Von Matthias Niewels, 28.04.09, 09:12h, aktualisiert 28.04.09, 18:13h
Dabei hatten die Bewohner doch einen Wall, eine Barrikade aufgebaut und auch einen Holzzaun zusammengenagelt. „Alles Quatsch“, sagen sie. Ein Wall oder gar eine Barrikade sei das nicht. Man habe lediglich den Müll zusammengeschoben. Und der selbst gebaute Holzzaun - er besteht aus Holzabfällen - sollte nur unerwünschte Spaziergänger von „ihrem“ Grundstück fern halten. War die ganze Aufregung um die Räumung des Geländes also umsonst?
Rechtlich liegt nach wie vor kein vollstreckungsfähiger Räumungsbeschluss vor. Auf die Unterstützung der Polizei kann der Grundstückseigentümer, die Familie Meleghy, also nicht setzen. Auf der anderen Seite drängt die Zeit. Interessenten soll das anliegende Baugrundstück „punker-frei“ präsentiert werden. Bleibt die Frage, wann sie endgültig abziehen. Derzeit wird die Halle abgerissen und der Müll aufgeräumt. Mehrere 10 000 Euro wird diese Aktion kosten. Wohin die bisherigen Bewohner dann aber ziehen, ist vollkommen unklar. Denn nach wie vor lehnt es die Stadt kategorisch ab, den etwa zehn jungen Menschen ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Auch die gemeinsame Unterbringung zusammen mit den Hunden wird abgelehnt. In der Verwaltung wird nun befürchtet, dass die Gruppe an einer anderen Stelle der Stadt erneut ihr Lager aufschlagen will. Dennoch setzt die Stadt nach wie vor auf Gespräche.
Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ wollte sich gestern keiner der Punker über die Zukunft äußern. Bei ihnen herrscht das Gefühl vor, grundsätzlich missverstanden zu werden. Das fange schon bei der Bezeichnung „Punker“ an - der habe sich zwar so eingebürgert, habe aber nichts mit ihnen zu tun. Auch werde immer übersehen, dass der Großteil von ihnen einer Arbeit nachgehe und Geld verdiene. Im Grunde habe man nur einen Wunsch: „Lasst uns doch einfach in Ruhe.“
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