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Archiv-Einsturz

Nord-Süd-Bahn kommt noch später

Von Matthias Pesch, 24.04.09, 15:04h, aktualisiert 24.04.09, 19:50h

Die Einweihung der neuen Nord-Süd-Bahn war eigentlich für Ende 2010 vorgesehen. Durch diverse Komplikationen und den Einsturz des Historischen Stadtarchivs wird sich die Fertigstellung des Mega-Projekts um fast zwei Jahre verzögern.

U-Bahn-Haltestelle am Heumarkt
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Die KVB hat die Bauaufsicht für die neue Nord-Südstadtbahn verloren. An der U-Bahn-Haltestelle am Heumarkt sind die Arbeiten inzwischen wieder aufgenommen worden. (Bild: Schwarz)
U-Bahn-Haltestelle am Heumarkt
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Die KVB hat die Bauaufsicht für die neue Nord-Südstadtbahn verloren. An der U-Bahn-Haltestelle am Heumarkt sind die Arbeiten inzwischen wieder aufgenommen worden. (Bild: Schwarz)
Köln - Die Oberflächen an den Baustellen sollen möglichst bald wieder hergestellt werden. Der Einsturz des Stadtarchivs am 3. März wird die Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn deutlich verzögern. Sollten nach den letzten Planungen die ersten Züge Mitte 2011 rollen, kann die rund vier Kilometer lange Trasse zwischen Breslauer Platz und Marktstraße jetzt frühestens Ende 2012 eröffnet werden. Und selbst diesen Termin könne er nur „mit aller Vorläufigkeit“ nennen, sagte KVB-Vorstandssprecher Jürgen Fenske am Freitag vor Journalisten. Ursprünglich war die Einweihung einmal für Ende 2010 vorgesehen gewesen. Sollten die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt vom Bonner Wall bis zum Rheinufer problemlos verlaufen, könnte diese Strecke laut KVB deutlich früher, nämlich bereits Ende 2011, fertig sein.

Der genaue Zeitplan wird vor allem davon abhängen, wie und wann es in der Unglücksbaugrube am Waidmarkt weitergeht, wo ein Gleiswechsel gebaut werden soll. KVB-Vorstand Walter Reinarz schätzt, dass dort Ende 2009 mit der Sanierung beziehungsweise dem Weiterbau begonnen werden kann.

„Übergabe“ Ende Mai

Voraussetzung dafür sei zunächst die „Übergabe“ der Baustelle von der Feuerwehr an die KVB. Die werde voraussichtlich Ende Mai erfolgen. Permanente Messungen, statische Berechnungen, Untersuchungen des Baugrundes, der Anker, die Schlitzwände und Erdreich verbinden, sowie der Einbettung der Tunnelröhren, dazu die Entwicklung von Sanierungskonzepten - all das laufe bereits oder sei in Vorbereitung, immer in Abstimmung mit allen Gutachtern, mit Feuerwehr, Tüv, Ermittlungsbehörden und anderen Beteiligten. Laut Reinarz hat es seit dem Archiveinsturz in dem Bauwerk keinerlei Erdbewegung mehr gegeben. Das Grundwasser stehe derzeit auf der 28 Meter tiefen Sohle acht Meter hoch und werde auf dieser Höhe gehalten.

Noch sei unklar, mit welchem Verfahren die Arbeiten für den Gleiswechsel fortgesetzt werden, sagte Reinarz. Denkbar sei, um das bestehende Bauwerk herum neue Schlitzwände zu setzen, dem Grundwasser mit Druckluft oder Vereisung Herr zu werden oder es wie in der Vergangenheit abzupumpen. Die vorhandenen Brunnen - die Baufirmen hatten deutlich mehr Anlagen installiert als erlaubt - sollten gegebenenfalls wieder genutzt werden können. Wie hoch die Kosten sind, die der Einsturz verursacht hat, konnte die KVB noch nicht sagen.

Nach den Worten Fenskes ist es ein vorrangiges Ziel der KVB, die Oberflächen an den Baustellen so schnell wie möglich wieder herzustellen. Das soll etwa am Breslauer Platz und am Kurt-Hackenberg-Platz Ende 2010 weitestgehend der Fall sein, zwischen Rathaus und Bechergasse bis August 2010, am Chlodwigplatz bis Ende 2009, mit Ausnahme eines Stücks vor der Severinstorburg. An der Severinstraße werde die Oberfläche erst nach Inbetriebnahme der Bahn fertig. Trotz des Unglücks darf nach den Worten des KVB-Chefs nicht vergessen werden, dass die Nord-Süd-Bahn einen „Quantensprung“ für den öffentlichen Nahverkehr in Köln bringen werde.



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