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Protest

Israel ruft Botschafter aus der Schweiz zurück

Von Inge Günther, 20.04.09, 19:59h

JERUSALEM - Aus Protest gegen den Empfang für den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad in Genf hat Israel am Montag seinen Botschafter in der Schweiz zurückgerufen. Ahmadinedschad, vorgesehen als Gastredner bei einer UN-Konferenz gegen Rassismus, war am Vorabend erst am Flughafen und dann bei einem Dinner von dem Schweizer Präsidenten Hans-Rudolf Merz begrüßt worden. Die auf Fotos herzlich wirkende Begegnung mit Ahmadinedschad, einem Holocaust-Leugner, bekannt für Hasstiraden gegen den jüdischen Staat, löste unter Israelis Empörung aus.

Gelegenheit für die Regierung, ihrem Unmut über die mehrtägige Konferenz in Genf, gegen die sie schon im Vorfeld mobilisiert hat, Gehör zu verschaffen. Jedenfalls wies Außenminister Avigdor Lieberman in Absprache mit Premier Benjamin Netanyahu den israelischen Botschafter in der Schweiz, Ilan Elgar, an, unverzüglich zu Konsultationen in Jerusalem zu erscheinen. Gleichzeitig dankte Netanyahu den zehn Staaten, darunter die USA, Deutschland, Holland, Australien und Kanada, die die Genfer Nachfolgekonferenz von Durban boykottieren.

Der Vorläufer im südafrikanischen Durban war vor acht Jahren von Israel-Kritikern als Plattform für antizionistische und auch anti-jüdische Stimmungsmache genutzt worden. Israel sieht Wiederholungsgefahr. Dass allerdings als ranghöchster Staatsvertreter bei der Anti-Rassismus-Konferenz ausgerechnet Ahmadinedschad sprechen soll - und das am „Jom HaShoah“, dem israelischen Holocaust-Gedenktag - wird als Affront erster Güte begriffen. Selbst Staatspräsident Schimon Peres zeigte sich „tief verletzt“. Alles habe eine Grenze, „selbst die Neutralität der Schweiz“. Aufgebracht erinnerte Peres daran, dass Ahmadinedschad ein Mann sei, der „Israel von der Landkarte tilgen will“ und Iran ein Staat, in dem Menschen „wegen nichts gehenkt werden“.

Für Lieberman, ein Rechtpopulist, dem vorgeworfen wird, seinen Wahlkampf mit rassistischen, anti-arabischen Sprüchen bestritten zu haben, muss die Aufregung um die Konferenz eine Genugtuung sein. Die Teilnahme von Ahmadinedschad, so der Außenminister, sage „alles über den Charakter dieser Konferenz“.



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