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Proteste

Milchbauern planen ein Kartell

Von Stefan Kunze, 10.04.09, 16:45h

Die Milchbauern im Kreis wollen gemeinsam höhere Einnahmen durchsetzen. Erklärtes Ziel ist es, 80 Prozent der lieferbaren Menge in einer Hand zu haben. Der Preis pro Liter liegt bei 25 Cent - Tendenz fallend.

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Milch gibt es in den Lebensmittelmärkten der Europäischen Union nahezu im Überfluss. Unter den niedrigen Preisen leiden auch die Milchbauern im Bergischen Land. (Archivbild: rtr)
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Milch gibt es in den Lebensmittelmärkten der Europäischen Union nahezu im Überfluss. Unter den niedrigen Preisen leiden auch die Milchbauern im Bergischen Land. (Archivbild: rtr)
Rhein-Berg - Die Milchbauern im Kreis kämpfen weiter für höhere Milchpreise. Nach dem Lieferstreik im Juni 2008 und Protesten in Berlin demonstrierten diese Woche Landfrauen vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) vor dem Düsseldorfer Landtag. Am 16. April wollen sie vor die Molkereien fahren und protestieren.

„Wir bekommen aktuell 25 Cent pro Liter“, erklärte Lambert Stöcker vom BDM. Er erwartet, dass der Preis auf 22 Cent fällt und im Sommer auf 19 Cent. „Im Osten bekommen manche Betriebe jetzt nur noch 19 Cent“, sagte er. Mit einigen Monaten Verzögerung würden die Preise dann auch im Rheinisch-Bergischen Kreis fallen.

Der BDM fordert weiterhin 40 Cent pro Liter Milch. Die Landwirtschaftskammer NRW setzt 36,5 Cent pro Liter als Vollkostendeckungspreis an. Darin enthalten sind 15 Euro Lohn pro geleisteter Stunde des Bauern. Bei erfolgreichen Betrieben reichten laut Thomas Rieger von der Landwirtschaftskammer 30 Cent zur Kostendeckung aus, bei weniger erfolgreichen müssten es hingegen 43 Cent sein.

Größere Marktschwankungen

Gegenwärtig habe sich zumindest die Kostensituation bei den Bauern etwas entspannt: Kraftfutter und Strom seien inzwischen günstiger und der Dieselpreis sei weit von seinem Höchststand entfernt.

Rieger ermahnte die Viehhalter auf einem Vortrag in Overath noch einmal, sich in Zukunft auf größere Marktschwankungen einzustellen. Dafür müssten, wie im sehr guten Wirtschaftsjahr 2007 / 08, Rücklagen gebildet werden - sofern das Geld dafür reiche.

Stöcker und viele Bauern richten ihre Hoffnung gegenwärtig auf die Einführung eines Milchboards, einer Art legales Kartell. „25 Prozent der Milchbauern im Kreis sind in den vergangenen Wochen beigetreten“, sagte er. Das Ziel ist, bundesweit mindestens 80 Prozent der lieferbaren Milchmenge hinter sich zu vereinigen (siehe „Das Milchboard“).

Gibt es andere Möglichkeiten? Thomas Rieger schwor die Bauern auf Unternehmenswachstum ein. „Nur durch Größenvorteile kommen sie voran und können effizienter produzieren“, erklärte er. Das sei aber erst der zweite Schritt. „Erst müssen die Betriebe besser und effizienter werden. Dann können sie in Größe investieren.“ Rieger richtet sein Augenmerk hier vor allem auf die Tiere selbst: „Das größte Wachstumspotenzial liegt immer noch in der Leistungssteigerung der Kuh“, sagte er.



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