Schriftgröße

Archiv-Einsturz

Kater Felix überlebt in den Trümmern

Von Tim Stinauer, 06.04.09, 19:18h, aktualisiert 07.04.09, 10:10h

Nach 35 Tagen befreit die Feuerwehr einen Kater, der zwischen Schutt eingeklemmt war. Die Besitzer hoffen, dass auch ihre Katze Cleo lebend gefunden wird. Sie ist seit dem Einsturz des Stadtarchivs verschwunden.

zum Artikel
Bild vergrößern
Abgemagert und schlapp - aber am Leben. Kater Felix mit seiner Besitzerin Andrea Schröder. (Bild: Krasniqi)
zum Artikel
Bild verkleinern
Abgemagert und schlapp - aber am Leben. Kater Felix mit seiner Besitzerin Andrea Schröder. (Bild: Krasniqi)
Innenstadt - Die beiden Feuerwehrmänner gruben sich mit bloßen Händen durch den Schutt, als Stefan Lorscheid plötzlich auf einem kleinen Mauervorsprung eine Pfote und den Kopf eines Katers bemerkte. „Der bewegt sich! Der lebt!“, rief der 20-Jährige seinem Kollegen Alexander Hintzen zu. Der wollte das zuerst nicht glauben. „Aber dann habe ich es auch gesehen: Der Kater bewegte tatsächlich seinen Kopf.“

Vor fünf Wochen brach das Stadtarchiv in der Severinstraße zusammen und mit ihm zwei Wohnhäuser. In einem lebte das Ehepaar Schröder. Im letzten Moment hatten sich die Schröders aus ihrer Wohnung retten können. Unten auf der Straße sahen sie ihren Kater Felix noch davon laufen, seitdem fehlte jede Spur von dem Tier - bis Montagnachmittag. „Der Kater saß auf einem Mauerstück, vier oder fünf große Steine lagen dicht über ihm. Er konnte sich überhaupt nicht bewegen“, schilderte Oberfeuerwehrmann Hintzen von der Löschgruppe Brück. 35 Tage verharrte Felix in dieser Position, ohne Futter, ohne einen Tropfen Wasser. „Die Stelle, an der wir ihn gefunden haben, war so ziemlich die erste, die wir nach dem Einsturz überdacht hatten“, berichtete Feuerwehrsprecher Daniel Leupold. Behutsam hoben Höhenretter die Steine von oben ab und befreiten den Kater. „Wir haben ihm erstmal Wasser gegeben“, sagte Leupold.

Andrea, die Tochter der Schröders, holte Felix an der Einsturzstelle ab. „Ich bin wahnsinnig glücklich, konnte das gar nicht glauben, als mich die Feuerwehr anrief. Noch ein paar Stunden vorher hatte ich im Severinsviertel Suchplakate geklebt. Aber ganz ehrlich: Dass er noch lebt, damit hatte ich eigentlich nicht mehr gerechnet.“ Andrea Schröder bedankte sich bei Hintzen und Lorscheid und brachte den Kater sofort zu Tierarzt Hannsgeorg Schütz. Seine Diagnose: Felix' Körper ist zwar ausgetrocknet, womöglich ist eine Pfote verletzt, „aber er war nicht unterkühlt, er hat eine sehr gute Chance durchzukommen“. Katzen, so Schütz, hätten einen unheimlichen Überlebenswillen und eine sehr starke Widerstandsfähigkeit. „Sie können mit ganz wenig lange überleben.“ Auch 35 Tage ohne Wasser. Immerhin stamme die Hauskatze von der ägyptischen Falb-Katze ab, erklärte Schütz, sei also „eigentlich ein Wüstentier“.

Für Familie Schröder steigt nun auch die Hoffnung, dass Felix' Schwester Cleo noch lebt. Auch sie wurde seit dem Einsturz der Häuser nicht mehr gesehen. „Wir werden jetzt den Bereich, wo wir Felix gefunden haben, ganz vorsichtig weiter frei legen“, sagte Feuerwehrsprecher Leupold. „Falls die Katze an dieser Stelle sein sollte, müssten wir sie in den nächsten Stunden finden.“

Unterdessen erholte sich Felix am Abend auf dem Sofa von den Strapazen der vergangenen Wochen. Tierarzt Schütz päppelte ihn vorläufig mit drei Spritzen, einer Vitaminpaste und einer Kochsalz-Infusion wieder auf. „Er ist sehr schwach und kippt um, wenn er zum Beispiel alleine aufs Sofa klettern will“, berichtete Andrea Schröder. „Er frisst auch noch nicht, schnurrt aber, wenn man ihn streichelt.“ Und schon bald soll Felix wieder ganz der Alte sein. Andrea Schröder verspricht: „Er bekommt jetzt eine ganz besondere Wellness-Kur.“ Ein neues Körbchen und ein neues Katzen-Klo hat er schon.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste