Erstellt 27.04.09, 18:27h, aktualisiert 27.04.09, 23:18h
Scholz erwartet steigende Lohnsumme
Scholz lässt eine Gesetzesformulierung ausarbeiten, die nach seinen Worten klarstellt: "In Deutschland werden die Renten nicht gekürzt. Nicht im nächsten Jahr, auch nicht in späteren Jahren." Auf Nachfrage bekräftigte Scholz, dass diese Regelung nicht auf 2010 beschränkt sein soll: "Ich will das umfassend ausschließen." Damit werde gesetzlich nur klargestellt, was der Öffentlichkeit ohnehin klar sei. Niemand nehme einem Politiker ab, dass er je eine Rentenkürzung mitmachen werde: "Warum soll man nicht klarstellen, was jeder von uns sowieso weiß."
Der Minister sagte, die Gesetzesänderung wäre nach derzeitigem Kenntnisstand gar nicht erforderlich, um eine Rentenkürzung zu vermeiden. "Die Bundesregierung geht aktuell davon aus, dass trotz der Krise in diesem Jahr die Löhne und Gehälter leicht steigen", sagte Scholz.
Die Rentenanpassung folgt immer der Lohnentwicklung des Vorjahres. Die Regierung legt ihre neue Prognose über die Wirtschaftsdaten am Mittwoch vor. Unangenehm für die Regierung ist dabei ein Statistikeffekt, dass ausgerechnet der politisch gewollte Anstieg der Kurzarbeit den für die Rentenanpassung maßgeblichen Durchschnittslohn pro Arbeitnehmer verringert. Arbeitslose beeinflussen hingegen diese Rechengröße kaum. Auf der Einnahmenseite profitiert die Rentenkasse von der Kurzarbeit, da sie für Kurzarbeiter höhere Rentenbeiträge bekommt als für Arbeitslose.
Faktisch hebelt Scholz mit seinem Vorstoß die Rentenformel aus. Nach geltendem Recht müssen die Renten gekürzt werden, wenn der Durchschnittslohn sinkt. Ausgeschlossen ist eine Kürzung nur, wenn sie allein eine Folge des Riester- oder des Nachhaltigkeitsfaktors wäre. Mit diesen Faktoren werden bei der Rentenanpassung die steigende private Altersvorsorge und die zunehmende Alterung der Gesellschaft berücksichtigt.
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll laut Scholz stabil bleiben und im nächsten Jahrzehnt nicht angehoben werden. Diese Äußerung lässt offen, ob der Beitrag - wie bisher ins Auge gefasst - etwa ab Mitte nächsten Jahrzehnts gesenkt werden kann.
Keine Kürzung 2010
"Wir wollen keine Rentenkürzung im Jahr 2010", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Konkrete Aussagen über die Rentenentwicklung seien reine Spekulation. Dennoch spreche trotz der Krise sehr viel dafür, dass auch im kommenden Jahr die Renten erneut erhöht werden könnten. Sein SPD-Kollege Hubertus Heil sagte unter Verweis auf den statistischen Effekt der Kurzarbeit: "Wir wollen nicht, dass Rentnerinnen und Rentner unter dieser Entwicklung zu leiden haben."In diesem Jahr steigen die Renten kurz vor der Bundestagswahl so stark wie seit den 1990er-Jahren nicht mehr. Zum 1. Juli werden sie im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent angehoben. Dass die Rentensteigerung so kräftig ausfällt, ist auch einer zeitweisen Änderung der Rentenformel zu verdanken. Die große Koalition hat für das vorige und für dieses Jahr die Berücksichtigung des Riester-Faktors ausgesetzt. (rtr)
Wahlkampf
29.04.2009 | 18.17 Uhr | Mabuse
Für wie blöd hält eigentlich diese Fehlbesetzung unter dem Kabinettstisch die Bevölkerung.
Nach dem Motto "erst beschließen, dann gegen die eigenen…
Pflichtbeiträge Fortsetzung!!!
27.04.2009 | 20.43 Uhr | Göcek
Aber unsere politischen Vertreter (Abgeordnete)
genau wie unsere Beamte haben damit ja kein Problem.
Die Abgeorneten bestimmen ihre Pensionshöhe…
Pflichtbeiträge!!
27.04.2009 | 20.33 Uhr | Göcek
@ michaschreibt
Aus welchem Grunde glaubst du, warum die g r o s s e
Koalition Ende der 60er Jahr des letzten Jahrhundert die
Pflichmitgliedschaft…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Fair-Play gegen Kommerz: Teamorder scheidet GeisterCern: Top-Quark zeigt sich

EXPRESS
1:2-Niederlage gegen Lens - Wieder Chaos beim Testspiel: McKenna bespucktLoveparade-Drama - Kölner Polizist: Man ignorierte unsere Warnungen

Spiegel Online
Militär-Dokumente: Ströbele fordert Wahrheit über Afghanistan-EinsatzKrisenkonzern: BP-Chef Hayward erklärt Rücktritt