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Ausstellung

Stärken statt Defizite zeigen

Von Kathy Stolzenbach, 20.05.09, 18:07h, aktualisiert 20.05.09, 18:08h

Guildo Horn präsentiert im studio dumont die Werke geistig behinderter Künstler des „Atelier Goldstein“. Horn war durch einen Dokumentarfilm auf das Projekt aufmerksam geworden.

Guildo Horn
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Guildo Horn im Gespräch mit Künstlern des „Atelier Goldstein“. (Bild: Rakoczy)
Guildo Horn
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Guildo Horn im Gespräch mit Künstlern des „Atelier Goldstein“. (Bild: Rakoczy)
Innenstadt - Aufgeregt ist Julius Bockeit nicht mehr: „Es ist ja nicht meine erste Ausstellung“, sagt er im Gespräch mit Guildo Horn während der Vernissage am Dienstagabend im studio dumont. Noch bis zum 28. Mai sind dort Werke von Künstlern des „Atelier Goldstein“ ausgestellt.

Das Atelier wurde vor sieben Jahren in Frankfurt von der Lebenshilfe gegründet, um Künstlern mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, ihre Kunst professionell zu gestalten und zu präsentieren. Guildo Horn war durch einen Dokumentarfilm auf das Projekt aufmerksam geworden und hatte einige Künstler des Ateliers in seine Fernsehsendung „Guildo und seine Gäste“ (SWR) eingeladen. „In der Sendung ging es darum, Menschen, die als geistig behindert bezeichnet werden, so zu zeigen, wie sie wirklich sind“, erklärt Horn. „Wir gucken immer nur auf die Defizite, dabei gilt es, die Stärken dieser Menschen zu zeigen“, fügt er hinzu. Die Kunst biete den Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit, sich selbst auszudrücken. „Ihre Bilder haben eine unglaubliche Kraft. Ich sehe sie als faszinierende Künstler und nicht als geistig Behinderte“, so Horn bei der Ausstellungseröffnung.

Markus Schmitz sieht sich selbst als Künstler, seitdem er beim Atelier Goldstein ist. Er ist stolz darauf, dass er seine Werke nun ausstellen kann. Künstler zu sein, bedeutet für ihn „frei nach Schnauze arbeiten zu können.“ Die Vorlagen für seine Figuren-Aquarelle findet er in Musik- und Modezeitschriften. Sein Ziel für die Zukunft: „Irgendwann von der Kunst leben zu können und nicht mehr arbeiten zu müssen.“

Julius Bockeit beweist in seinen Bildern Gespür für das Filigrane: Seine Kompositionen aus Linien malt er vor allem mit Bleistift und feinen Filzstiften - ohne Lineal. Einige seiner Werke ähneln der Tastatur eines Klaviers. Das ist kein Zufall, denn Bockeit ist auch musikalisch begabt und kann seine Bilder sogar „spielen“. Den Gästen im studio dumont gibt er eine Kostprobe seines Könnens: Durch rhythmisches Klopfen auf einen Tisch möchte er die Schwingungen, die seine Bilder visuell widerspiegeln, akustisch spürbar machen.

Die Ausstellung kann noch bis Donnerstag, 28. Mai, täglich von 11 bis 17 Uhr im studio dumont besucht werden. Der Eintritt ist frei.



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