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GutenMorgenKöln

Ohne Geld quer durch Deutschland

Von Bettina Janecek, 06.05.09, 08:28h

Kann man allein vom Flaschenpfand (über-) leben? Der Kölner Extremsportler Frank Hülsemann hat´s ausprobiert: 2.500 Kilometer fuhr er mit dem Rad durch die Republik, ohne Geld und ohne Kreditkarte. Guten Morgen Köln hat vor seiner Rückkehr am Donnerstag mit ihm gesprochen.

Frank Hülsemann Köln
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Extremsportler Frank Hülsemann radelte 2.500 Kilometer durch Deutschland, ohne Bargeld und Kreditkarte. (Bild: privat)
Frank Hülsemann Köln
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Extremsportler Frank Hülsemann radelte 2.500 Kilometer durch Deutschland, ohne Bargeld und Kreditkarte. (Bild: privat)
Köln - Sportlich gesehen war die dreiwöchige Deutschlandreise für Frank Hülsemann ein Kinderspiel. Der 37-Jährige war in den vergangenen Jahren bereits Zehntausende von Kilometern auf alten Inkapfaden unterwegs, hat die Atacama-Wüste in Chile, Sibirien und die Mongolei durchquert - alles zu Fuß oder auf dem Rad. Dennoch, sein jüngstes Projekt hatte es in sich: Von Köln aus ging es zunächst Richtung Norden und dann im Uhrzeigersinn durch alle Bundesländer. Als Leergut-Sammler hielt er sich in dieser Zeit über Wasser - und wollte mit seiner "Tour de Pfand" gleichzeitig auf die Vermüllung der Landschaft hinweisen.

Genug, um nicht vom Rad zu fallen

"Die erste Woche war ziemlich hart, weil ich kaum etwas gefunden habe", berichtet Frank Hülsemann. Niedersachsen sei besonders schwierig gewesen. 1,70 Euro habe er da im Schnitt zum Leben gehabt, am schlechtesten Tag sogar nur 98 Cent. "Davon habe ich mir etwas Brot und Wurst oder eine Rolle Kekse gekauft." Leitungswasser besorgte er sich an der Tankstelle. Jede Stunde schob er sich dann einen Happen zwischen die Zähne. "Das reichte gerade, um nicht vom Rad zu fallen, aber lange hält man das nicht durch", so Hülsemann, der als Chemiker an der Sporthochschule Köln Grundlagenforschung zum Stoffwechselhaushalt von Sportlern betreibt.

Doch nicht in allen Bundesländern war es so sauber wie in Niedersachen. In Brandenburg machte Hülsemann ebenso "reiche Beute" wie im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Dort, als er sich während einer Radtour durch die Eifel über den Müll im Straßengraben ärgerte, war ihm im vergangenen Jahr auch die Idee zu seiner Pfand-Tour gekommen. "Womit ich vorher nicht gerechnet habe, waren die Unterschiede bei der Straßenreinigung." So habe er an einer Landstraße in Brandenburg noch einiges gefunden, kaum sei er aber über die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt gefahren, sei alles weggeräumt gewesen.

Der Kölner, der seine Extrem-Touren ansonsten monatelang bis ins Detail vorbereitet, konnte dieses Mal überhaupt nichts im Voraus planen. "Ich habe von der Hand im Mund gelebt", so Hülsemann, der im Schnitt Leergut im Wert von 3,50 Euro pro Tag sammelte. Gegen Ende der Reise hatte er sogar etwas gespart, rund zehn Euro, ein beruhigendes Gefühl. Wenn er am Donnerstag nach drei Wochen nach Hause kehrt, wird er sich erst einmal etwas Gutes zu essen gönnen. Pläne für seine nächste Extrem-Reise hat er schon. Im nächsten Jahr soll es wieder nach Südamerika gehen, mit dem Mountainbike über die Vulkankette der Anden.



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