Von Tim Stinauer, 06.04.09, 19:18h, aktualisiert 07.04.09, 10:10h
Vor fünf Wochen brach das Stadtarchiv in der Severinstraße zusammen und mit ihm zwei Wohnhäuser. In einem lebte das Ehepaar Schröder. Im letzten Moment hatten sich die Schröders aus ihrer Wohnung retten können. Unten auf der Straße sahen sie ihren Kater Felix noch davon laufen, seitdem fehlte jede Spur von dem Tier - bis Montagnachmittag. „Der Kater saß auf einem Mauerstück, vier oder fünf große Steine lagen dicht über ihm. Er konnte sich überhaupt nicht bewegen“, schilderte Oberfeuerwehrmann Hintzen von der Löschgruppe Brück. 35 Tage verharrte Felix in dieser Position, ohne Futter, ohne einen Tropfen Wasser. „Die Stelle, an der wir ihn gefunden haben, war so ziemlich die erste, die wir nach dem Einsturz überdacht hatten“, berichtete Feuerwehrsprecher Daniel Leupold. Behutsam hoben Höhenretter die Steine von oben ab und befreiten den Kater. „Wir haben ihm erstmal Wasser gegeben“, sagte Leupold.
Andrea, die Tochter der Schröders, holte Felix an der Einsturzstelle ab. „Ich bin wahnsinnig glücklich, konnte das gar nicht glauben, als mich die Feuerwehr anrief. Noch ein paar Stunden vorher hatte ich im Severinsviertel Suchplakate geklebt. Aber ganz ehrlich: Dass er noch lebt, damit hatte ich eigentlich nicht mehr gerechnet.“ Andrea Schröder bedankte sich bei Hintzen und Lorscheid und brachte den Kater sofort zu Tierarzt Hannsgeorg Schütz. Seine Diagnose: Felix' Körper ist zwar ausgetrocknet, womöglich ist eine Pfote verletzt, „aber er war nicht unterkühlt, er hat eine sehr gute Chance durchzukommen“. Katzen, so Schütz, hätten einen unheimlichen Überlebenswillen und eine sehr starke Widerstandsfähigkeit. „Sie können mit ganz wenig lange überleben.“ Auch 35 Tage ohne Wasser. Immerhin stamme die Hauskatze von der ägyptischen Falb-Katze ab, erklärte Schütz, sei also „eigentlich ein Wüstentier“.
Für Familie Schröder steigt nun auch die Hoffnung, dass Felix' Schwester Cleo noch lebt. Auch sie wurde seit dem Einsturz der Häuser nicht mehr gesehen. „Wir werden jetzt den Bereich, wo wir Felix gefunden haben, ganz vorsichtig weiter frei legen“, sagte Feuerwehrsprecher Leupold. „Falls die Katze an dieser Stelle sein sollte, müssten wir sie in den nächsten Stunden finden.“
Unterdessen erholte sich Felix am Abend auf dem Sofa von den Strapazen der vergangenen Wochen. Tierarzt Schütz päppelte ihn vorläufig mit drei Spritzen, einer Vitaminpaste und einer Kochsalz-Infusion wieder auf. „Er ist sehr schwach und kippt um, wenn er zum Beispiel alleine aufs Sofa klettern will“, berichtete Andrea Schröder. „Er frisst auch noch nicht, schnurrt aber, wenn man ihn streichelt.“ Und schon bald soll Felix wieder ganz der Alte sein. Andrea Schröder verspricht: „Er bekommt jetzt eine ganz besondere Wellness-Kur.“ Ein neues Körbchen und ein neues Katzen-Klo hat er schon.
Unglück: Alle Bilder zum Einsturz des Archivs
Folgen des Archiv-Einsturzes: Ein treuer Gefährte
Bildergalerie: Überlebenskünstler in der Tierwelt
Wunderbar
07.04.2009 | 09.29 Uhr | zaubersternle
Ich liebe und halte selber Katzen und kann die Freude gut nachvollziehen. Es freut mich ungemein, dass Felix (der Glückliche) überlebt hat. Ich hoffe…
Felix lebt
07.04.2009 | 09.17 Uhr | Kölnfreundin
endlich noch mal eine schöne Nachricht, ich freue mich sehr mit Euch und wünsche Euch, dass Cleo ebensoviel Glück hat wie Felix
Ich freue mich für die Besitzer und den Kater !
06.04.2009 | 23.12 Uhr | Morgenstern
Eine wirklich gute Nachricht!
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