Die Bürgerinitiative Big Ben fordert, dass die Politiker endlich Stellung beziehen.(Bild: Koch)
Die Bürgerinitiative Big Ben fordert, dass die Politiker endlich Stellung beziehen.(Bild: Koch)
„Wir sind der Auffassung, dass die betroffenen Bürger von den politischen Vertretern erwarten dürfen, dass diese ihre Besorgnis zu den aktuellen und drängenden Fragen des Klimaschutzes und der CO-Reduzierung ernst nehmen und Stellung beziehen“, heißt es in einem Brief, der jetzt allen Fraktionen im Bergheimer Stadtrat zugegangen ist. Konkret will Big Ben wissen, wie die Ratspolitiker zur Erweiterung des Kraftwerksparks in Niederaußem stehen. Die Initiative mit Mitgliedern aus dem Bergheimer und dem Pulheimer Stadtgebiet wendet sich seit geraumer Zeit gegen den geplanten Neubau von zwei weiteren Kraftwerksblöcken auf landwirtschaftlichen Flächen. Vorsitzender Georg Keulertz und Stellvertreter Hans-Joachim Gille betonen zwar ausdrücklich, dass sie zur Kohleverstromung und zu den Vereinbarungen aus dem Kraftwerkserneuerungsprogramm von 1994 stehen. Genau vor diesem Hintergrund aber fordern sie, neue Blöcke dort zu errichten, wo alte Anlagen abgeschaltet werden. Die Initiative wendet sich auch gegen die Pläne, weil das „eine Konzentration auf nur zwei Standorte in unmittelbarer Nähe“, nämlich Niederaußem und Neurath, mit sich bringe.
Um den Fraktionen die Stellungnahme zu erleichtern, hat der Big Ben ein umfangreiches Dossier mit Auszügen aus dem im vorigen Jahr veröffentlichen Gutachten der Anwälte Lenz & Johlen zur Kraftwerkserneuerung, zum Betrieb von Altanlagen und zum Emissionshandel beigelegt. Deutlich weist Big Ben auch auf den höheren Ausstoß von Kohlendioxid hin. Allein in Niederaußem sei der Ausstoß von von 23,3 Millionen Tonnen im Jahre 1996 auf 31,3 Millionen Tonnen im Jahre 2007 gestiegen.