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GutenMorgenKöln

Stage-Diving für alle!

Von Claudia Lehnen, 14.05.09, 13:52h, aktualisiert 15.05.09, 08:56h

Frühsport? Na gut, aber nicht am Vormittag. "Für uns beginnt der Tag oft erst um zwölf Uhr", sagt Tom Deininger von der Kölner Band Klee. Bei einer Partie Boule auf dem Rathenauplatz verraten sie, warum Musik immer etwas mit Mädchen zu tun hat.

Klee Frühsport
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Die Kölner Band Klee ist nicht im Verdacht, demnächst bei Olympia anzutreten. Frühsport geht schon gar nicht. Schließlich "beginnt der Tag erst ab Mittag". (Bild: Grönert)
Klee Frühsport
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Die Kölner Band Klee ist nicht im Verdacht, demnächst bei Olympia anzutreten. Frühsport geht schon gar nicht. Schließlich "beginnt der Tag erst ab Mittag". (Bild: Grönert)
Innenstadt - Die Bühne ist groß. Open Air. Der Sand funkelt grell in der Sonne. Keine Mikrophone. Keine Instrumente. Nur ein paar silberne Kugeln, ihr Bühnenoutfit elegant. Kostüm. Die beiden Jungs modisch ganz lässige Geschädigte der 90er: Jeans, Hemd, sportliche Jacke, feste Schuhe. Die Bodenhaftung ist ja immer das Wichtigste. Betonschuhe. Auch musikalisch hasst die Kölner Band Klee nichts so sehr wie das elitäre, abgehobene. "Wir streben nach Klarheit und Einfachheit. Unsere Texte sollen nicht verkopft und verdreht sein." Arbeiter im Tonstudio des Herren.

Und doch wird der Rathenauplatz, auf dem wir uns trafen, um eine Partie Boule zu spielen, zur Bühne, als Suzie Kerstgens, Sten Servaes und Tom Deininger von Klee auftreten. Schwarze Sonnenbrillen. Suzies Gläser sind so groß wie zwei schwarze Pampelmusen auf den Augen. Vielleicht ist das Nachmittagslicht zu grell für die vor kurzem erst aufgewachten Augen. "Für uns beginnt der Tag oft erst um zwölf Uhr", sagt Tom und wirft die schwere Kugel aus dem Handgelenk über den Platz. Das Auftreffen ist dumpf und blutleer. Nasser Sack - abgestürzt aus vier Metern Höhe. Wenn die Kugel nicht mehr rollt, sondern sich in den Boden bohrt und dort liegen bleibt, wo sie aufkommt, dann spricht das für einen Könner. Meine Kugel kommt auch ganz gut auf, nahe neben Deiningers. Rollt dann aber noch drei Meter weiter. Vollkommen abgeschlagen.

Aber die Band ist auch in Übung. Bei jeder Tournee kommen die Silberkugeln in den Tourbus. Auch ein Fußball. Aber da spielt Kerstgens nicht mit. Und außerdem will ja auch keiner der Herren eine Oberschenkelzerrung riskieren. "Boule ist eine Sportart, bei der man sich nicht verletzen kann," sagt Stan Servaes.

Suzie Kerstgens hat aber noch eine andere Lieblingssportart für sich entdeckt. Die erfordert etwas Mut und auch das nötige Publikum. Aber angeblich ist der Serotoninausstoß dabei unübertroffen: "Stage-Diving. Das ist so sanft, ein so unglaubliches Gefühl von diesen Händen getragen zu werden. Das rate ich jedem zu tun, der einmal die Gelegenheit dazu hat."

Noch kein Musiker? Deshalb keine Hände zur Verfügung, die einen tragen und auch dem eigenen Partner ist man mittlerweile zu schwer geworden? Kein Problem. Das mit der Kunst und dem Berühmtwerden kann aus den alltäglichsten Situationen erwachsen. Bei Klee kamen die Bandmitglieder zur Musik wie der Auswechselspieler auf der Ersatzbank zum spielentscheidenden Tor. "Wir machen Musik, weil wir in der Jugend bei unserer Fußballmannschaft zu selten eingewechselt worden sind. Auf der Ersatzbank haben wir festgestellt, dass wir beide Instrumente spielen und beschlossen, eine Band zu gründen." Tom Deininger und Sten Servaes waren anfangs noch skeptisch, ob die Mädchen auch ohne Fußball, dafür mit Musik zu beeindrucken sein würden. Aber letztlich stehen Frauen ja dann doch noch mehr als auf die schwitzenden Balltrickser auf die cool-sensiblen Künstler. "Und siehe da: so hat es mit den Mädchen damals viel besser funktioniert", sagt Tom Deininger.

Und so ist es auch nur folgerichtig, dass Suzie Kerstgens die Musik für sich entdeckte: "Ich bin darauf reingefallen."



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