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Kommentar zum Brüsseler Platz

Jenseits vom Wir-Gefühl

Von Susanne Hengesbach, 26.04.09, 21:49h, aktualisiert 26.04.09, 22:36h

Am Brüsseler Platz ist abends die Hölle los. Ob ein Alkoholverbot oder eingeschränkte Kiosk-Öffnungszeiten helfen würden? Sicherlich hilfreich wäre etwas mehr Rücksicht im öffentlichen Raum. Doch das ist scheinbar zuviel verlangt.

Brüsseler Platz
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Am Abend zugemüllter Treff für Hunderte junger Menschen, tagsüber eine Stadt-Idylle: der Brüsseler Platz (Bild: Grönert)
Brüsseler Platz
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Am Abend zugemüllter Treff für Hunderte junger Menschen, tagsüber eine Stadt-Idylle: der Brüsseler Platz (Bild: Grönert)
Anwohner, das wird gerne übersehen, sind keine homogene Gruppe. Dass das Zuhause des einen ebenso wie die Wohnung des anderen an ein und denselben Platz grenzt, ist manchmal die einzige Gemeinsamkeit zweier Nachbarn. Über alles andere kann man sich streiten: Wie hoch der Lärmpegel in lauen Nächten sein darf, ab wann Menschengruppierungen als störend oder gar unerträglich empfunden werden oder ob es nicht gerade das Unreglementierte wertzuschätzen gilt, weil es - Beispiel Brüsseler Platz - dieses fast mediterrane Flair ausmacht, dessen sich Köln gerne rühmt.

Streiten kann man natürlich auch darüber, inwieweit Alkoholkonsum einem entspannten Miteinander förderlich ist und ab wann öffentlicher Konsum zum Problem wird. Und natürlich kann man auch darüber streiten, ob eingeschränkte Kiosk-Öffnungszeiten die Missbrauchs-Gefahr dämmen.

Unbestreitbar ist indessen, dass es immer mehr Menschen in Köln gibt, die es überall da, wo sie nicht ihren eigenen, sondern öffentlichen Raum betreten, nicht nur an Umsicht fehlen lassen, sondern an jeglicher Form von Verantwortungs- und Wir-Gefühl. Der Müll, der allerorten zurückbleibt, wo Menschen sich öffentlichen Raum zu Eigen machen, um rücksichtslos ihre persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, spricht für sich. Streiten kann man ebenfalls, ob Müllknöllchen und Absperrungen die langfristig wirksamsten Maßnahmen gegen die unschönen Hinterlassenschaften sind - aber nicht darüber, dass diese eine Sauerei darstellen.



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