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„Stadt-Anzeiger“-Menü

Italien in vier Gängen

Von Helmut Gote, 27.04.09, 08:44h, aktualisiert 27.04.09, 10:26h

Speisekarten gibt es im „Ristorante Alfredo“ eigentlich nicht. Für vier Wochen macht Chefkoch Roberto Carturan eine Ausnahme. In Zusammenarbeit mit dem Magazin präsentiert er das neue „Stadt-Anzeiger“-Menü.

Alfredo Stadt-Anzeiger-Menü
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Roberto Carturan hat ein Vier-Gänge-Menü für das Magazin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ entworfen. (Bild: Worring)
Alfredo Stadt-Anzeiger-Menü
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Roberto Carturan hat ein Vier-Gänge-Menü für das Magazin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ entworfen. (Bild: Worring)
Stadt-Anzeiger-Menü
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Ochsenbäckchen mit Polenta und Fenchel bilden den Hauptgang. (Bild: Worring)
Stadt-Anzeiger-Menü
Eigentlich gibt es gar keine Speisekarte in Kölns bestem italienischen Restaurant, denn Inhaber und Chefkoch Roberto Carturan empfiehlt seinen Gästen viel zu gerne die tagesaktuellen Gerichte höchstpersönlich am Tisch. Aber in diesem Mai macht der charmante und immer gut gelaunte Gastgeber für vier Wochen eine Ausnahme: Dann präsentiert das „Ristorante Alfredo“ in Zusammenarbeit mit dem Magazin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein italienisches Menü, bei dem Sie einige der vielen Facetten dieser gerade bei den Deutschen ja sehr beliebten Landesküche genießen können.

Schon der Auftakt ist ein Paradebeispiel für die wunderbare Leichtigkeit mediterraner Vorspeisen und Carturans virtuos puristische Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten. Knackig sautierte Langustinos kombiniert er mit einem Tatar von rohen Doradenfilets zwischen kurz blanchierten Zucchinischeiben, das von feinstem Olivenöl und altem Balsamico abgerundet sowie von einer geschmorten Tomate fruchtig abgerundet wird.

Da bei einem typisch italienischen Menü natürlich nie die Pasta fehlen darf, gibt es als Zwischengang einen der traditionellen Klassiker des Hauses. Den haben vermutlich schon sämtliche Alfredo-Stammgäste quasi heilig gesprochen, weil es die Inkarnation eines Pastagerichts schlechthin ist. Pappardelle, also lange breite Bandnudeln, gekrönt von einem Sugo aus Entenfleisch, das mit Weißwein, Möhren und anderem Gemüse so lange vor sich hin köchelt, bis eine geschmeidige und intensive Sauce daraus wird, auf die der gereifte Parmesan vom Stück gerieben wird. Die fast schon ergriffene Bemerkung unseres Fotografen Stefan Worring „so schmeckt für mich Italien“, kann auch problemlos für den Hauptgang übernommen werden, wobei man etwas präziser Nord-Italien hinzufügen müsste.

Die Ochsenbäckchen werden mit Röstgemüse, frischen Kräutern und piemontesischem Barolo im Backofen geschmort, was nicht nur die extreme Zartheit dieser Delikatesse erhält, sonder zusätzlich eine tiefdunkle, hocharomatische Sauce ergibt. Eine gebratene Polenta-Schnitte aus grobem Mais und Fenchelgemüse kommen als Beilage. Den Abschluss bildet eine moderne Interpretation von Ricotta. Der italienische Frischkäses liegt als erfrischender Espuma zwischen knusprigen Blättchen von karamellisierten Himbeeren und überraschend süß-pikantem, leicht mit weißem Pfeffer gewürzten Ricotta-Eis.

Eine Klasse für sich

Die von Sommelier Davide Florian präzise auf die einzelnen Gänge abgestimmten und auch vom Gambero Rosso hoch gelobten Weine sind in ihrer jeweiligen Region eine Klasse für sich, die man sonst in Restaurants nur selten bekommt. Der Weißwein ist ein rassiger Lagenwein aus dem Soavegebiet, der Chianti stammt von einem der traditionsreichsten Weingüter der Toskana, der kraftvolle Nero d'Avola gehört zu den Aushängeschildern des sizilianischen Weinbaus und der edelsüße Malvasia zum Dessert ist eine filigrane Spezialität von der Liparischen Insel Salina, die Sie vermutlich noch nie probiert haben.

Wir wissen zwar nicht, was der große Italienschwärmer Johann Wolfgang von Goethe zu diesem Menü gedichtet hätte, aber wir können Ihnen versichern, dass Roberto Carturan und sein Team in der Lage sind, Sie zum Schwärmen zu bringen. Und spätestens, wenn der Chefkoch, der ein ausgebildeter Sänger ist, wie immer nur am Freitagabend auch während der Aktionswochen nach dem Essen noch italienische Canzone mit Klavierbegleitung singt, versinkt zwar nicht die Sonne bei Capri, aber das ganze Lokal taucht ein in die Seele italienischer Lebensfreude.



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