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Die Essenz der Landschaft

Von Thomas Rausch, 28.04.09, 18:03h

Zwei Künstler zeigen Werke in einer Gemeinschaftsausstellung in der Werkstattgalerie Bensberg. Ganz unterschiedliche fotografische Ausdrucksformen finden Susanne Fern und Tom Paes.

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Der realistische Blick von Tom Paes trifft in der Ausstellung auf Arbeiten von Susanne Fern, die mit der Kamera die Idee ihres Bildobjekts einfängt. (Bild: Arlinghaus)
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Der realistische Blick von Tom Paes trifft in der Ausstellung auf Arbeiten von Susanne Fern, die mit der Kamera die Idee ihres Bildobjekts einfängt. (Bild: Arlinghaus)
Bergisch Gladbach - Aus dem fahrenden Auto heraus hat Susanne Fern Landschaften in der Eifel fotografiert, durch eine lange Belichtungszeit erzielte sie dabei einen Wischeffekt. Hügel, Felder und Häuser sind damit auf einen schlichten grün-braunen, unscharfen Streifen reduziert. Damit begibt sich die Foto-Künstlerin auf den Weg der Abstraktion, sie zeigt die Essenz der Landschaft. Das ist alles andere als die getreuliche Wiedergabe des Vorgefundenen, sondern die überzeugende Umsetzung einer künstlerischen Sichtweise und Idee.

Ebenfalls mit sparsamsten Mitteln arbeitet Fern in einer Serie von Schwarz-Weiß-Fotos, betitelt als „Zweige“. Zu sehen ist darauf nur das blanke Holz - ohne Blätter, ohne Hintergrund. Die Künstlerin beschränkt sich auf dünne schwarze Linien. Der Titel scheint dabei fast irreführend, denn in dem Verlauf der dunklen Linien kann der Betrachter alles Mögliche sehen. Die Kreuzform der „Zweige“ wirkt symbolhaft und ist vielfältig interpretierbar.

In einer Viererserie von Seerosen gelingt Fern abermals ein Zugang, der über das vorgefundene Objekt weit hinausgeht: Sie präsentiert kleine Ausschnitte der Blumen, einzelne Blütenblätter oder Teile davon, die sie stark vergrößert. Den besonderen Zauber der Seerose fängt sie damit ein, ohne am bloßen Abbild zu kleben: Bei ihr begegnet der Betrachter der Idee der Seerose.

Die Ausstellung in der Werkstattgalerie Bensberg stellt die Arbeiten von Susanne Fern zusammen mit Fotografien von Tom Paes vor, der sich mit realistischem Blick einer großen Bandbreite von Motiven nähert. Dazu gehört auch das Bizarre und Hässliche, etwa ein triefendes rotes Kuchenstück, das wenig Appetit macht. Oder Pfützen und Dreck auf dem Asphalt.

Ein großer Teil der gezeigten Aufnahmen von Paes sind Stadtszenen aus Köln - ein nächtlicher, geschlossener Kiosk mit Leuchtschrift, eine Straßenbahn über dem Rhein oder auch Fahrgäste in der Bahn. Auch das leuchtende Schild auf einem Taxi-Dach ist unter den Motiven - oder eine Unterführung. Stets ist es der flüchtige Blick, die Momentaufnahme, mit der Paes viel Atmosphäre einfängt. Bei der Eröffnung führte Gert Koshofer in die Ausstellung ein, Cellospiel von Arne Diekow fügte sich zu den Arbeiten der beiden sehr unterschiedlichen Fotografen.

Die Ausstellung in der Werkstattgalerie Bensberg, Industrieweg 5, ist bis 4. Juli zu sehen: montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr; samstags, 9 bis 12 Uhr.



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