Schriftgröße

Nahverkehr

Kliniken stehen auf dem Fahrplan

Von Norbert Ramme, 04.05.09, 14:00h

Die KVB wollen die Merheimer Krankenhäuser an das Nahverkehrsnetz anbinden. Die neue Linie 158 könnte schon zum Fahrplanwechsel im Dezember im Einsatz sein.

Merheimer Kliniken
Bild vergrößern
Noch biegt die Buslinie 157 an der Olpener Straße links ab. Möglicherweise fährt der Bus von Dezember an geradeaus. (Bild: Ramme)
Merheimer Kliniken
Bild verkleinern
Noch biegt die Buslinie 157 an der Olpener Straße links ab. Möglicherweise fährt der Bus von Dezember an geradeaus. (Bild: Ramme)
Kalk - „Endlich gibt es mal konkrete Vorschläge. Da haben wir lange genug drauf gewartet“, waren sich Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, und sein CDU-Kollege Jürgen Schuiszill einig. Nach rund 17 Jahren Vorlauf scheinen die ständigen Forderungen und Beschlüsse der Kalker Bezirksvertretung, die Kliniken in Merheim an das Nahverkehrsnetz anzuschließen, erfüllt zu werden. Stadtverwaltung und Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) stellten den Bezirksvertretern jetzt zwei mögliche Varianten vor, wie ein Bus entlang des Krankenhauses sowie durch das benachbarte Neubaugebiet mit rund 700 Wohnungen auf dem ehemaligen Madaus-Gelände fahren könnte.

Favorit von KVB und Stadt ist dabei die Einrichtung der ganz neuen Buslinie 158, die im 30-Minuten-Takt von der Straßenbahnhaltestelle Merheim am Kieskauler Weg aus als Pendelbus zunächst die Neubauten, dann das Krankenhaus und auch die Rheinische Landesklinik (LVR-Klinik) anfährt. Alternativ sei auch eine zusätzliche Schleife der derzeitigen Buslinie 157 (von Höhenhaus nach Ostheim) möglich. Der Bus würde dann von der Kreuzung Olpener Straße und Ostmerheimer Straße aus Stopps an den Hospitälern einlegen, das Neubauviertel durchqueren ehe er über die Madausstraße auf die ursprüngliche Route zurückkehrt.

Doch so richtig zufrieden waren die Bezirksvertreter mit den Vorschlägen von Verwaltung und KVB nicht. Schuiszill. „Wir sind mit beiden Varianten nicht glücklich.“ Auch Krems sah jeweils Vor- und Nachteile. Die von den Bezirksvertretern gewünschte Durchfahrt des Busses von der Haltestelle Merheim (Linie 1) nach Ostheim (Linie 9) mit der Möglichkeit, später auch die geplanten Neubauten auf dem ehemaligen „Millionenacker“ mit anzubinden, lehnte Christian Dörkes vom Stadtplanungsamt als „nicht wirtschaftlich“ ab. Eine Durchfahrt der neuen Buslinie 158 nach Ostheim sei möglich, aber dann würden sich die Kosten verdoppeln. Hier sind bislang 300 000 Euro pro Jahr veranschlagt, von denen die KVB „nach einer Eingewöhnungsphase“ 130 000 Euro über die Fahrgäste wieder einnehmen will. Das bleibenden Defizit sei, so Dörkes, nicht gedeckt. „Dafür muss dann der Stadtwerke-Konzern aufkommen“, sagte Gunther Höhn von der KVB.

Wesentlich kostengünstiger würde die Verschwenkung der Buslinie 157. Da würden sich die Zusatzkosten vollständig einspielen. Allerdings sei diese Linie schon jetzt, so Höhn, gut genutzt und „in Spitzenzeiten an der Grenze der Auslastung“. Daher plädierte er für die neue Linie, zumal diese auch die Rheinischen Landeskliniken anfahren soll. Anstelle der bislang geplanten Rundfahrt durchs Krankenhausgelände, will die Verwaltung nunmehr auch noch die Möglichkeiten einer Wendeschleife auf dem Areal der LVR-Klinik prüfen. „Dazu will die Klinik ein Grundstück bereitstellen“, sagte Grünen-Politikerin Karin Schmidt, die dort beschäftigt ist.

Problematisch und kompliziert sei, so Höhn, derzeit auch die Wendesituation auf der anderen Seite. Denn die momentan genutzte Wendeschleife neben der Haltestelle Merheim fällt in Kürze weg, weil dort mehrere Neubauten für einen Ortsmittelpunkt geplant sind. Der Bus muss dann einen gut 1,5 Kilometer langen Umweg durch den Stadtteil fahren. „Solch eine Leerfahrt an zwei weiteren regulären Bushaltestellen vorbei kann höchstens ein Provisorium sein und keine Dauerlösung“, sagte Krems. Auch bei der Fahrt durchs Klinikgelände sehen die Politiker noch zahlreiche Schwierigkeiten. CDU-Ratsfrau Ursula Gärtner: „Da sind Straßen durch Poller und Barrieren abgesperrt. Zudem geht es teilweise über Parkplatzflächen.“

Ein Ortstermin aller Bezirksvertreter am 2. Juni (16.30 Uhr) soll nun für Klarheit sorgen. Während Schmidt und ihre SPD-Kollegin Kerstin Schmedemann für eine Radtour plädierten, bestand Bezirksbürgermeister Winfried Dohm (CDU) auf eine gemeinsame Busfahrt. Danach will man dem Verkehrsausschuss, der am 16. Juni tagt, eine Entscheidung vorlegen.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


WAS.WANN.WO.


Bildergalerien


Das Musik-Event 2011


Neue ksta.tv-Videos aus Köln