Erstellt 29.05.09, 19:01h
„Mittwochs-Maler“ ist der Name des Graffiti- und Jugendkunstprojekts, das der SKM im November 2005 im Rahmen des HipHop-Netzwerks für Toleranz und Integration ins Leben gerufen hat und das inzwischen von der Stadt unterstützt wird. Es steht exemplarisch für das Bemühen, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den öffentlichen Raum mitzugestalten. In Köln gebe es genügend Flächen - von trostlosen Unterführungen bis zu grauen, hässlichen Mauern, die sich gut dafür eigneten, legal besprüht und bemalt zu werden, sagte unter anderen „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel, der die Tagung unterstützte. Gäbe man solche Flächen offiziell frei, würde nach Baumgärtels Auffassung automatisch die Zahl der illegalen Graffiti zurückgehen, ob auf Wänden privater Häuser oder auf Bahnen.
Doch die „legale Gestaltung des öffentlichen Raums“ finde in Köln „keine ordnungspolitische Zustimmung“, kritisierte Elke Böttger, Jugendpflegerin in Nippes, und ergänzte: „Die Freiflächen in Jugendeinrichtungen reichen nicht aus.“ Im Umgang mit der Graffiti-Kultur gelte es, weder einer „Verherrlichung“ noch einer „repressiven Ausgrenzung“ das Wort zu reden. Für Thomas Baumgärtel sind die Konflikte jedenfalls Vergangenheit: In seinem Atelier hätten sich früher „ordnerweise“ die Strafanzeigen angesammelt und oft genug sei er festgenommen worden; heute dagegen rissen sich Kunsteinrichtungen um seine Arbeiten. (cs)
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