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Antje Julius

Kölner Statistik im bunten Zahlentrubel

Von Kirsten Boldt, 01.05.09, 22:29h

Zum 125. Geburtstag übernimmt das Amt für Stadtentwicklung und Statistik das Werk als Festschrift. Antje Julius verpasste dem ansonsten meist recht drögen Stoff in ihrer Diplomarbeit ein frisches Design.

Antje Julius
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Die Kölner Designerin Antje Julius. (Bild: MAx Grönert)
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Die Kölner Designerin Antje Julius. (Bild: MAx Grönert)
Köln - Knallbunt ist das Büchlein, voll mit Kreisen, Linien, Quadraten und Buchstaben in sonnengelb, apfelgrün, himmelblau und pink sowie Farbfotos mit ungewohnten Perspektiven auf Köln. Und auf jeder Seite Zahlen. Viele, viele Ziffern, mal fast Seiten hoch, meist aber winzigklein. Just um diese Zahlen dreht sich der ganze bunte Trubel. Es handelt sich um die Statistik der Stadt Köln, präsentiert auf überraschende Art. Sonst kommen Kölner Daten stets dröge daher, eingezwängt in Tabellen, aufgeteilt in Kuchenstücke, langgezogen in Säulendiagrammen. Die junge Kölner Designerin Antje Julius wollte im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der International School of Design den Daten „mehr Anschaulichkeit geben, die Fülle begreifbar machen“. „Menschen sollten sich leichter dafür interessieren“, benannte die 26-Jährige bei der Buchvorstellung im Stadtmuseum ihren Anspruch.

Zuallererst hatte sie jedoch das Interesse der Mitarbeiter im Amt für Stadtentwicklung und Statistik geweckt. „Wir waren und sind begeistert von etlichen Darstellungsideen und wollen gerne etwas davon übernehmen“, schwärmte Amtsleiterin Maria Kröger. Das doppelt so große Piktogramm eines Fahrrades im Vergleich mit einem Auto zeigt direkt, welche Fahrzeuge die große Masse in Köln ausmachen: Fast jeder Kölner hat ein Rad.

Und noch etwas begeisterte die Statistiker. Ihr Amt wurde im vergangenen Jahr 125 Jahre alt. In der statistischen Woche im vergangenen Herbst wurde zwar in einem Festakt im Rathaus dieses Geburtstages gedacht. „Aber wir hatten überhaupt keine Zeit, eine Festschrift zu erstellen“, gab Abteilungsleiter Hermann Breuer zu. „Da war diese Diplomarbeit für uns wie ein Sechser im Lotto.“ Die fesche Verpackung der Daten gefiel auch dem Amt für Wirtschaftsförderung so gut, dass es den Druck der Diplomarbeit als Festschrift mittrug. 2000 Exemplare „Stadt in Zahlen - Köln“ wurden hergestellt. „Die meisten werden zu Werbezwecken von der Wirtschaftsförderung verschickt“, berichtete Breuer. Das 150-Seiten-Werk ist aber auch im Amt für Statistik erhältlich und im Stadtmuseum, und zwar kostenlos.

Die Kölner Zahlen kommen zwar kunterbunt daher, leider aber oft auch so klein, dass eine Lupe beigelegt werden müsste. Das schmälert das Entdeckervergnügen etwas. Aber mit pingeligem Mathematiker-Blick sollte das Werk auch nicht betrachtet werden, empfahl Breuer: „Wir sehen es als Design-Idee an. Und nicht als korrekte Wiedergabe von Daten.“

Antje Julius ist selbst erstaunt über die starke Resonanz bei den Statistikern. Dabei hatte sie das Erkunden von Darstellungsmöglichkeiten gereizt: „Es waren drei Monate harte Arbeit, aber auch viel Spaß.“ Der Einsatz hat sich für sie nicht nur durch die Veröffentlichung gelohnt: Ihre Professoren würdigten ihn mit einer Eins. Und eine Kölner Agentur für Unternehmenskommunikation gab ihr eine Stelle. Unbefristet.



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