Erstellt 14.04.09, 10:24h, aktualisiert 14.04.09, 18:54h
Neben der Genehmigung zweier weiterer gentechnisch veränderter Maissorten steht auch eine Verlängerung der Genehmigung für 'Mon 810' an. Es wäre wichtig, dass sich Deutschland gegen die weitere Zulassung von 'Mon 810' auch in der EU ausspricht.“
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte am Dienstag in Berlin angekündigt, den Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland zu verbieten. Dabei geht es um eine bestimmte Sorte des Konzerns Monsanto, den genveränderten Mais MON 810. Der kommerzielle Anbau ist seit 1998 in der Europäischen Union zugelassen. Aigner hatte kritische Studien über die Umweltfolgen geprüft. Ihr lag auch ein Bericht von Monsanto vor. In dem Mais ist ein Gen gegen den Schädling Maiszünsler eingebaut.
Druck aus Bayern
Aigner hatte Studien des Bundesamts für Naturschutz, des bundeseigenen Julius-Kühn-Instituts und der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft über mögliche Umweltfolgen geprüft. Ihr lag auch ein Bericht von Monsanto vor, in dem der Gentechnik-Konzern aber keinerlei Grund für ein Verbot sieht. Der Druck aus Bayern, den Genmais-Anbau zu verbieten, war zuletzt größer geworden. Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) will Deutschland zu einer "gentechnikanbaufreien Zone" machen. Umweltverbände, Grüne und Linke fordern seit langem ein Anbauverbot, weil sie Folgen für Tiere und Pflanzen befürchten.
Scharfe Kritik der Industrie
Das Aussaat-Verbot ist aus der Sicht der Pflanzenschutzindustrie weder fachlich noch rechtlich nachvollziehbar. "Damit stellt sich die Ministerin gegen eine rechtskräftige europäische Zulassung auf wissenschaftlicher Basis", kritisierte Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar (IVA), laut Mitteilung in Frankfurt.
Zahlreiche Untersuchungen hätten die Unbedenklichkeit von MON 810 bewiesen. Seit über zehn Jahren profitierten Landwirte und Verbraucher vom Anbau genveränderter Nutzpflanzen. Derzeit werden diese laut IVA weltweit auf über 125 Millionen Hektar angebaut.
CDU und FDP sprechen von Populismus
In der Unionsfraktion im Bundestag stieß Aigners Ankündigung auf Kritik. "Ich halte die Entscheidung für falsch, weil wir damit eine Zukunftstechnologie in Deutschland verhindern oder große Umwege gehen müssen", sagte der agrarpolitische Fraktionssprecher Peter Bleser (CDU). Die Entscheidung sei "stark CSU- geprägt". Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) erklärte: "Ich habe für ein Verbot überhaupt kein Verständnis." Die Entscheidung sei "populistisch". Auch die FDP-Fraktion sprach von einer Fehlentscheidung und Populismus. "Der Wissenschaftsstandort Deutschland nimmt schweren Schaden", warnte die FDP-Gentechnikexpertin Christel Happach-Kasan.
Grüne und Linke werteten das Verbot der Genmaissorte MON 810 des Gentechnik-Unternehmens Monsanto dagegen positiv. "Die Entscheidung war überfällig", sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. (ksta, dpa)
Leitartikel zum Genmais: Kein Abschied von der Gentechnik
Ilse Aigner: Mit Fingerspitzen Gentechnik angepackt
Interessant wie manche mal rasch .....
15.04.2009 | 19.43 Uhr | Kritiker_01
ohne das Gehirn einzuschalten kommentieren. Ich empfehle dringend diesen Leuten mal nach Monsato zu googeln. Eventuell hilft das die "Blindenbrille"…
Artikel fehlt !!!
15.04.2009 | 09.49 Uhr | j.power
Hallo KSTA,
Unter diesem Artikel verweisen Sie in vier Links zu weiteren Hintergrundberichten.
Leider fehlt der Link "Hintergrund: Der…
Es ist einfach nur noch unerträglich !
15.04.2009 | 07.06 Uhr | R.Klein
Wenn dem Guido W. und seiner unsäglichen FDP Entscheidungen gegen den Strich gehen, dann werden diese direkt als "populistisch" disqualifiziert. Aber…
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