Von Frank Nägele, 27.04.09, 12:19h, aktualisiert 27.04.09, 15:02h
Und deshalb, alleine deshalb, war der Ausgang der Sache unvermeidlich. Denn Fußball ist auch deshalb eine Art Religion, weil sich seine wichtigsten Prozesse im Bereich des Glaubens abspielen. Und wenn alle ganz fest daran glauben, dass eine Sache scheitern muss, dann wird sie scheitern. Das ist eine Tatsache, die keines Beweises bedarf. Das war schon immer so im Fußball.
Deshalb muss man sich heute noch fragen, was Männer wie Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer im Winter 2007/2008 auf diese Schnapsidee gebracht hat. Keiner Figur wurde mehr Skepsis entgegen gebracht als Klinsmann, daran hat auch die erfolgreiche WM 2006 nichts geändert. Gerade in München, wo sich Tradition, Großmannssucht, Besserwisserei und die Gewöhnung an Erfolg auf eine Art vereinigen, wie nirgends sonst im deutschen Fußball, musste der missionarische Eifer des Allesinfragestellers auf brutalen Widerstand stoßen. Am Ende war gar nicht mehr die Frage, wo Ursache und Wirkung lagen. Ob Klinsmann ein guter Trainer sein kann oder nicht. Ob er überhaupt ein Trainer ist oder nicht. Nur noch: wann, wann? Der Rauswurf wurde von anderen Instanzen beschlossen als der Bayern-Führung. Das war quasi eine nationale Angelegenheit. Die Bayern-Führung hat das Verdikt jetzt nur noch mitgeteilt.
20 Millionen in den Sand gesetzt
Gescheitert ist damit auch der Versuch des Rekordmeisters, der Gefangenschaft in seiner nationalen Überlegenheit zu entrinnen. Denn das war die einzig nachvollziehbare Fantasie, die hinter diesem Brachial-Experiment steckte. Des ständigen Meisterwerdens bei gleichzeitiger europäischer Chancenlosigkeit müde geworden, haben die Herren Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer halt einmal etwas völlig Verrücktes gemacht. Seht her, jetzt hauen wir einen raus! Und jetzt müssen sie ihn wieder raushauen. Kostet schätzungsweise 20 Millionen Euro, diese Idee mit dem riesigen Menschengeflecht, das sie beinhaltete, wieder los zu werden.
Aber kein Grund, jetzt mit Schaum vor dem Mund irgend etwas anzuprangern. Wenn das überschätzte Modeadjektiv "spannend" je irgendwo gepasst hat, dann auf die zehn Monate Klinsmann beim FC Bayern. Es gibt etwas, das noch schlimmer ist als sportliches Scheitern. Langweiliges sportliches Scheitern. Und langweilig war dieses nicht.
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Rausgeschmissen
27.04.2009 | 14.45 Uhr | bratwurstuli
rausgeschmissen gehört nicht Klinsmann sondern die angeblichen Manager Uli, Karl-Heinz und Franz.
Denn wer der Meinung ist, dass uns die Amerikaner…
BILD
27.04.2009 | 14.30 Uhr | Supertyp
hat Klinsi vom ersten Tag an abgesägt!!!
Eine Frechtheit so eine Medienhetze zu veranstalten, das war einfach nur unfair und asozial!!!
Stellt euch…
Uli, leider verdaddelt
27.04.2009 | 13.55 Uhr | huber471
Ich bin seit dem Aufstieg in die Bundesliga Fan des FCB.
Als ich das mit Klinsmann als Trainer hörte, habe ich die Hände über dem Kopf…
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