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Gegen Pro Köln

Ausstellungsfotos zensiert

Von Marion Eickler, 20.04.09, 22:00h

Auf zwei Fotos muss die Künstlerin Karin Richert während ihrer Ausstellung verzichten, da sie Slogans gegen die Partei „Pro Köln“ zeigen. Mit dem Abhängen der Bilder werde der Grundsatz der Freiheit der Kunst verletzt.

Karin Richert
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Die Fotografin Karin Richert muss bei ihrer Ausstellung auf zwei „Pro Köln“-kritische Bilder verzichten. (Bild: Eickler)
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Die Fotografin Karin Richert muss bei ihrer Ausstellung auf zwei „Pro Köln“-kritische Bilder verzichten. (Bild: Eickler)
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Dieses Foto-Dokument ist nicht mehr zu sehen. (Bild: Eickler)
Gegen Pro Köln
Köln - Kopfschütteln und Unverständnis begleiteten die Vernissage der Künstlerin Karin Richert am vergangen Freitag im Bezirksrathaus Lindenthal. Denn zwei ihrer Fotografien darf sie dort nicht zeigen. Richert hält politische und soziologische Aussagen im Foto fest, die sie in Form von Graffiti, Aufklebern oder Bildern auf den Straßen Kölns findet, an Hauswänden und Mauern, Regenrohren, Abfallkörben oder Stromkästen. Die insgesamt 25 - jetzt 23 - Arbeiten stammen aus den Foto-Serien „Auf und an den Wegen“ und „Kommunikation im öffentlichen Raum“, die zwischen 2005 und 2008 entstanden sind. Viele von ihnen im Umfeld der großen Demo der Moscheebaugegner in Ehrenfeld im Juni 2007.

Keine Verunglimpfung

Die Fotos zeigen Slogans wie „Nazis raus“, „Kein Mensch ist illlegal“ oder „Köln ist schön“. Zwei Bilder, die Graffiti mit Sprüchen gegen die rechtsextreme Organisation „Pro Köln“ dokumentieren, hat Bürgeramtsleiter Walter Stocker dagegen entfernen lassen. „Zerschlagt Pro Köln“ und „Pro Köln verpiss dich“ sind nicht mehr zu sehen. „Egal wie ich persönlich dazu stehe, als Hausherr bin ich dazu verpflichtet darauf zu achten, dass in diesem Hause keine demokratisch gewählte Partei verunglimpft wird“, rechtfertigt er sein Handeln. Schon gar nicht in einer Zeit, in der man sich auf den Kommunalwahlkampf zubewege. Außerdem müsse er rechtliche Schritte befürchten, wenn er nicht so handele. Eine Auffassung, die nicht von allen geteilt wird. Der Herr der Stolpersteine, Gunter Demnig, sprach während der Vernissage von „Zensur“. Mit dem Abhängen der Fotografien verletze die Stadt den Grundsatz der Freiheit der Kunst. Auch Dieter Maretzky vom NS-Dokumentationszentrum teilt diese Ansicht: „Die Fotos sind reine Dokumentation des Vorgefundenen. Da gibt es keinen Grund sie abzuhängen.“ Der Kölner Fotokünstler Wim Cox hält das Abhängen der Bilder für „unwürdig“ und meint: „Der Angriff auf die Kunst ist auch ein Angriff auf den Künstler.“

Stocker verwahrt sich gegen den Begriff der Zensur und meint: „Leider bin ich erst drei Tage vor Eröffnung der Ausstellung aus dem Urlaub zurück gekommen. Daher konnte ich erst kurzfristig am Donnerstag mit Frau Richert Kontakt aufnehmen. Ich wünschte mir, sie hätte mehr Verständnis gezeigt und das Ganze nicht weiter zum Thema gemacht.“ Stocker beklagt, dass man der rechtsextremen Partei auf diese Weise sogar noch zu Öffentlichkeit verhelfe. Richert hingegen behält sich rechtliche Schritte gegen den Umgang mit ihren Fotografien vor. Sie hat bereits Kontakt mit ihrem Anwalt aufgenommen.

Die Ausstellung kann noch bis Mittwoch, 6. Mai, montags, mittwochs und freitags von 7.30 bis 13 Uhr und dienstags von 7.15 bis 18 Uhr auf der sechsten Etage des Bezirksrathauses Lindenthal, Aachener Straße 220, besichtigt werden.



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