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Archiv-Einsturz

„Unser Archiv lebt noch“

Von Tim Stinauer, 14.04.09, 17:15h, aktualisiert 14.04.09, 23:23h

Der Trümmerberg an der Einsturzstelle im Severinsviertel wird täglich kleiner. Die Helfer hoffen, vielleicht bis Ende Mai fertig zu sein. Aus dem Stadtarchiv konnte erstaunlich vieles gerettet werden. Derweil macht eine schwarze Katze im Viertel Furore.

Aufräumarbeiten
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Die Aufräumarbeiten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs sind nach einer kurzen Osterpause wieder aufgenommen worden. (Bild: Krasniqi)
Aufräumarbeiten
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Die Aufräumarbeiten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs sind nach einer kurzen Osterpause wieder aufgenommen worden. (Bild: Krasniqi)
Köln - Nach einer kurzen Osterpause haben Feuerwehr und Technisches Hilfswerk die Arbeit an der Einsturzstelle in der Severinstraße wieder aufgenommen. Unterstützt werden die Helfer diese Woche von Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Aachen. Der Trümmerberg wird täglich kleiner. „Es könnte sein, dass wir Ende Mai fertig sind“, sagte Feuerwehrsprecher Günter Weber, schränkte aber ein: „Wir wissen nicht genau, wie weit es noch in die Tiefe geht.“

Um die Beschaffenheit des Bodens zu klären, setzten die Arbeiter am Dienstag einen speziellen Bohrer ein, der Gesteinsproben aus 50 Metern Tiefe an die Oberfläche förderte. „So kann man zum Beispiel herausfinden, ob da unten noch Trümmerteile liegen“, berichtete Weber. Unterdessen begannen Bagger auf der Rückseite des ehemaligen Stadtarchivs, Gebäudereste des Lesesaals und des Verwaltungstraktes abzureißen.

Gisela Fleckenstein, die Leiterin der Abteilung Nachlässe und Sammlungen, zeigte sich erfreut: „Ganz ehrlich: Als ich den Trümmerberg zum ersten Mal gesehen hatte, hätte ich nicht gedacht, dass wir so viel retten können. Unser Archiv lebt noch!“

Wirbel um eine Katze

Fast die Hälfte der ehemals 30 Regalkilometer Archivalien sei inzwischen geborgen, allerdings in unterschiedlicher Qualität. „Es sind auch feuchte Akten dabei, die schon Schimmel angesetzt haben“, sagte Fleckenstein. Diese Schriften werden tiefgefroren, die besser erhaltenen in eine Lagerhalle nach Porz transportiert. „Es wird wohl noch Jahre dauern, die Akten zu restaurieren und so sortieren“, sagte Fleckenstein. „Die einzelnen Bestände sind ja völlig durcheinander geraten.“

Für einigen Wirbel sorgte zuletzt eine schwarze Katze, die Anwohnern der Severinstraße zugelaufen war. Sie hielten das zwölf Jahre alte Tier zunächst für die noch vermisste Schwester von Kater Felix, den die Feuerwehr nach mehr als fünf Wochen lebend aus den Trümmern gerettet hatte - aber es war ein Fehlalarm. „Es ist definitiv nicht die gesuchte Katze“, sagte Feuerwehrsprecher Weber. „Von der fehlt noch immer jede Spur.“



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