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Wahl-Umfrage Köln

Absolute Mehrheit für Rot-Grün

Von Matthias Pesch, 29.03.09, 20:43h, aktualisiert 30.03.09, 09:50h

Herausforderer Jürgen Roters hätte in der OB-Wahl mehr Stimmen bekommen als Amtsinhaber Fritz Schramma. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hervor. 1000 Kölner wurden befragt.

Rosenmontagszug
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Einen Wahlkampf zwischen Fritz Schramma und Jürgen Roters, hier als Pappkameraden im Rosenmontagszug, wird es nicht geben. (Bild: Stefan Worring)
Rosenmontagszug
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Einen Wahlkampf zwischen Fritz Schramma und Jürgen Roters, hier als Pappkameraden im Rosenmontagszug, wird es nicht geben. (Bild: Stefan Worring)
Fünf Monate vor der Kommunalwahl liegen SPD und Grüne in Köln mit klarer absoluter Mehrheit vorn. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Omniquest für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und den „Express“ kommen die Sozialdemokraten in der größten Stadt des Landes auf 35,1 Prozent der Stimmen, die Grünen auf 19,6 Prozent. Für die CDU votieren 26,1 Prozent der Befragten, für die FDP 10,6 Prozent. Für die rechtsextreme Gruppierung „Pro Köln“ sprachen sich 1,9 Prozent der Befragten aus. Auf das Kölner Bürger Bündnis entfielen 0,9 Prozent, auf andere Parteien 2,3 Prozent.

Die Befragung von 1000 wahlberechtigten Kölnern ab 16 Jahren fand vom 24. bis 26. März statt, also vor der Ankündigung von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), im August nicht mehr erneut für das Amt zu kandidieren. Schramma kommt in der Umfrage noch auf 37,6 Prozent, der ehemalige Kölner Polizei- und Regierungspräsident Jürgen Roters (SPD), der für SPD und Grüne antritt, vereint 50 Prozent der Stimmen auf sich.

Aufschlussreich sind die Umfrageergebnisse aus einzelnen Stadtbezirken. Während die beiden großen Parteien SPD (25,1 Prozent) und CDU (15,1 Prozent) in der Innenstadt ihre mit Abstand schlechtesten Ergebnisse einfahren, liegen die Grünen dort mit 38,9 Prozent mit weitem Abstand vorne. Die CDU holt in Porz mit 39,1 Prozent ihr bestes Resultat, gefolgt von Chorweiler (31,7). Für die SPD ist Chorweiler mit 44,6 Prozent der stärkste Bezirk, Nippes folgt mit 40,4 Prozent. In Chorweiler holen die Grünen dagegen nur 4,1 Prozent. Die FDP liegt in Rodenkirchen mit 21,2 Prozent weit über ihrem stadtweiten Ergebnis, muss sich in Chorweiler dagegen mit 3,4 Prozent begnügen.

Ein klares Ergebnis hätte laut Umfrage die Oberbürgermeisterwahl ergeben: Jürgen Roters, Kandidat von SPD und Grünen, hätte sich mit 50 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Schramma (37,6) durchgesetzt. FDP-Bewerber Ralph Sterck wäre demnach auf 5,3 Prozent der Stimmen gekommen, 7,1 Prozent der Wähler hätten sich für andere Kandidaten ausgesprochen. Schramma hätte in Porz (48,9) und Chorweiler (46,5) seine besten Ergebnisse geholt und wäre in der Innenstadt lediglich auf 21,7 Prozent gekommen. Dort wäre Roters bei 64,6 Prozent gelandet, in Rodenkirchen lediglich bei 37,4 Prozent. Sterck wäre in Rodenkirchen (10,8 Prozent) besonders erfolgreich gewesen, in Chorweiler hätten nur 1,2 Prozent für den FDP-Fraktionschef gestimmt.

Für die Amtsführung von Oberbürgermeister Schramma vergeben nur 15,4 Prozent der Befragten die Note eins oder zwei; mit mangelhaft oder ungenügend bewerten 20 Prozent die Art und Weise, wie Schramma die Stadt führt. 37,7 Prozent vergeben die Note drei, von 22,1 Prozent bekommt der OB eine vier.

25,8 Prozent der Befragten nannten Schramma einen guten OB, 31 Prozent würden das von Roters sagen. Bei den Sympathiewerten schlägt Schramma (29,7) den Kandidaten von SPD und Grünen (21,1), noch deutlicher hat er in Sachen Volkstümlichkeit (62,1 zu 4,6 Prozent) die Nase vorn. Und auch auf die Frage, wer die Stadt wirtschaftlich weiterbringe, trauen die Kölner Schramma (23,3) mehr zu als Roters (19). Bei drei Eigenschaften dagegen schneidet Roters besser ab: Führungsstärke (29,8 zu 20,8), Kompetenz (30 zu 18,6) und Vertrauenswürdigkeit (27,1 zu 19,1).

Während die Befragten mehrheitlich Schramma für den besseren Repräsentanten halten, gilt Roters als der bessere Verwaltungschef. Er wird auch für geeigneter gehalten, Reformen umzusetzen und die Stadt fit für die Zukunft zu machen.

Das Krisenmanagement nach dem Einsturz des Stadtarchivs bewerten die Kölner sehr unterschiedlich. 56 Prozent halten das Verhalten der KVB für mangelhaft oder ungenügend, nur 25,9 Prozent sagen das von der Stadt Köln. Herausragende Noten bekommen Feuerwehr und Technisches Hilfswerk.



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