Von Thomas Iskra, 13.04.09, 17:11h
Der Gleitschirmflieger aus Engelskirchen war Karfreitag bei bestem Wetter gegen 14.45 Uhr auf der Stachelhardt gestartet. Kurz darauf gab es die ersten Probleme in der Luft. „Es könnte sein, dass er in eine thermische Blase gekommen ist, oder von einer Windböe erwischt wurde“, mutmaßt Andreas Roßrucker, selbst erfahrener Pilot im selben Verein. Geistesgegenwärtig zog der trudelnde Pilot seinen nicht steuerbaren Notfallschirm. Der öffnete sich, aber der Sinkflug des Havaristen endete im dünnen Geäst der Baumkronen.
Feuerwehrleute aus Hennef und Ruppichteroth eilten zur Absturzstelle. Zwei Hubschrauber wurden alarmiert, um den Mann eventuell aus der Luft zu retten. Auch die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Köln wurde eingeflogen. Da die Gefahr bestand, dass die dünnen Äste, an denen Fallschirm und Pilot hingen, brechen würden, bahnten sich die Höhenretter ganz vorsichtiger über eine ausgeklügelte Seilkonstruktion einen Weg in den Wipfel. Erst nach über drei Stunden konnte der Mann unverletzt herabgelassen werden.
„Auf solche Situationen werden Gleitschirmfliegerpiloten vorbereitet“, betont der Vorsitzende des Gleitschirmfliegervereins „Delta-club“. „Sogar das Abseilen aus Baumkronen wird bei uns geübt“. Jeder Gleitschirmflieger hat eine 50 Meter lange Rettungsschnur dabei, um in solchen Fällen sofort unnötiges Gepäck zum Boden abzulassen, oder zum Beispiel eine Wasserflasche vom Boden hochzuziehen.
Für die Feuerwehr unter Leitung von Heinz-Peter Krämer gestaltete sich die Bergung sehr schwierig, da nur ein kleiner Weg zum Baum führte und dieser in einem tiefen Tal stand. Die beiden Hubschrauber mussten aber nicht eingesetzt werden.
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