Von unserer Redaktion, 08.05.09, 18:46h, aktualisiert 10.05.09, 10:18h
Kleinere Gruppen linker Demonstranten versuchten zeitweise, die Absperrungen zu durchbrechen oder die Veranstaltung durch eine Sitzblockade zu verhindern. Gewalttaten konnten jedoch verhindert werden.
Die Chronik der Ereignisse:
16.50 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma bedankt sich am Samstagnachmittag in einer ersten Stellungnahme nach dem Ende der Pro Köln-Kundgebung bei allen friedlichen Gegendemonstranten. „Köln hat eine unmissverständliche und souveräne Antwort an alle rechtsextremen Scharfmacher gegeben, die glaubten, auf dem Rücken von Ausländern hier billigsten Wahlkampf machen zu können." Allein die geringe Zahl der von den rechten Organisatoren mühsam nach Köln gebrachten Kongressteilnehmer zeige klar, dass Köln überhaupt kein Platz ist für ausländerfeindliche Hetze sei.
16.10 Uhr: Die Bundespolizei zieht eine positive Bilanz des Tages. Die An- und Abreise mit Zügen der Deutschen Bahn AG zu den Demonstrationen sei fast störungsfrei verlaufen. Insgesamt seien rund 400 Personen aus dem rechten und 700 Personen aus dem linken Spektrum verzeichnet worden.
Am frühen Morgen war es lediglich zu einer kurzzeitigen Bahnbetriebsstörung im Bahnhof Köln-Ehrenfeld zu gekommen. Unbekannte zogen unmittelbar bei der Einfahrt des Regionalexpress von Mönchengladbach nach Koblenz in den Bahnhof Köln-Ehrenfeld die Notbremse, wodurch der Zug wenige Augenblicke vor dem planmäßigen Halt am Bahnsteig zum Stehen kam. "Einige Zugtüren wurden entriegelt und 15 Personen, die offensichtlich der linken Szene zuzuordnen sind, blockierten kurzzeitig die Gleise, so dass aus Sicherheitsgründen der Bahnverkehr gesperrt werden musste", so die Bundespolizei. Darüber hinaus sei ein Farbbeutel auf die Scheibe der Lok geworfen. Die Bundespolizei nahm mehrere Personen zur Feststellung der Personalien in Gewahrsam.
15.45 Uhr: Reiner Schmidt vom "Bündnis gegen Pro Köln" zieht eine positive Bilanz der Proteste gegen Pro Köln und spricht von insgesamt 5.000 Teilnehmern. Schmidt kritisiert jedoch die Taktik der Polizei, so gut wie keine Gegendemonstranten zum Barmer Platz selber vorzulassen. "Die Polizei hat versichert, jeder Kölner Bürger dürfe seine Meinung vor Ort kundtun", so Schmidt. Es seien jedoch nur einige wenige auf den Platz gelangt. Auch verkleidete "Pappnasen" seien am Zutritt gehindert worden. Das "Bündnis gegen Pro Köln" hatte im Vorfeld lautstarke Proteste mit Trillerpfeifen angekündigt.
15.15 Uhr: Oberbürgermeister Fritz Schramma spricht. Er freue sich "auf unsere große, repräsentative Moschee", so Schramma, der sich überzeugt zeigt, dass die Moschee ein offener Ort für alle Menschen werde. "Die Kölner werden stolz sein auf ihre Moschee." Kabarettist Heinrich Pachl mahnt, nicht nur an diesem einen Tag zu demonstrieren, sondern sich das ganze Jahr mit den Ursachen für die Unzufriedenheit der Menschen zu beschäftigen.
15.00 Uhr: Vor dem alten, zum Teil schon abgerissenen Gebäude der Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib haben sich mehrere hundert Menschen zu einer Kundgebung versammelt - unter ihnen zahlreiche Kölner mit türkischen Wurzeln. Zur Musik von Rolly Brings und seiner Band soll ein multikulturelles Fest mit klarer politischer Botschaft gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung gefeiert werden. Ursprünglich wollten die Rechtsextremen eine Demonstration zum Ort der alten Moschee durchführen, die ihnen jedoch von Polizei und Gerichten verboten worden war. Die Venloer Straße ist derzeit nur eingeschränkt befahrbar.
13.45 Uhr: Die Polizei kann ein positives Fazit ziehen: Bis auf kleinere Zwischenfälle ist es bei der Kundgebung von Pro Köln und der großen Gegendemonstration ruhig geblieben. Die Polizei spricht von einem "generell friedlichen Verlauf", vereinzelt wurden Personen in Gewahrsam genommen. Alle genehmigten Demonstrationen konnten stattfinden, lediglich vereinzelte Gruppen hätten versucht, an den Absperrungen zu stören.
13.20 Uhr: Der Großteil der Pro Köln-Anhänger besteigt eine S-Bahn in Richtung Leverkusen. Die Personenkontrollen am Bahnhof Deutz werden fortgesetzt, so dass der normale Reiseverkehr immer noch behindert ist.
13.00 Uhr: Die Gegendemonstration des Bündnisses "Köln stellt sich quer" ist ebenso beendet. Manche Teilnehmer haben sich ins Gras gelegt, um das Wochenende einzuläuten, andere strömen Richtung Roncalliplatz, wo im 12.30 Uhr das Europafest der Stadt mit Musik und Wortbeiträgen von Europaabgeordneten begonnen hat.
12.50 Uhr: Die Polizei sucht nach Möglichkeiten, die Pro Köln-Anhänger nach der Kundgebung unbeschadet an den Gegendemonstranten vorbei zu leiten.
12.45 Uhr: Auf dem Roncalliplatz wird der Europatag eröffnet, bei dem sich Parteien und Partnerstädte präsentieren. Bei der Rede von Oberbürgermeister Fritz Schramma fliegen plötzlich Tomaten - offenbar von linken Chaoten geworfen. Schramma wird nicht getroffen. Der Vorfall ist schnell vorbei, die Autonomen veschwinden.
12.40 Uhr: Die von Pro Köln engagierten Ordner am Barmer Platz sind jung und scheinen durchweg überfordert mit der Situation. Sogar ein Fotograf wurde von ihnen angegriffen. Manche Pro Köln-Demonstranten machen aus ihrer neonazistischen Gesinnung keinen Hehl: So ist auf einem T-Shirt als Aufschrift zu lesen: "Eure Galgen werden schon gezimmert." Überschrift: Deutsch - Stolz - Treue. Als der Träger fotografiert wird, fordert ihn einer der Ordner auf, eine Jacke überzuziehen.
12.35 Uhr: Die Kundgebung von Pro Köln löst sich auf.
12.25 Uhr: Markus Beisicht, Vorsitzender von Pro Köln und Pro NRW, spricht auf dem Barmer Platz.
12.15 Uhr: Der Barmer Platz ist riesig - die Kundgebung von Pro Köln verliert sich. Die Demonstranten würden zahlenmäßig auch in den Strafraum eines Fußballplatzes passen. Soeben hat Jörg Uckermann, Fraktionsvorsitzender von Pro Köln in der Bezirksvertretung Ehrenfeld, gesprochen. Er versteift sich zu der Behauptung: "Wir stehen hier gerade auf dem schönsten Platz von Köln!" Die 50 Linken, ca. 35 Meter von der Bühne entfernt, halten dagegen: "Ihr macht euch lächerlich, Ihr seid nur ein Karnevalsverein!"
12.10 Uhr: Eine Gruppe von 30 rechten Nachzüglern wird von der Polizei zum Ort der Pro Köln-Kundgebung geleitet. Die Rechten waren offenbar von linken Gegendemonstranten festgehalten worden.
12.00 Uhr: SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jürgen Roters spricht zu den Demonstranten von „Köln stellt sich quer“ vor dem LVR-Turm. „Köln ist bunt – nicht braun!“ so Roters' Absage an Pro Köln. Er erinnert an den erfolgreichen Protest der Kölner gegen den ersten „Anti-Islamisierungskongress“ im September 2008. „Die Rechtspopulisten werden in diesem Jahr wieder scheitern“, ist Roters überzeugt. Man müsse die Sorgen der Bevölkerung, ob Integration zu schaffen sei, dennoch ernst nehmen. "Integration gelingt, wenn wir sie als gemeinsame Aufgabe angehen", so Roters.
11.55 Uhr: Während vor dem LVR-Turm friedlich demonstriert wird, wächst an den Polizei-Absperrungen der Druck: Am Auenweg versuchen Linke, die Sperren zu überwinden, mehrere Gegendemonstranten werden von der Polizei abgeführt. Das Polizeiaufgebot ist massiv, auch am Bahnhof Deutz wird streng kontrolliert. Unter Fahrgästen zeigt sich Unmut: Nur wer ein Ticket vorweisen kann, wird in das Gebäude gelassen. Die Kontrollen ziehen sich lange hin.
11.40 Uhr: Polizeipräsident Steffenhagen unterstreicht, dass die Polizei konsequent gegen jedes Aufkommen von Gewalt vorgehen wird. "Wir sind stolz und dankbar, dass das Konzept der Polizei von allen Gerichten bestätigt wurde", so Steffenhagen zu den Entscheidungen des OVG Münster und des Bundesverfassungsgerichts vom Freitag, keine rechte Demonstration in der Innenstadt zuzulassen und die Pro Köln-Kundgebung nach Deutz "auszulagern".
11.35 Uhr: An LVR-Turm und Deutzer Bahnhof ist die Lage unter Kontrolle: Der großen Anzahl friedlicher Gegendemonstranten stehen die ca. 150 Anhänger von Pro Köln gegenüber. Die rund 50 Demonstranten, die es bis auf den Barmer Platz geschafft hatten, sind festgesetzt.
11.30 Uhr: Am LVR-Turm haben sich inzwischen rund 4.000 friedliche Demonstranten versammelt, um Flagge zu zeigen gegen Rechts. Dort hatte bereits um 10 Uhr die Demonstration der DGB-Jugend begonnen.
11 Uhr: Schätzungsweise mehr als 2.000 Gegendemonstranten vom Bündnis "Köln stellt sich quer" setzen sich in diesen Minuten vom Heumarkt aus über die Deutzer Brücke in Richtung LVR-Turm in Bewegung.
10.50: Mit einem Redebeitrag von Filip Dewinter, Fraktionschef von Vlaams Belang, vor rund 150 Rechten beginnt die Pro-Köln-Kundgebung auf dem Barmer Platz. Die linken Gegendemonstranten sind inziwschen so weit abgedrängt, dass sie die Veranstaltung nicht mehr sprengen können.
10.40 Uhr : Die Stimmung wird allmählich hitziger. Die ca. 50 Linken auf dem Platz werden durch die Polizei von den Pro Köln-Anhängern getrennt. Mit Sprechchören versuchen beide Seiten, sich gegenseitig niederzubrüllen. Bei den Linken heißt es "Nazis raus", Pro Köln kontert mit "Stasi raus".
10.30 Uhr: Unter den Gegendemonstranten, die es auf den Barmer Platz geschafft haben, ist auch Claus Ludwig, der für die Linkspartei im Kölner Rat sitzt. Er verlässt freiwillig nach Aufforderung den Platz und sagt: „Es ist unglaublich, mit welcher Präsenz die Polizei ganz Deutz lahmgelegt hat.“ Er freue sich aber, dass der Protest gegen die Rechten soweit getragen werden konnte. Viele der Linken haben einen grünen Aufkleber mit der Aufschrift „No go für Nazis“ auf ihrer Kleidung.
10.20 Uhr: Auf der Kundgebung am Heumarkt sorgt Kabarettist Jürgen Becker mit seinen Einlagen für Erheiterung. Unter anderem geht er der Frage nach, warum die Rechtsextremen zum Demonstrieren eigentlich immer nach Köln kommen und verweist auf den niedrigen Bildungsgrad der Rechten. "Da kommen die gerne in eine Stadt, wo man zu blöd ist, eine U-Bahn zu bauen." Oberbürgermeister Schramma, der neben Becker auf der Bühne steht, sieht wenig erfreut aus und bekommt auch noch sein Fett weg. "Sie wussten ja gar nicht, dass eine U-Bahn gebaut wird", sagt Becker zu Schramma gewandt.
10.15 Uhr Am Barmer Platz haben sich unter die Rechten auch rund 50 Gegendemonstranten gemischt, die zu den aus den Lautsprechern schallenden deutschen Schlagern schunkeln. Pro-Köln-Anhänger halten mit "Wir sind das Volk"-Chören dagegen. Es ist ruhig, die Polizei versucht, die Linken von der für Pro Köln reservierten Fläche abzudrängen.
9.45 Uhr: Die Anreise der Rechten scheint zu funktionieren: Innerhalb von wenigen Minuten ist die Zahl der Pro-Köln-Anhänger auf dem Barmer Platz auf 100 bis 150 angewachsen, der Barmer Platz füllt sich zunehmend. Darunter befinden sich viele tschechische Nationalisten und Anhänger der belgischen Rechtspartei Vlaams Belang.
10 Uhr: Auf dem Heumarkt beginnt die Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“, das von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen getragen wird. Oberbürgermeister Fritz Schramma erinnert die mehreren hundert Teilnehmer in seiner Rede an den überwältigenden Erfolg der Proteste gegen Pro Köln im vergangenen Jahr. Köln sei kein Platz für „rechtsextreme Scharfmacher“: „Wir rufen ihnen zu: Wir wollen Euch nicht! Wir stellen uns quer! Finger weg von unserer Stadt!“ Wenn er höre, dass die Rechten Propagandamaterial an den Schulen verteile, mache ihn das das zornig. Und der Grünen-Politker Reinhard Bütikofer ergänzt: „Wenn die Rechten gegen Schwule hetzen, dann sind wir alle Schwule, und wenn sie gegen Juden hetzen, dann sind wir alle Juden, und wenn sie gegen Muslime hetzen, dann verteidigen wir alle die Freiheit des muslimischen Glaubens.“
Vor dem LVR-Turm in Deutz beginnt ebenfalls um 10 Uhr eine Demonstration der Gewerkschaftsjugend. Das Moto: „Keine Stimme für Nazis“. In St. Gereon beginnt zeitgleich ein zentraler Gottesdienst, organisiert vom Caritasverband, Katholikenausschuss und der Gemeinde St. Gereon. Anschließend ist ein Demonstrationszug zum Roncalliplatz geplant.
9.30 Uhr: Der Bahnhof Ehrenfeld ist für ca. 15 Minuten gesperrt. In einem Zug aus Mönchengladbach ziehen Linke die Notbremse, der Zug kommt kurz vor dem Bahnhof zum Stehen. Ein Teil der ca. 100 bis 150 Linken blockiert die Gleise, ein anderer Teil besprüht den Zug. Die Bundespolizei entfernt die Demonstranten von den Gleisen, der Zug wird ausgesetzt. Die übrigen Reisenden müssen mit anderen Anschlüssen weiterfahren.
9.30 Uhr: Zur Stunde ist es friedlich in Deutz: Der Barmer Platz wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Dort haben sich ca. 20 Anhänger von Pro Köln rund um eine transportable Bühne, die sich auf einem Lkw befindet, versammelt. Aus Lautsprechern schallt Schlagermusik. Eine Handvoll linker Demonstranten hat es bis zur letzten Straßensperre der Polizei geschafft.
9.15 Uhr: Am Bahnhof Leverkusen Mitte besteigen ca. 70 Anhänger von Pro Köln einen Zug in Richtung Köln. Es bleibt ruhig.
Samstag, 9.00 Uhr: Aus dem Umland reisen sowohl Pro Köln-Anhänger als auch Gegendemonstranten nach Köln. Der ICE-Bahnhof in Siegburg wird von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Hier steigen gegen 9 Uhr ca. 40 Rechte in den Zug nach Köln. Auf der Gegenseite kommt es zu einer Festnahme, weil sich eine Linke der Polizei widersetzt. Rechte und Linke sind gemeinsam in dem Regionalexpress, auch Polizeibeamte fahren mit nach Köln.
Pro-Köln-Demo: Aufruf zum friedlichen Protest
Pro-Köln-Kongress: Polizei warnt vor Behinderungen
Region: Pfiffe und Buhrufe gegen die Rechten
Bildergalerie: Pro Köln und Linke am Barmer Platz
Bildergalerie: Gegendemo von „Köln stellt sich quer“
Bildergalerie: Rechte und Linke starten vom Bahnhof Siegburg
Bildergalerie: Demo am Freitag gegen Pro-Köln
ksta.tv: Köln im Ausnahmezustand
ksta.tv: Protest gegen Pro Köln
ksta.tv: Leichte Randale bei Demo am Freitag
Bildergalerie: 2008: Irrfahrt von Pro Köln
Hintergrund: Rückblick: Proteste gegen Pro Köln im September
PO Köln wählen heißt seine Stimme zu verschenken
11.05.2009 | 18.23 Uhr | PRO-KÖLN-SCHEISSE
mündigerBürger muss mal einsehen, dass er ein Nazi ist. Er würde Hitler sicher blind folgen...
@mündiger Bürger
11.05.2009 | 16.19 Uhr | Newton
Ich habe noch etwas vergessen. Es muss heißen:
"Der folgende Kommentar von NAME ist bezeichnend für GRUPPE. KSTA ich fordere Sie auf, die…
@mündigerBürger
11.05.2009 | 16.17 Uhr | Newton
Sie langweilen indem Sie immer wieder dasselbe schreiben. Sie picken sich eine Person raus, deren Schreibstil Ihnen nicht gefällt und wollen diese…
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