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Zeichentrickfilm

Disneys neue Prinzessin ist dunkelhäutig

Von Anna K. Bernzen, 29.05.09, 22:28h, aktualisiert 29.05.09, 23:26h

Als erste von bisher neun Disney-Prinzessinnen ist die weibliche Hauptdarstellerin im neuem Zeichentrickfilm afroamerikanischen Ursprungs. In welcher beliebten deutschen Kinderserie finden sich sonst Charaktere mit Migrationshintergrund?

The princess and the frog“ - Disneys neuester Zeichentrickfilm, ist alles andere als eine 08 / 15-Kitschgeschichte: Als erste von bisher neun Disney-Prinzessinnen ist die weibliche Hauptdarstellerin nämlich afroamerikanischen Ursprungs. Tiana, so ihr Name, tritt in große Fußstapfen, die ihre überwiegend blonden und blauäugigen Vorgängerinnen in den Kinderzimmern hinterlassen haben. Denn auch in Deutschland sind Tinkerbelle, Cinderella und Arielle bekannt und beliebt. Und die Geschichte ist immer die gleiche: Hübsche junge Frau in glitzerndem Kleid trifft auf Prinzen in Froschgestalt. Es folgen: Ein sanfter Kuss, eine pompöse Hochzeit, ein langes und glückliches Leben zusammen.

Jetzt setzt die dunkelhäutige Schönheit auch bei uns Maßstäbe. In welcher beliebten deutschen Kinderserie finden sich ansonsten Charaktere mit Migrationshintergrund? Biene Maja zum Beispiel schwirrt wohl unbestritten auf deutschen Wiesen herum, und Pumuckls urige Werkstatt befindet sich in der bayrischen Hauptstadt München. Heidi, unsere Freundin aus dem südlichen Nachbarstaat Schweiz, kommt da schon die Rolle einer Art Ausländerbeauftragten zu.

Dabei könnte eine Ausländerquote in deutschen Kinderfilmen und -serien einen wichtigen Beitrag zur Integration unserer ausländischen Mitbürger leisten. Es wäre sicher spannend, wenn Wickie mal seinen albanischen Kumpel mit auf die familiäre Bootstour nehmen würde. Oder Heidi auf ihrer Alm nicht mit Peter, dem Ziegenjungen, sondern Pinar, ihrer türkischen Mitschülerin, herumhüpfen würde. Dabei könnten die beiden bestimmt eine ganze Menge über die Kultur und Lebensweise ihrer Freunde lernen - und die jungen Zuschauer vor den Bildschirmen gleich mit. Eine echte Alternative zu langatmigen Bildungsfilmchen zum Thema, mit denen die Kinder in der Schule genervt werden. So werden endlich auch diejenigen erreicht, die sich sonst lieber vor Playstation und Computer hocken, als Hefte mit so spannenden Inhalten wie Migration weltweit durchzublättern.

Statt also verstärkt in Plakatkampagnen zu investieren, sollten die Politiker sich lieber mit den Zeichentrickfilm-Machern zusammensetzen. Welcher Junge hat nicht schon immer von einem Abenteuer à la Wickie geträumt? Welches kleine Mädchen schaut sich nicht gern den neuesten romantischen Prinzessinnenfilm an? Ich jedenfalls werde Tiana dabei zusehen, wie sie mit ihrem Liebsten alle Hindernisse auf dem Weg zur Traumhochzeit überwindet - Hautfarbe und Herkunft egal.

Die Autorin (19)gehört zum „Junge Zeiten“-Team der Redaktion Rhein-Erft-Kreis. Die Mitarbeiter gestalten in ihrer Freizeit die Jugendseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die jeden Donnerstag erscheint.



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