Von Christian Bos, 14.04.09, 23:41h
Gestern wurde der legendäre Pop-Produzent Phil Spector wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 3. Februar 2003, dem 44. Todestag Buddy Hollys, hatte Spector der B-Film-Aktrice Lana Clarkson nach Auffassung des Gerichts mit einem „38“-Revolver in den Mund geschossen. Anfang der 60er war Spector Meeks größter Konkurrent. Man telefonierte, verdächtigte den jeweils anderen, seine Ideen zu stehlen. Wo Meek durch Bandmanipulationen einen geisterhaften Hallraum aufbaute, presste Spector ein möglichst großes, aber unisono spielendes Orchester in dementsprechend pompöse Pop-Singles.
Als Brian Wilson Mitte der 60er versuchte, sein Idol Phil Spector zu übertrumpfen, wurde er darüber verrückt. Und als wenig später der Dub-Pionier Lee „Scratch“ Perry in seinem „Black Ark“-Studio neue Hallräume entdeckte, beendete er die Reise der Arche, in dem er sie niederbrannte.
Unsere Eltern hatten völlig recht: Rock'n'Roll ist gefährlich, führt zu Wahnsinn und Gewalt. Oder ist es der Schrecken vorm unbekannten Terrain, der den Verstand dieser Bahnbrecher des Klangs überwältigte?
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