Von Joachim Frank, Thorsten Moeck und Sibylle Quenett, 28.04.09, 23:43h
Die Initiative Mor Gabriel, ein Zusammenschluss türkischer Minderheiten in Deutschland, hatte in einer Mitteilung mehrere angebliche Aussagen des Generalkonsuls zitiert, die dieser in einem Gespräch am 22. Februar 2009 getroffen haben soll. Darin werden Deutsche massiv rassistisch beleidigt. Ein Protokoll dieser Zusammenkunft liegt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vor. Die Initiative will nach Angaben ihres Sprechers an den Vorwürfen festhalten.
Braunes Blut
Bei dem Treffen soll Kivanc behauptet haben, die Deutschen würden allen Türken am liebsten ein »T« auf die Haut tätowieren, wie sie es in der Nazizeit mit den Juden getan hätten. Zudem wird der Generalkonsul in dem Protokoll mit dem Satz zitiert: „Wenn man die Pulsadern der Deutschen aufschneidet, fließt braunes Blut heraus.“ Kivanc soll seine Aussagen damit begründet haben, dass die Türkei die einzig verlässige Schutzmacht für türkischstämmige Migranten sei. Der Generalkonsul bestätigte in seiner Mitteilung, sich am 22. Februar mit einer Gruppe getroffen und über die in der Türkei anhängigen Gerichtsverfahren gegen das Kloster Mor Gabriel diskutiert zu haben. Er habe Informationen zu dem Thema mitgeteilt. „Eine darüber hinausgehende oder auf eine andere Art interpretierbare Äußerung wurde meinerseits nicht getätigt“, heißt es.
Inzwischen hat sich auch das Auswärtige Amt eingeschaltet. „Zur Klärung des Sachverhalts werden wir Kontakt mit der türkischen Botschaft aufnehmen“, sagte ein Sprecher. Nach Angaben von NRW-Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter behält sich die Düsseldorfer Staatskanzlei „konsularrechtliche Schritte. „Wir prüfen den Sachverhalt in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt“.
Initiative erhält Vorwurf aufrecht
Die Initiative Mor Gabriel wird die Beschuldigungen gegen den Diplomaten nicht zurückziehen. „Es gibt sechs Zeugen, die an dem Gespräch teilgenommen haben und seine Aussagen bestätigen können“, sagte Kubilay Demirkaya, Sprecher der Initiative. Er zeigte sich verwundert, dass Kivanc bislang auf juristische Schritte gegen die Initiative verzichtet habe. Zu der Initiative gehören unter anderem die Föderation der Aramäer, der Zentralrat der Armenier und die Alevitische Gemeinde Deutschland. Der Generalkonsul werte die Vorwürfe der Initiative in seiner Stellungnahme als „unwahre und tendenziöse Aussagen von bestimmten Kreisen, deren negative Haltung gegenüber der Türkei wohlbekannt ist“. Demirkaya nannte es „bezeichnend für die türkische Politik, dass der Zusammenschluss christlicher Gemeinschaften als Gegner der Türkei betrachtet wird“.
Kommentar zu türkischem Generalkonsul: Nichts fürs Hinterzimmer
Kloster in der Türkei: Ein Diplomat als rassistischer Hetzer?
Ein Tritt von Turgut Öker an Kubilay Demirkaya?
30.04.2009 | 17.54 Uhr | sunnyboy007
Die türkischen Medien Hürriyet und Milliyet schreiben das Gegenteil, was die deutschen Zeitungen mehr oder weniger sich stützend auf Kubilay…
Genaue Untersuchung
29.04.2009 | 17.16 Uhr | Mabuse
Wenn der Generalkonsul der Türkei dies wirklich so gesagt haben sollte, was natürlich erst einmal verifiziert werden muß,
muß das Folgen im…
Hürriyet zum Thema
29.04.2009 | 16.54 Uhr | BahaGR
... und die Hürriyet hat nichts besseres zu tun, als diesen Titel zum Thema zu veröffentlichen: "Baskonsolosa MOR TUZAK"- MOR (u.a. Lila) Falle für…
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