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Rheinufer

Protest gegen den Kahlschlag

Von Claudia Hauser, 24.05.09, 21:33h

Die Linden-Allee am Rheinufer soll dem Ausbau der Rheinuferstraße zum Opfer fallen, 180 Bäume müssen gefällt werden. Ein Unding, finden viele Kölner, und protestieren. Fünf Bürgerinitiativen arbeiten gemeinsam daran, den Stadtrat umzustimmen.

Harald von der Stein
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Auch Harald von der Stein vom Netzwerk "Bürger für Bäume" ist gegen einen Kahlschlag zugunsten des Straßenausbaus. (Bild: Rako)
Harald von der Stein
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Auch Harald von der Stein vom Netzwerk "Bürger für Bäume" ist gegen einen Kahlschlag zugunsten des Straßenausbaus. (Bild: Rako)
Innenstadt - Die weißen Bänder, die an den dicken Baumstämmen im Wind flattern, sollen Fahrradfahrer und Spaziergänger darauf aufmerksam machen, was die Zahl 180 in der Realität bedeutet: So viele alte Bäume würden gefällt, sollte die Rheinuferstraße zwischen Schönhauser Straße und Ubierring sechsspurig ausgebaut werden. Die Linden-Allee am Ufer wäre schlicht nicht mehr da.

Fünf Bürgerinitiativen protestieren gegen den beschlossenen Ausbau. Sie umwickelten am Sonntag die Stämme mit Bändern und hängten Plakate an den bedrohten Bäumen auf. 5000 Unterschriften haben die Mitglieder gesammelt und Baudezernent Bernd Streitberger überreicht. Denn auch wenn die Initiativen unterschiedliche Lösungen im Sinn haben - in einem sind sich alle Mitglieder einig: „Der Ratsbeschluss vom September vergangenen Jahres ist Unsinn und der sechsspurige Ausbau der Straße ist die schlechteste Lösung von allen.“ So formuliert es Monika Prinz von der Bürgerinitiative Rheinuferstraße, die als Anwohnerin direkt betroffen wäre und Angst hat vor Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und einem erhöhten Verkehrsaufkommen in den Nebenstraßen. Von einem „Moratorium“, der Aussetzung des Ratsbeschlusses, hält sie nichts. „Dass sich die Autos stauen werden, wenn künftig die Nord-Süd-Stadtbahn kreuzt, ist doch völlig klar“, sagt sie.

Wie viele Anwohner favorisiert auch Harald von der Stein vom Netzwerk „Bürger für Bäume“ eine „Troglösung“, also eine schmale, offene Unterführung der Gleise mit zwei mal zwei Fahrspuren. „Diese Variante ist außerdem wesentlich billiger als der Tunnel“, sagt er. Geschätzte 80 Millionen Euro würde ein Tunnel kosten, eine Unterführung etwa 60 Millionen. Andreas Henseler von der freien Wählergemeinschaft Kölner Bürger Bündnis spricht sich trotz der Kosten für einen Tunnel aus: „Wir brauchen eine vernünftige bauliche Lösung, die auch für weitere Generationen sinnvoll ist.“

Die Tunnellösung würde laut Elke Stucken vom Kölner Bürgerbündnis zwar auch eine Baumfällung mit sich bringen - es wären vor und hinter der Südbrücke aber nur etwa insgesamt 50 Bäume betroffen. Wie das Agrippinaufer nach einem Kahlschlag von 180 Bäumen aussieht, mag sie sich gar nicht vorstellen.



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