Von Frank Weiffen, 05.05.09, 19:01h, aktualisiert 06.05.09, 12:13h
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„Jede Geburt ist nach wie vor etwas Besonderes“, sagt sie und erntet eifriges Nicken von den Kolleginnen, die um sie herum stehen und die von Minute zu Minute zahlreicher erscheinenden Besucher am Informationsstand empfangen. Da ist zum Beispiel Ulrike Sandtner (35), die in der DDR aufwuchs und eigentlich Kinderkrippenerzieherin werden wollte, nach der Wende aber feststellen musste: „Die Krippen gab es nicht mehr.“ So wurde auch sie Hebamme. Genau wie Sonja Wangemann (35), die schon viele glückliche Mütter und zu Boden sinkende Männer im Kreißsaal sah und von ihrem zur Berufung gewordenen Beruf schwärmt: „Eine Geburt ist nicht nach zwei Stunden vorbei. Der Kontakt zu Eltern und Kindern bleibt noch lange erhalten.“
Das beste Beispiel dafür ist jemand wie Andrea Volpe. Die 38-jährige Leverkusenerin brachte im Klinikum vor fünf Monaten ihren Sohn Linus zur Welt und ist nach wie vor wöchentlich zu Gast im „Stillcafé“, wo sie sich mit anderen Müttern und deren Zöglingen trifft. Betreut wird diese „Krabbelgruppe“ von Linda Krautmacher (47). Und die kennt ihre kleinen, süßen Pappenheimer alle: Als sie Linus erblickt, streichelt sie ihm übers Bäckchen und sagt lachend: „Er ist der Star der Gruppe, weil er nach der Geburt am lautesten von allen Säuglingen nach der Brust gebrüllt hat. So einen vergisst man nicht.“
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Natürlich ist das Dasein als Hebamme - auch in einem so modernen Klinikum wie dem Leverkusener, in dem es neben vier Kreissälen auch eine große Station mit Wochenbetten gibt - nicht immer ein Zuckerschlecken. „Die Bezahlung ist bei vielen schlecht. Und oft müssen Hebammen mehrere Schwangere im Kreißsaal gleichzeitig betreuen“, sagt Zimmer. Davon seien sowohl fest angestellte Hebammen, von denen es im Klinikum 22 gibt, als auch freiberufliche Kolleginnen betroffen. „Und auch darauf wollen wir heute aufmerksam machen.“ Was sie damit meint ist klar: Der Beruf der Hebamme ist kein Beruf, der irgendwann einmal überflüssig wird. Jede Gesellschaft sollte ihre Hebammen pflegen.
Das findet auch Ulrike Sandtner: „Ich wünsche mir eine Hebamme, die von ihrer Arbeit leben kann“, zitiert sie das offizielle Motto des Tages und blickt ernst. Aber nicht lange: Sekunden später schnappt sie sich ein paar schwangere Damen, um mit ihnen eine Tour durch den Kreißsaal zu machen. „Auf geht's“, sagt Sandtner. Jetzt lächelt sie wieder dieses begeisterte Lächeln.
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