Erstellt 14.04.09, 13:40h, aktualisiert 20.04.09, 13:51h
Andrej Kupetz: Es ist nach wie vor so, dass Schwule und Lesben sich etwa in normalen Hotels nicht sonderlich wohlfühlen. Der Kunde ist König – darauf können sich Homosexuelle nicht immer verlassen. Und sei es nur der viel zitierte Blick von der Seite.
Die Axel Hotels werben auf Flyern und im Internet mit wohlgeformten nackten Körpern. Sämtliche Veranstalter schwuler Reisen kommen bei der Bewerbung ihrer Produkte nicht um sexy Attribute herum. Klischees baut man so nicht gerade ab...
Kupetz: Nicht alle Schwulen haben einen knackigen Hintern und einen Waschbrettbauch, das kann ich Ihnen versichern. Aber „Sex sells“, das gilt auch für Homosexuelle. Wenn Werbeträger attraktiv sind, dann greift man eher zu. Das ist nicht anders als bei Heterosexuellen auch, schließlich geht es Werbung ja eben ums Verkaufen. Nur: Bei einem schwulen Hotel fällt die Strategie vielleicht mehr auf.
Gibt es eigentlich auch spezielle Hotels für Lesben?
Kupetz: Es gibt, soweit ich weiß, kein lesbisches Hotel in Deutschland, das auch so heißt. Aber es gibt spezielle Frauenhotels, in Hamburg etwa das Hotel Hanseatin, in Berlin das Hotel Artemisia. Solche Orte stehen für eine Auszeit alltäglicher Sexismen. Gerade in einem Hotel, abends an der Bar, sind die ja oft nicht weit.
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