kalaydo logo
stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Schriftgröße

Kloster in der Türkei

Ein Diplomat als rassistischer Hetzer?

Von Thorsten Moeck, 27.04.09, 20:13h, aktualisiert 28.04.09, 15:34h

Die Initiative Mor Gabriel zum Erhalt eines alten christlichen Klosters in der Türkei fordert die Abberufung des Diplomaten. Der Generalkonsul habe sich gleich mehrfach rassistisch gegenüber Deutschen geäußert.

Klosterschließung Türkei
Bild vergrößern
In Köln haben mehrere hundert Menschen gegen die drohende Schließung des Klosters Mor Gabriel in der Türkei demonstriert. (Bild: ddp)
Klosterschließung Türkei
Bild verkleinern
In Köln haben mehrere hundert Menschen gegen die drohende Schließung des Klosters Mor Gabriel in der Türkei demonstriert. (Bild: ddp)
KÖLN / DÜSSELDORF - An das Gespräch mit dem türkischen Generalkonsul Hakan Kivanc erinnert sich ein Teilnehmer aus Köln noch gut. Am 22. Februar 2009 sei der Diplomat zu einem Treffen im Hause eines Künstlers erschienen. Weil dieser nicht mit Kivanc alleine reden wollte, habe er noch einige Freunde eingeladen. Anlass des Gesprächs sei die drohende Schließung des Klosters Mor Gabriel in der Türkei gewesen. Der Künstler hatte sich in einer Veranstaltung für den Erhalt des Klosters eingesetzt, daraufhin soll Kivanc um ein Gespräch gebeten haben.

Drei Stunden lang soll Hakan Kivanc mit den Männern geredet haben. Anschließend habe er um eine vertrauliche Behandlung des Gesprächs gebeten. Dennoch fertigte einer der Teilnehmer ein Protokoll an. Angebliche Inhalte daraus hat jetzt die Initiative Mor Gabriel durch ihren Sprecher Kubilay Demirkaya veröffentlicht. Der Generalkonsul habe sich gleich mehrfach rassistisch gegenüber Deutschen geäußert. „Wenn man den Deutschen die Pulsadern aufschneidet, fließt braunes Blut“, habe er gesagt. Zudem habe er behauptet, die Deutschen würden am liebsten den Türken ein »T« tätowieren, wie es die Nazis mit den Juden getan hätten. Die Gesprächsteilnehmer, zu denen unter anderem ein Türke und ein Kurde gehörten, habe er anschließend gewarnt, sich von der deutschen Politik nicht ausspielen zu lassen. Ein Teilnehmer des Gesprächs hat dies bestätigt.

Im türkischen Generalkonsulat in Düsseldorf wollte sich am Montag niemand zu den Vorwürfen äußern. Auf Anfrage hieß es, der Generalkonsul befinde sich derzeit nicht in Düsseldorf. Auch sonst wolle niemand eine Stellungnahme abgeben.

Die Initiative Mor Gabriel, zu der mehrere Verbände türkischer Minderheiten in Deutschland gehören, hat inzwischen die Abberufung des Generalkonsuls gefordert. In einer Pressemitteilung wirft die Initiative dem Generalkonsul „rassistische Äußerungen“ vor, die „nicht zu entschuldigen“ seien. „Wir fordern die Türkei auf, umgehend personelle Konsequenzen zu ziehen. Ein Generalkonsul, der solch ein Deutschlandbild verinnerlicht hat und damit auch noch hausieren geht, darf nicht weiter im diplomatischen Dienst in Deutschland arbeiten dürfen“, sagte Kubilay Demirkaya, Sprecher der Initiative.

Bereits bei dem Gespräch im Februar sollen einige Teilnehmer empört auf die Wortwahl des Diplomaten reagiert haben. „Wir haben zum Ausdruck gebracht, dass die Türkei ein zivilisiertes Land ist“, sagte ein Teilnehmer.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Umfrage

Ist die Hauptschule noch zu retten?
Immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf die Hauptschule, auch in Köln. Diese Schulform scheint ein Auslaufmodell zu sein. Doch was kommt stattdessen?

Anzeige


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


 

Anzeige

Aktuelle Zeitungsbeilagen


Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Extra


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste