Von Matthias Pesch, 15.05.09, 20:11h, aktualisiert 16.05.09, 08:46h
Fünf Bürgerinitiativen protestieren gegen den geplanten Ausbau und haben bereits mehr als 5000 Unterschriften an Baudezernent Bernd Streitberger übergeben: Sie wehren sich gegen die geplante Fällung von 150 Bäumen, sie fürchten Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und Schleichverkehr durch die Anwohnerstraßen. Die Bezirksvertretungen Innenstadt und Rodenkirchen haben die Verwaltung mit einer erneuten Varianten-Prüfung beauftragt, der Rat hat im Februar diverse Anfragen gestellt. Und auch der Oberbürgermeisterkandidat von SPD und Grünen, Jürgen Roters, hat kürzlich ein „Moratorium“, die Aussetzung des Ratsbeschlusses, angeregt. „Der sechsspurige Ausbau war nicht unser Wunschtraum“, räumt auch Peter Kron, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, ein. „Wenn es eine bessere Lösung gibt, kann man mit uns über alles reden.“ Dazu sei es aber nötig, dass die Verwaltung zunächst alle offenen Fragen beantworte, alle Prüfungen abschließe.
Die Bezirksvertretungen und einige der Bürgerinitiativen haben jetzt eine „Troglösung“ ins Spiel gebracht: Kein langer Tunnel mit Deckel, sondern eine schmalere, offene Unterführung der Gleise mit zwei mal zwei Fahrspuren. Diese Variante wäre preiswerter als ein Tunnel (geschätzte Kosten: 80 Millionen Euro) und „ein Interessenausgleich zwischen Baumschutz, Anliegern und Verkehrsteilnehmern“, sagt Harald von der Stein vom Netzwerk „Bürger für Bäume“. Auch Ellen Winter von der Bürgerinitiative Rheinuferstraße ist überzeugt, dass, „eine ebenerdige Lösung massive Auswirkungen auf die Anwohner haben würde“. Die Bürgerinitiative Südliche Altstadt (Bisa) dagegen plädiert dafür, zunächst gar nichts zu unternehmen und abzuwarten, ob sich die prognostizierten Staus überhaupt einstellen - eine Position, die auch die Grünen vertreten.
„Unterirdische Lösung“
Bei CDU und FDP rennen die Befürworter einer Troglösung offene Türen ein. „Ob Tunnel oder Trog - was mehrheitsfähig ist, würden wir mittragen“, sagt Karsten Möring (CDU). „Wir sind auf jeden Fall für eine unterirdische Lösung“, ergänzt FDP-Fraktionschef Ralph Sterck. Dezernent Streitberger dagegen wirbt weiterhin für den rund 4,3 Millionen Euro teuren Straßenausbau zwischen Schönhauser Straße und Maternusstraße. Ein Tunnel wäre „die viel größere Stadtzerstörung“, sagt er, und der Trog wäre „noch einmal eine schlechtere Lösung“. Die Rampen müssten nämlich genau so lang sein wie beim Tunnel, aber durch den fehlenden Deckel sei die Lärm- und Abgasbelastung deutlich größer. Es gebe keine Oberfläche zum Gestalten, „und beim Straßenausbau könnten wir viel mehr der gefällten Bäume ersetzen als bei Tunnel oder Trog“, so Streitberger. Anliegen der Stadt sei es, „so viele Bäume wie möglich zu erhalten“.
Laut Streitberger werden die Planungen für den Ausbau „nicht vor dem Herbst fertig“. CDU-Verkehrsexperte Karsten Möring plädiert dafür, das Thema „so schnell wie möglich wieder auf die Tagesordnung zu setzen“.
Ausbau der Rheinuferstraße: Anwohner wollen keinen Kahlschlag
Wozu überhaupt Querung?
21.05.2009 | 22.31 Uhr | HoraceScope
Ich verstehe nicht, wozu wir überhaupt diese Querung brauchen! Man kommt doch jetzt schon recht zügig von der Schönhauser zum Chlodwigplatz und…
@achso
19.05.2009 | 22.49 Uhr | toejam
@achso: 2 Meter weniger Tiefe bedeutet bei einer Rampenneigung von 5% 40 m je Seite, das finde ich schon erheblich!
Und wenn sie jemals mit der…
Schwachsinnige Förderrichtlinien
18.05.2009 | 17.33 Uhr | Investigator
Wer macht eigentlich diese schwachsinnigen, unflexiblen, bürgerfeindlichen und Geld verschwendenden Förderrichtlinien? Würde man die KVB in die grüne…
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