iranischer Funktionär

„Erst die Bombe, dann Dialog“

Erstellt 27.03.09, 10:11h, aktualisiert 27.03.09, 10:17h

Ein Mitglied des iranischen Establishments hat sich in einem Interview ungewöhnlich offen zu den atomaren Plänen seines Regimes bekannt. Beziehungen mit den USA werde man erst dann haben, wenn Teheran Atombomben hat.

Screenshot Shabestan
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Screenshot der Meldung von Shabestan. (Bild: ksta)
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Screenshot der Meldung von Shabestan. (Bild: ksta)
Laut einer Meldung der iranischen Agentur Shabestan hat der Generalsekretär der iranischen Hisbollah, Ajatolla Seyyed Mohammad Baqer Kharazi, normale Beziehungen zu den Vereinigten Staaten in einen direkten Zusammenhang mit dem Atomprogramm gebracht. Demnach sagte Kharazi, der Iran werde erst einen Dialog mit den USA aufnehmen, wenn er im Besitz der Atombombe sei.

Wörtlich fügte der Funktionär laut Shabestan hinzu: „Wenn es nicht erlaubt ist, Atombomben zu haben, dann darf man auch keine Verbindungen (Beziehung) haben. Und wenn wir Verbindungen (Beziehungen) haben müssen, dann brauchen wir auch eine Atombombe.“ Der Iran wird von den westlichen Staaten, dem UN-Sicherheitsrat sowie den meisten arabischen Staaten verdächtigt, ein illegales Nuklearprogramm mit dem Ziel der Atombombe zu unterhalten. Der Iran weist diesen Vorwurf seit Jahren zurück.

Israel: Iran technologisch zur Atombombe bereit

Nach Angaben des israelischen Geheimdienstes hat der Iran die "technologische Schwelle" zur Herstellung von Atomwaffen inzwischen überschritten. Der tatsächliche Bau einer Atombombe hänge nun "vor allem von politischen Entscheidungen des Irans ab", hatte der Chef des Militärgeheimdienstes, Amos Yadlin, nach israelischen Medienberichten am Mittwoch vor einem Sicherheits-Ausschuss des Parlaments gesagt. Derzeit liege es aber nicht im Interesse Teherans, durch einen solchen Schritt den Atomwaffensperrvertrag zu verletzen.

Die Strategie der iranischen Führung sei es, sich dem Atomwaffenbau langsam anzunähern, jedoch kurz davor einzuhalten, um nicht einer Vertragsverletzung beschuldigt werden zu können, sagte der Geheimdienstchef. So könnte - sollte es eine politische Entscheidung für eine Atombombe geben - der Bau rasch umgesetzt werden.

Die Aussage Kharazis, der einer regimetreuen Organisation vorsteht, ist insofern besonders brisant. Die Meldung erschien auf der Website der vor allem auf religiöse Nachrichten spezialisierten Agentur knapp eine Woche vor der Grußbotschaft des amerikanischen Präsidenten Barack Obama an das iranische Volk.

In seiner Ansprache hatte Obama dem Iran erstmals seit der islamischen Revolution vor 30 Jahren offizielle Beziehungen in Aussicht gestellt. Die Friedensbotschaft hatte vor allem unter den iranischen Bürgern Freude ausgelöst, die der ständigen Propanda des Regimes gegen die USA und den Westen müde sind. Irans Führung reagierte allerdings abweisend.

Kühle Reaktion auf Obamas Offensive

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatolla Ali Khamenei, hatte in einer TV-Ansprache einen radikalen Politikwechsel der USA verlangt, bevor man auf das Dialogangebot eingehe. "Wenn Sie Ihre Haltung ändern, werden wir unsere Haltung ändern." Bislang aber sei dies nicht zu erkennen. "Haben Sie die Sanktionen aufgehoben? Haben Sie aufgehört, das zionistische Regime zu unterstützen? Sagen Sie uns, was Sie geändert haben. Ein Wandel nur in Worten ist nicht genug."

Auch Präsident Mahmud Ahmadinedschad ließ erklären, den Ankündigungen müssten Taten folgen. Die US-Regierung müsse ihre Fehler der Vergangenheit anerkennen, dann werde die iranische Regierung Obama nicht den Rücken zuwenden, sagte ein Präsidentensprecher. Die USA und der Iran hatten ihre diplomatischen Beziehungen im Jahr 1980 nach der islamischen Revolution und der Geiselnahme von US-Diplomaten in Teheran abgebrochen. Seit 1995 haben die USA Teheran mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt. (ksta mit afp, dpa)



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