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Wanderroute 277

Tippeltour durchs Tal der Narzissen

Von Peter Squentz, 06.04.09, 21:03h, aktualisiert 28.07.09, 14:57h

Wenn im Perlenbachtal der Frühling beginnt, ist das unübersehbar. Dann blühen im deutsch-belgischen Grenzgebiet die wilden Narzissen, dicht an dicht, wie riesige gelbe Teppiche. Die 277. Tippeltour führt genau hindurch.

Tippeltour 277
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Blick über den Naturpark im deutsch-belgischen Grenzgebiet. (Bild: Squentz)
Tippeltour 277
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Blick über den Naturpark im deutsch-belgischen Grenzgebiet. (Bild: Squentz)
Wilde Narzissen
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Überall im Perlenbachtal wachsen die wilden Narzissen. (Bild: Squentz)
Anfahrtsskizze
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Anfahrtsskizze nach Monschau.
Wilde Narzissen
Anfahrtsskizze
Das alte Bauerngut „Gut Heistert“ ist heute ein Hotel und ein beliebtes Restaurant, hart am Rand der Welt, zumindest wo sie Deutsch spricht. Von hier aus lässt sich herrlich wandern, und vor allem im April, wenn in den Wiesentälern um den Perlenbach die heimischen Narzissen blühen, die wilden, also echten, machen sich hier mehr Besucher auf den Weg, als im Gastraum Plätze wären.

Vor dem Gasthaus stehend, im Rücken den Hinweis auf die „Rundwanderwege Schwalmbachtal“, gehen wir nach rechts, dann gleich nach links und auf den Wald zu (mit Weg „63“). Dort gabelt sich der Weg, wir gehen links und nach 150 Metern über ein Wegedreieck hinweg. Bei einer Holzbank kreuzen wir einen Asphaltweg und steigen auf dem schmalen Waldweg weiterhin bergab. Vor einer kleinen Gruppe von Teichen und einem Holzhaus knickt der Pfad nun scharf nach rechts und bringt uns, 200 Meter weit, am Waldrand in das Tal des Perlenbachs.

Kleine Brücke über den Bach

Hier verlassen wir Weg „63“, der nach links schwenkt, biegen statt dessen nach rechts ab und gehen das kleine Stück bis an die Brücke „Unterer Steg“ mit vielen Wegen. Rechts, im Sumpf, entdecken wir die ersten leuchtenden Narzissen. Wir überqueren den Bach, steigen mit dem Fahrweg an und halten uns dann gleich links, um nun für lange Zeit dem Perlenbach am Rand der Au zu folgen. Die Uferwiesen sind noch blass, im Wasser schimmern grün und braun die Steine.

Bereits im Mittelalter waren die Täler gerodet, weil man hier gutes Heu gewinnen konnte. Nach dem Winter wurden die Bäche vereinzelt gestaut oder über sogenannte „Flüchsgräben“ durch die Wiesen geführt, um mit dem schwebstoffreichen Bachwasser den Mähwiesen ein wenig Dünger zuzuführen. Und schon damals waren die Narzissen die ersten Blütenpflanzen jedes Jahr. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg pflanzten viele Bauern Fichtenwald, um Holz zu Geld zu machen.

Bunte Apothekerwiesen

So verschwanden die Narzissen, und mit ihnen Bärwurz, Flockenblume, das gefleckte Knabenkraut, der Waldstorchschnabel, die Teufelskralle wie der Teufelsabbiss. Die Vielfalt bunter Apothekerwiesen wich vor der Monokultur - bis man daranging, die Fichtenwälder wieder abzuräumen und die Wiesen neu zu beleben. Knapp einen halben Kilometer nach dem „Unteren Steg“ überqueren wir auf einem neuen Brückchen einen Zulauf in den Perlenbach, der bald darauf der Höhe scharf nach links ausweicht, abermals 250 Meter weiter wieder rechts und dann für eine Zeit lang bequem durch eine weite Wiese läuft. Jenseits der Wiese führt ein Stück über den Perlenbach, ehe ein Gewässer mit dem heiklen Namen Afterbach sich, buchstäblich gefasst, dem Perlenbach ergibt. Unser Weg steigt hier noch einmal in der Böschung an, läuft durch ein Stück Fichtenholz, und vereinigt sich dann, etwa einen Kilometer nach der breiten Uferwiese, mit dem festen Weg („63“), der von der Böschung über uns herabsteigt. So erreichen wir die Einmündung des Fuhrtsbach in den Perlenbach. Links lockt in 300 Metern die „Höfener Mühle“. Ob mit, ob ohne Rast: Wir wandern nun den Bach hinauf, anfangs auf der wilden, seiner rechten Seite. Bei nasser Witterung wäre gleich der breite, feste Weg am anderen Ufer vorzuziehen.

Für den ersten halben Kilometer ist das Bachtal schmal, die Böschung steil, dann wenden sich die Wege links, weil der Bach hier nun von Ost nach West verläuft, und das Tal wird breiter. Bald nach dieser Biegung kommt von oberhalb Weg „71“ im Zickzack herab und markiert fortan den Uferweg. Rund 250 Meter später steigen wir auf einem deutlichen Pfad in der Böschung hinab, queren die Narzissenwiese, wo neben einem Zulauf ein geländerloser Holzsteg den Fuhrtsbach überbrückt, steigen in der felsigen Böschung auf und folgen nun dem breitem Weg nach links (weiterhin „71“ und Winkel des Eifelvereins).

Moorbirken dicht wie gestaffelte Besen

Nach gut 300 Metern kommen wir an einer Blockhütte vorüber, und 150 Meter weiter stehen wir erneut an einem großen Wegekreuz. Links führt der Weg nach Alzen, spitzwinklig rechts schon nach Gut Heistert. Wir aber wandern weiter geradeaus mit dem Winkel des Eifelvereins und dem weiß-roten Balken des belgischen Wanderwegs GR 56. Der Weg steigt vorerst stetig an. Oben finden wir im Rücken einer Bank das nächste Ziel: „Antoniusbrücke 1,2 km“. Zur Linken endlose Narzissenwiesen, am Fuhrtsbach Moorbirken dicht wie gestaffelte Besen.

Wir erreichen die Höhe 550, dann fällt der Weg ein wenig ab und nähert sich wieder dem Bachtal. 400 Meter vor der Antoniusbrücke steht wieder eine Bank mit Inschrift. Am Ende schwenkt der Weg nach rechts und bringt uns endlich an den Wald. Hier gehen wir nach links („61“) und stehen dann am Knotenpunkt 41 des Aachener Radwanderwegesystems vor einem dunklen Lagerhaus im Wald. Rechts führt nun der „Narzissenweg“ zurück. Wir aber haben einen Umweg vor und gehen durch die Eisenschranke links mit „61“, nur 50 Meter weit und gleich schon wieder spitzwinklig nach rechts („Hellenthal 18 km“), abermals mit einer Schranke.

Goldhähnchen, Zilpzalp und Zaunkönig

Nach 200 Metern gabelt der Weg sich wieder und verlässt uns geradeaus. Wir steigen halbrechts dem frischen Wind entgegen. Goldhähnchen, Zilpzalp, auch ein Zaunkönig im Wald zur Linken lassen sich vernehmen. Nach 750 Metern zweigt bei einem Teich ein Weg nach rechts ab. Wir steigen weiter, rund 600 Meter weit, bis auf 600 Meter hoch. Hier schwenkt der Weg bei einer Lichtung sacht nach rechts und bringt uns nach weiteren 350 Metern an die Grenze.

Eisenträger im Boden bilden eine Steppnaht durch das Wegekreuz. Jetzt kommen wir nach Belgien, und „Zone Rouge“ meint nicht das grenznahe Rotlichtmilieu: Hier wird vielmehr scharf geschossen. Manchmal jedenfalls, bevorzugt in der Woche. Denn hier liegt „Camp Elsenborn“, zu Kaisers Zeiten Alptraum deutscher Landser: „Es schuf der Herr in seinem Zorn / den Truppenübungsplatz Elsenborn.“

Schmaler Weg ins Naturschutzgebiet

606 Meter sind wir jetzt hoch, von nun an geht es eigentlich nur noch hinab. Wir wandern halbrechts weiter, nach einem halben Kilometer, vor dem Stein 146 / 148 zweigt ein Weg nach links ab. Wir gehen weiter geradeaus, nach 200 Metern (Stein 135 / 138) schwenkt der breite Weg ein wenig rechts, und wir folgen ihm noch einmal 750 Meter weit. Dort, vor einer Lichtung, verlassen wir den breiten Wirtschaftsweg und gehen links auf schmalem Weg ins Naturschutzgebiet. So nähern wir uns hoch dem Tal der Schwalm, wie hier der Perlenbach heißt. Der Weg schwenkt sacht nach links und bringt uns dann, bevor er abgesperrt ist, rechts bis auf den blanken Fels der Bielei, von dem der Blick weit in das Bachtal reicht.

Von hier aus steigen wir, links von den Aussichtsfelsen, unter Birken den Felsen hinab. Am Sockel der Felsen treffen wir auf den Pfad, der den Schwalmbach begleitet, und folgen ihm nach rechts. Dann erreichen wir den „Jägersief“, der hier mit dem Grenzstein 619 die Grenze markiert. Dem Querweg vor uns folgen wir nach links bis zum Wegedreieck „Oberer Steg“ (Inschrift in der Lehne der hölzernen Bank). Nach der Blockhütte überqueren wir die neue Brücke und folgen dem Weg. Wir überqueren den Heisterbach, der auf seiner ganzen Länge Grenzgewässer ist, und steigen 100 Meter weiter links den unmarkierten Weg in der Böschung hinauf. Oben gehen wir wieder links, dann rechts zurück zum Ausgangspunkt.



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